Die SD-Karte ist die eigentliche „Festplatte“ des Raspberry Pi’s doch welche Karte verwende ich am besten? Wir haben Euch in der Vergangenheit einige Projekte vorgestellt, die mit dem kleinen Pi laufen. Dazu zählen z.B. die eigene NAS auf dem Raspberry (Artikel von Philipp) oder die Artikel über die Alexa- (zum Bericht) und Siri-Sprachsteuerung (zum Bericht).

Doch worauf kommt es bei einer SD-Karte für den Raspberry Pi an? Der Fokus liegt hier nicht etwas auf riesen Geschwindigkeiten wie diese etwa modernden 4K Kameras benötigen, sondern eher auf einer robusten Karte, die viele Schreibzyklen aushält. Das ist nämlich der entscheidende Faktor eine gute micro SD-Karte für den Raspberry Pi! Der Raspberry Pi2 und auch Pi3 können maximal 30 MB/s an Daten über den Bus verarbeiten, an dem die SD-Karte hängt. Daher ist eine Karte mit der Einstufung UHC-I vollkommen ausreichend. Was die Klasse im einzelnen zu bedeuten haben, habe ich Euch vor einigen Wochen in diesem Artikel hier zusammengefasst.

Ich selbst nutze eigentlich schon immer SD-Karten von SanDisk. Mit diesem Karten habe ich gute Erfahrungen gemacht und mir ist noch nie eine Karte vorzeitig abgeraucht. Ich betreibe 2 Raspberry Pi im Dauereinsatz seit 2 Jahren. Diese sind 365/24 im Einsatz. Ein Pi ist dabei für das Ambient-Light meines Fernsehers zuständig. Ein weiterer läuft für einen VPN-Server. Die verbaute Karte ist dementsprechend auch schon 2 Jahre im Dauereinsatz und hat bisher keinen Ausfall gehabt.

Für „normale“ Projekte wie z.B. die Sprachsteuerung reicht eine 8GB SD-Karte vollkommen aus. Doch das skurrile ist, das meist eine größere Karte entweder nur wenige Euro mehr kostet oder sogar günstiger ist. Das ist aktuell bei der 16GB Karte der Fall. Diese kostet sogar weniger als die 8GB Karte.

Wer seine NAS auf dem Pi auslagern will, sollte natürlich (je nach Datenmenge) zu einer größeren Karte greifen. Wie oben schon beschrieben reicht aber die SandDisk Ultra-Serie aus. Die Extreme-Serie ist wesentlich teurer und bietet keinen Geschwindigkeitsvorteil.

Doch warum kann eine größere SD-Karte zudem sinnvoll sein? Jede Speicherkarte hat eine gewisse Lebensdauer. Diese hängt von den Schreibzyklen ab, mit denen die Karte beaufschlagt wird. Karte die regelmäßig im Einsatz sind und jeden Tag komplett beschrieben und wieder gelöscht werden halten bei weitem nicht so lange, wie Karten die nur sporadisch beschrieben und wieder gelöscht werden, eigentlich logisch! Doch was passiert, wenn ein „Sektor“ einer Karte nicht mehr beschreibbar ist? Jede Karte verfügt über zusätzlichen Speicher, der für solche Zwecke genutzt werden kann. Die Karte merkt, wenn Sektoren defekt sind und lagert diese dann in ungenutzte Bereiche aus.

Ein zweiter Grund ist die Häufigkeit, mit der ein Sektor beschrieben wird. Bei kleinen Karten, die am Maximum ihres Speichers betrieben werden, ist die Karte gezwungen, immer die gleichen Speicherbereiche zu beschreiben. Dadurch werden diese stärker belastet.


Bei einer kleinen Installation auf einer großen Karte, hat die SD-Karte die Möglichkeit die Speicherbereiche häufiger zu wechseln. Dadurch werden einzelne Sektoren nicht so stark belastet und die Karte hält länger.

Das hört sich nach viel Theorie an und man kann hier wirklich eine Wissenschaft draus machen, doch wenn Ihr einfach für kleine Projekte eine gute 16 GB-Karte einsetzt, dann fahrt Ihr in der Regel sehr lange Zeit gut damit. Die Karten sind in letzter Zeit so günstig geworden, dass für die 16 GB Karte gerade mal 8€ fällig werden, das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen ;-)

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