Vergleichstest: UGREEN NASync vs. Synology & QNAP
Ich erinnere mich noch gut an mein erstes NAS: ein Synology DS214, das mich damals stolze 320 Euro gekostet hat – ohne Platten! Heute, über ein Jahrzehnt später, gibt es mit der UGREEN NASync-Serie einen neuen Mitspieler auf dem Markt, der verspricht, mehr Leistung fürs Geld zu liefern. Als Technikfreak mit vollvernetztem Smart Home und einer gewissen Leidenschaft für Speicherlösungen habe ich mir die Geräte genauer angesehen und sie gegen die bewährten Systeme von Synology und QNAP antreten lassen. Ziel dieses Vergleichstests: herausfinden, welches System 2025 das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für ambitionierte Heimnutzer und kleine Büros bietet.
Hardware-Vergleich: Leistung trifft auf Effizienz
Wenn man die drei Systeme nebeneinanderstellt, fällt sofort auf, dass UGREEN einen klaren Fokus auf den Preis legt, ohne auf solide Hardware zu verzichten. Der NASync DH2300 bietet zwei Laufwerkschächte, 4 GB RAM und Gigabit-Ethernet für rund 190 €. Damit liegt er preislich deutlich unter einem vergleichbaren Synology DS223 oder QNAP TS-230, die meist zwischen 250 € und 350 € kosten. Ein kurzer Blick auf die technischen Eckdaten verdeutlicht die Unterschiede:
Technische Vergleichstabelle
| Modell | CPU | RAM | LAN | Preis (ohne HDD) |
|---|---|---|---|---|
| UGREEN NASync DH2300 | ARM-basierte CPU | 4 GB | 1 GbE | ca. 190 € |
| Synology DS223 | Realtek RTD1619B | 2 GB | 1 GbE | ca. 290 € |
| QNAP TS-230 | Realtek RTD1296 | 2 GB | 1 GbE | ca. 270 € |
Das UGREEN NASync bietet also auf dem Papier mehr Arbeitsspeicher und ein modernes Design bei gleichzeitig günstigerem Preis. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass Synology und QNAP bei der Softwareintegration und Systemoptimierung weiterhin leicht die Nase vorn haben. Trotzdem ist die Hardwarebasis bei UGREEN für ein 2-Bay-System in dieser Preisklasse bemerkenswert solide.
Software und Benutzeroberfläche
Die Hardware ist das eine, aber die wahre Magie eines NAS steckt in der Software. Hier treffen drei Philosophien aufeinander: UGREEN UGOS, Synology DSM und QNAP QTS. UGREEN UGOS ist noch relativ neu auf dem Markt und erinnert konzeptionell an ein verschlanktes DSM. Die Einrichtung über den Browser funktioniert einfach: IP-Adresse aufrufen, Benutzer anlegen, RAID wählen – fertig. Besonders positiv: UGREEN verzichtet auf unnötigen Ballast, das System ist schnell und übersichtlich. Synology DSM hingegen ist ein Paradebeispiel für ausgereifte NAS-Software. Von Backup über Cloud-Sync bis hin zu KI-basierten Fotoanalysen bietet DSM eine riesige Funktionsvielfalt. QNAPs QTS steht dem kaum nach, richtet sich aber stärker an Power-User, die mit Docker, virtuellen Maschinen oder Multi-Gigabit-Netzen arbeiten. In puncto Performance zeigt sich UGOS erfreulich flott – Dateiübertragungen per SMB erreichen die erwarteten 100 MB/s bei Gigabit-LAN. Für den Hausgebrauch oder als Backup-Ziel völlig ausreichend. Wer jedoch Container oder Virtualisierung einsetzen will, stößt bei UGOS schnell an Grenzen.
Einrichtung und Bedienkomfort
Bei der Einrichtung punktet UGREEN mit einem klar strukturierten Setup-Wizard. In weniger als 10 Minuten ist das System betriebsbereit: Platten einbauen, LAN-Kabel anschließen, IP im Browser öffnen – fertig. Synology und QNAP bieten zwar mehr Optionen, benötigen dafür aber auch mehr Zeit und Erfahrung. Für Einsteiger ist UGREEN daher die angenehmere Lösung. Fortgeschrittene Nutzer, die tiefer in Berechtigungen, Benutzerverwaltung oder Cloud-Integration eintauchen wollen, werden dagegen bei DSM oder QTS glücklicher. Die Weboberfläche von UGOS ist modern, responsiv und intuitiv. Sie bietet eine klare Struktur mit Dashboard, Dateiverwaltung und Systemstatus. Was fehlt? – ein App-Store wie bei Synology oder QNAP, um Erweiterungen nachzurüsten. UGREEN arbeitet laut Roadmap daran, das nachzureichen.
Performance und Energieverbrauch
Im Alltagstest mit zwei WD Red 2 TB-Platten zeigt das UGREEN NASync DH2300 eine konstante Übertragungsrate von rund 105 MB/s im SMB-Protokoll. Damit liegt es gleichauf mit Synology und QNAP in der gleichen Preisklasse. Beim Energieverbrauch liegt UGREEN mit rund 14 W im Leerlauf und 22 W unter Last erfreulich niedrig. QNAP und Synology liegen je nach Modell leicht darüber. Für einen 24/7-Betrieb im Heimnetz ist das ein Pluspunkt. Ein kleiner Wermutstropfen: Das Lüftergeräusch ist im direkten Vergleich etwas präsenter als beim DS223, aber im geschlossenen Schrank kaum wahrnehmbar.
Erweiterbarkeit und Zukunftssicherheit
Ein entscheidendes Kriterium für viele Nutzer ist die Erweiterbarkeit. Während Synology und QNAP ihre Systeme mit RAM-Upgrades, Erweiterungseinheiten oder 2,5/10-GbE-Karten zukunftssicher machen, bleibt UGREEN hier (noch) konservativ. Der DH2300 ist nicht aufrüstbar – RAM und Netzwerk sind fix. Wer mehr Leistung will, muss direkt zum größeren Modell greifen: dem UGREEN NASync DXP4800 Plus. Dieses 4-Bay-Gerät bringt Intel Pentium Gold 8505, bis zu 64 GB RAM und 10-GbE mit – also klar Business-tauglich. Preislich bewegt man sich hier allerdings in QNAP- und Synology-Regionen. Für Heimanwender, die hauptsächlich Datensicherung, Medienstreaming oder Dokumentenablage betreiben, reicht der DH2300 völlig aus. Wer dagegen Virtualisierung oder große Datenmengen plant, sollte zu QNAP greifen oder auf die kommende UGOS-Version mit Container-Unterstützung warten.
Kostenbetrachtung: Was bekommt man fürs Geld?
Rechnen wir das Ganze einmal durch: Ein UGREEN DH2300 kostet rund 190 €. Zwei 2 TB WD Red HDDs schlagen mit etwa 120 € zu Buche. Gesamt: 310 € – ein vollwertiges 2-Bay-NAS-System. Zum Vergleich: Ein Synology DS223 kostet allein schon knapp 300 €, QNAP TS-230 rund 270 €. Mit identischen Platten landet man hier bei 390 – 420 €. Das Preisargument liegt also klar bei UGREEN. Dafür erhält man allerdings ein noch junges System mit eingeschränkter Erweiterbarkeit und kleinerem Ökosystem. Synology und QNAP punkten mit stabiler Software, App-Integration und Langzeitsupport. Unterm Strich ist UGREEN ideal für preisbewusste Nutzer, die ein einfaches, schnelles und sparsames NAS suchen – ohne Cloud-Zwang oder Abo-Kosten.
Praxisbeispiele: Medienserver und Backup
Ich habe den DH2300 im Test als Medienserver und Backup-Ziel eingesetzt. Der DLNA-Server streamt Filme problemlos an Smart-TVs und Tablets, auch mehrere gleichzeitige Streams liefen stabil. Für Backups nutze ich FreeFileSync auf dem PC – die Sicherung auf das NAS erfolgt automatisch und zuverlässig. Ein weiterer Vorteil: Die Einrichtung solcher Projekte dauert kaum länger als eine Stunde. Das System protokolliert alle Sicherungen und meldet Fehler sofort. Wer mag, kann auch über VPN oder DynDNS von außen zugreifen – funktionierte im Test auf Anhieb.
Mein Fazit nach mehreren Wochen im Vergleichsbetrieb: UGREEN NASync ist eine spannende Alternative für alle, die ein günstiges, modernes NAS suchen. Es bietet solide Performance, einfache Einrichtung und einen attraktiven Preis. Synology und QNAP bleiben allerdings die Wahl für Power-User und Profis, die Virtualisierung, Container oder komplexe Automatisierungen nutzen. Wenn du also primär Daten sichern, Medien streamen oder dein Smart Home zentralisieren möchtest, bekommst du mit dem UGREEN DH2300 erstaunlich viel NAS fürs Geld. Für alles darüber hinaus lohnt sich der Griff zu den etablierten Platzhirschen – oder ein Blick auf das kommende UGREEN DXP4800 Plus, das bereits 10-GbE und Intel-Power mitbringt.
Du überlegst, welches NAS zu deinem Setup passt? Schau dir die aktuellen Modelle von UGREEN, Synology und QNAP im Detail an – und entscheide, was für deinen Anwendungsfall das beste Verhältnis aus Preis, Leistung und Zukunftssicherheit bietet.










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