Synology vs. QNAP: Der NAS-Vergleich für Fotografen – RAWs, Workflows und Sicherheit im Fokus
Als Fotograf mit mehreren Terabyte an RAW-Dateien weiß ich: Die größte Herausforderung ist nicht das Fotografieren selbst, sondern das Verwalten und langfristige Sichern der Daten. Ich habe über die Jahre verschiedene Systeme getestet – von externen SSDs über RAID-Gehäuse bis hin zu professionellen NAS-Lösungen. Am Ende kristallisieren sich zwei Hersteller als Platzhirsche heraus: Synology und QNAP. Beide bieten hochentwickelte Systeme für Kreativprofis, unterscheiden sich aber deutlich in Bedienung, Software und Performance. In diesem Vergleich zeige ich, welche Plattform für Fotografen den effizientesten Workflow bietet, wie sie sich bei Performance, Foto-Apps und Backup-Strategien schlagen – und worauf es 2025 wirklich ankommt.
Hardware und Performance im Vergleich
Synology und QNAP verfolgen unterschiedliche Philosophien, wenn es um Hardwareausstattung und Systemarchitektur geht. Fotografen mit großen RAW-Bibliotheken profitieren von stabiler Performance, leisen Laufwerken und schnellen Schnittstellen. Synology setzt bei seinen Modellen wie der DiskStation DS220+ oder DS725+ auf durchdachtes Design, Energieeffizienz und Zuverlässigkeit. Die Plus-Serie bietet inzwischen 2,5-GbE-Anschlüsse – ein echter Fortschritt für große Bilddateien. Besonders erwähnenswert: Die Integration von NVMe-SSDs als Cache beschleunigt den Zugriff auf häufig verwendete Dateien enorm. QNAP hingegen ist traditionell hardwareorientierter. Modelle wie die TS-251D oder TS-464 punkten durch höhere Flexibilität – etwa durch PCIe-Slots für Erweiterungskarten (z.B. 10-GbE, M.2 oder GPU-Beschleunigung). Wer seinen Workflow mit Video-Editing kombiniert, findet hier oft die bessere Plattform. In puncto Leistung gilt: Bei RAW-Dateien über 50 MB pro Bild zählt vor allem der Netzwerkdurchsatz. Beide Hersteller bieten Geräte mit 2,5 bis 10 Gbit/s, wobei QNAP aktuell etwas breiter aufgestellt ist. In der Praxis sind Unterschiede aber marginal, solange man Gigabit oder höher nutzt.
Für Fotografen, die vor allem auf Zuverlässigkeit und einfache Wartung setzen, punktet Synology durch ausgereifte Hardware und leise Laufgeräusche. Power-User mit Fokus auf Leistung und Anpassbarkeit fühlen sich bei QNAP wohler.
Software und Benutzeroberfläche: DSM vs. QTS
Die Software ist der eigentliche Unterschied zwischen Synology und QNAP – und für Fotografen entscheidend. Beide Systeme laufen auf Linux-Basis, bieten aber völlig unterschiedliche Benutzererfahrungen. Synology DSM (DiskStation Manager) wirkt wie ein aufgeräumtes Desktop-Betriebssystem im Browser. Für Fotografen besonders relevant: Synology Photos und Synology Drive. Diese Apps ermöglichen automatische Foto-Uploads vom Smartphone, KI-gestützte Gesichtserkennung und einfache Albumfreigaben. DSM integriert sich reibungslos in macOS- und Windows-Workflows und unterstützt Time Machine sowie SMB/NFS. QNAP QTS hingegen ist modularer und technisch tiefer. Die Oberfläche erinnert stärker an Windows, mit vielen Detailoptionen. Für Fotografen bietet QNAP QuMagie – eine App mit KI-gestützter Bildanalyse, die Motive und Gesichter automatisch erkennt. Dazu kommt Qsync für geräteübergreifende Synchronisation. In der Praxis ist DSM etwas intuitiver und wartungsärmer, während QTS mehr Freiraum für Power-User bietet. Wer einfach nur seine Bilder automatisch sichern und sortieren will, wird DSM lieben. Wer sich dagegen in Netzwerkeinstellungen und Container-Umgebungen vertieft, findet in QTS die Spielwiese seiner Träume.
Synology punktet durch ein konsistentes, klar strukturiertes System mit Fokus auf Foto-Workflows. QNAP liefert mehr Optionen, verlangt aber auch mehr technisches Verständnis.
Foto-Management und Workflow-Integration
Der entscheidende Punkt für Fotografen ist der Workflow – also, wie schnell, sicher und komfortabel man seine Bilder vom Auslöser bis zum Archiv bringt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Synology Photos ist mittlerweile mehr als nur eine Galerie. Die App kombiniert automatische Smartphone-Backups, KI-Erkennung und manuelle Strukturierung. RAW-Dateien können direkt angezeigt werden, und der Upload von Kameras oder Speicherkarten erfolgt unkompliziert über PC oder mobile App. Besonders praktisch: Die Integration mit Synology Drive ermöglicht versionierte Dateiverwaltung, ähnlich wie bei Cloud-Diensten. QNAP QuMagie geht einen Schritt weiter: Neben KI-Erkennung bietet die App eine visuelle Suche und unterstützt Team-Freigaben. Über HybridMount lassen sich Cloud-Dienste (z.B. Dropbox oder Google Drive) direkt ins NAS einbinden. Für Fotografen, die in Teams arbeiten oder Kunden Zugriff auf Vorschaubilder geben möchten, ist das ein echter Vorteil. Ein Beispiel aus meiner Praxis: Nach einem Hochzeitsshooting mit 250 GB an RAWs lade ich die Dateien direkt ins NAS. Bei Synology läuft parallel ein Hyper Backup in die Cloud, während DSM die Bilder automatisch verschlagwortet. Bei QNAP kann ich stattdessen eine lokale Sicherung auf ein zweites NAS automatisieren und dabei gleich Vorschaudateien für Kunden generieren.
Beide Systeme meistern große Fotobestände souverän – Synology mit Fokus auf Einfachheit, QNAP mit Fokus auf Flexibilität.
Backup-Strategien und Datensicherheit
Ein NAS ohne Backup ist wie eine Kamera ohne Speicherkarte – nutzlos, wenn’s drauf ankommt. Für Fotografen zählt doppelte Sicherheit. Beide Hersteller bieten umfangreiche Tools für Redundanz und Offsite-Backups. Synology setzt auf SHR (Synology Hybrid RAID), das besonders anwenderfreundlich ist. Fällt eine Festplatte aus, bleiben die Daten zugänglich. Über Hyper Backup lassen sich mehrstufige Sicherungen auf USB-Festplatten, ein zweites NAS oder Cloud-Ziele einrichten. Die Einrichtung ist simpel und zuverlässig. QNAP bietet mit Hybrid Backup Sync (HBS) eine ähnliche Lösung, jedoch mit erweiterten Automatisierungsoptionen. Snapshots, Replikation und Echtzeit-Synchronisation sind hier detaillierter steuerbar. Für Fotografen, die mehrere Sicherungsorte kombinieren möchten (z.B. lokales NAS + Cloud + externes Laufwerk), ist HBS ein mächtiges Werkzeug. Beide Systeme unterstützen die 3-2-1-Regel: Drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Medien, eine davon extern. Ergänzend empfehle ich, regelmäßig den SMART-Status der Laufwerke zu prüfen und eine USV einzusetzen – Stromausfälle sind die heimlichen Feinde jedes Archivs.
Aktuelle Entwicklungen: KI, Cloud und Geschwindigkeit
NAS-Systeme entwickeln sich rasant – und Fotografen profitieren direkt davon. Die neuesten Modelle integrieren KI-Funktionen zur Bilderkennung, NVMe-Caching für schnellere Zugriffe und Hybrid-Cloud-Backups für maximale Sicherheit. Laut Synology liegt der Trend klar in Richtung intelligente Speicherverwaltung: Systeme analysieren automatisch Inhalte, erkennen Duplikate und verschlagworten Fotos. QNAP zieht mit ähnlichen Konzepten nach und kombiniert KI mit GPU-Unterstützung, um Bilderkennung in Echtzeit zu ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Netzwerkgeschwindigkeit. Während 1 Gbit/s lange Standard war, setzen neue Geräte zunehmend auf 2,5 oder 10 Gbit/s. Das beschleunigt nicht nur den Upload von RAW-Dateien, sondern auch das Arbeiten direkt vom NAS – etwa bei Lightroom- oder Capture One-Projekten. Die Zukunft gehört klar der hybriden Speicherstrategie: Lokales NAS für Geschwindigkeit, Cloud für Ausfallsicherheit. Für Fotografen ergibt das die perfekte Balance zwischen Kontrolle und Komfort.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Für viele Fotografen ist das Budget entscheidend. Beide Hersteller bewegen sich preislich auf ähnlichem Niveau. Ein 2-Bay-NAS wie die Synology DS220+ oder QNAP TS-251D🛒 liegt bei rund 350–450 €, ein 4-Bay-Gerät ab etwa 500 €. Hinzu kommen NAS-Festplatten wie WD Red🛒 oder Seagate IronWolf📦 – etwa 80 € pro 4 TB. Wer Performance will, kann SSDs als Cache einsetzen (1 TB ab ca. 100 €). Dazu empfehle ich eine USV (~150 €) und ggf. eine 10-GbE-Karte (~120 €), wenn das Netzwerk es hergibt. Die laufenden Kosten bleiben gering – kein Abozwang wie bei Cloud-Diensten. Langfristig lohnt sich das NAS doppelt: Einmal durch gesparte Cloudgebühren, und zweitens durch die Kontrolle über die eigenen Daten. Für Fotografen, die mit mehreren Terabyte arbeiten, ist das ein entscheidender Punkt.
Praxisempfehlung: Welches System für wen?
| Kriterium | Synology | QNAP |
|---|---|---|
| Benutzerfreundlichkeit | Sehr hoch (DSM ist intuitiv) | Hoch, aber technischer |
| Performance | Solide, optimiert für Stabilität | Sehr hoch, flexibel erweiterbar |
| Foto-Apps | Synology Photos, Drive | QuMagie, Qsync |
| Backup-Optionen | Hyper Backup, SHR | Hybrid Backup Sync, Snapshots |
| Team-Kollaboration | Einfach, klar definiert | Umfangreich, erweiterbar |
| Preis-Leistung | Sehr gut für Einzelanwender | Ideal für Power-User |
Für Einzelfotografen oder kleine Studios, die eine zuverlässige, wartungsarme Lösung suchen, ist Synology die bessere Wahl. Die Kombination aus DSM, Photos und Hyper Backup deckt alle Anforderungen ab, ohne technische Überforderung. Für Teams, Technikbegeisterte oder Fotografen mit Mischbetrieb (Foto & Video) bietet QNAP mehr Möglichkeiten zur Anpassung und Skalierung. Wer Spaß an Feintuning hat, wird mit QTS glücklich.
Ob Synology oder QNAP – beide Systeme sind hervorragende Lösungen für Fotografen, die ihre Daten ernst nehmen. Synology überzeugt durch Stabilität, Benutzerfreundlichkeit und eine nahtlose Integration in den Foto-Workflow. QNAP dagegen punktet mit Flexibilität, Leistung und tiefgreifenden Anpassungsmöglichkeiten. In meinem Studio laufen beide Systeme parallel: Synology für den täglichen RAW-Workflow, QNAP für Archivierung und Video-Workloads. Entscheidend ist, dass das NAS zur eigenen Arbeitsweise passt – nicht umgekehrt. Und eines gilt immer: Ohne sauberes Backup ist jedes NAS nur eine teure Festplatte.
Hast du bereits Erfahrungen mit Synology oder QNAP im Fotoeinsatz gesammelt? Teile deine Erkenntnisse und Tipps unten in den Kommentaren – mich interessiert, wie du deinen Workflow optimiert hast!










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