Nachdem ich das neue Funkmodul nun ca. 5 Tage im Dauertest habe, kann ich sagen, dass die Empfangs- und Sendeleistung des neuen Moduls etwas besser ist als die des alten Modus. Wenn man das neue Modul mit einem alten Modul mit angebauter Antenne vergleicht, dann liegen beide gleich auf. Ich kann natürlich keine Messungen durchführen. Als Referenz dient immer mein optischer Sensor am Briefkasten.

Diesen konnte ich mit meiner CCU2 nur bei offener Haustür erreichen, mit dem alte Funkmodul (mit Antenne) gab es wenige Servicemeldungen, beim neuen Charly sieht es hier ähnlich aus. Daher habe ich das neue Modul mit einer externen Antenne ausgerüstet – und siehe da, der Sensor ist seit 3 Tagen ohne Servicemeldung!

Das sind natürlich keine repräsentativen Messergebnisse, sondern rein subjektive Eindrücke. Richtige Messungen sind sehr schwierig durchzuführen und jedes Haus verhält sich sowieso anders. Geräte bei Fertighäusern oder Bauten mit einem sehr hohen Anteil an Rigips werden Funksignale sehr geschwächt. Doch soviel zur Theorie. Heute will ich Euch gerne zeigen, wie Ihr das neue Funkmodul Charly mit einer externen Antenne ausstatten könnt um den Empfang zu verbessern.

Wenn Ihr Euch den Zusammenbau nicht zutraut, dann könnt Ihr das fertige Gerät bei uns im Shop erwerben. Dort haben wir bereits alle Schritte für Euch fertig gemacht und Ihr erhaltet ein Plug-and-Play Gerät, mit dem Ihr sofort loslegen könnt.

Für alle anderen gibt es hier die ausführliche Anleitung zum nachbauen!

Hier sehr Ihr alle Komponenten, die für den Aufbau erforderlich sind. Ich verwende einen Raspberry Pi3B+, eine externe Antenne, das ELV Gehäuse und das neue Funkmodul.

Zuerst muss das Modul zusammengelötet werden. Dazu sind nur 2 Lötpunkte notwendig. Der Rest ist bereits vorbereitet. Der obligatorische Aufkleber darf natürlich auch nicht auf der Platine fehlen ;-)

Nachdem das Bauteil mit zwei Lötpunkten an der Platine befestigt worden ist, kann die eigentlich Arbeit an der Antenne beginnen.

Die Stummelantenne muss zuerst entfernt werden. Dazu erhitzen wir die Lötstelle mit dem Lötkolben. Ich löte mit ca. 350°C. Der Lötpunkt wird erhitzt, bis dass Zinn (Sn) flüssig geworden ist. Mit der anderen Hand wird nun die Antenne von unten abgezogen.

Damit die neue Antenne besser befestigt werden kann, trage ich wieder etwas Zinn auf die dafür vorgesehene Stelle auf.

Nun müssen wir einen Kontaktpunkt am Gehäuse (GND) des Moduls schaffen. Damit der Schirm besser befestigt werden kann, habe ich am Gehäuse eine raue Oberfläche am Gehäuse erzeugt. So kann das Zinn besser haften und die Verbindung hält bessern.

Die raue Oberfläche erzeugt Ihr am besten mit einem Schraubendreher oder einem anderen harten Gegenstand.

Auf diese Fläche tragt Ihr nun mit dem heißen Lötkolben Lötzinn auf. Nun muss an dieser Stelle der Schirm der Antenne befestigt werden.

Das Pigtail liegt der Antenne bei und ist bereits für die Montage vorbereitet, sodass Ihr hier nicht abisolieren müsst. Das Pigtail ist ca. 10 cm lang. Dies ist optimal um auf die Rückseite des Gehäuses zu gelangen.

Hier seht Ihr nun das fertig montierte Pigtail auf der Platine, die bereits in das Charly-Gehäuse geschraubt worden ist.

Nun muss noch eine Öffnung für das Pigtail geschaffen werden. Dazu verwende ich einen 7er Bohrer für Metall. Ihr könnt auch einen Holzbohrer verwenden. Der Metallbohrer hat sich aber als besser geeignet gezeigt, da das Loch dabei nicht ausfranzt.

Die richtige Stelle für die Durchführung findet Ihr, wenn Ihr an der Rückseite des oberen Gehäuses die kleine Einkerbung für die den SD-Kartenslot anpeilt. Über dieser kleinen Kante kann das Loch ohne Probleme platziert werden. So hat das Pigtail im inneren des Gehäuses genug platz und stößt nicht an das Funkmodul. Am besten Ihr lasst von unten bis Mitte Loch 0,8 cm Platz.

Nun führen wir das Pigtail in das soeben entstandene Loch und verschrauben dies mit der beiliegenden Mutter. Der geriffelte Ring gehört an die Außenseite mit den Zacken zum Gehäuse. Mit einer kleinen Zange kann die Mutter festgezogen werden.

Es gibt verschiedene Antennen. Ich nutze in meinem Fall die starre Antenne. Es gibt aber auch eine Antenne, die gekippt und geschwenkt werden kann. Wer eine kleinere Antenne sucht, die nicht so auffällig ist, kann auch zur kleinen Antenne (ca. 2,15 dBi) greifen.

Wenn Ihr das Gerät bei Euch im Schaltschrank platzieren wollt, dann solltet Ihr eine externe Antenne verwenden, damit das Funksignal nach außen geführt wird. Hier gibt es die Antenne mit zusätzlicher Verlängerung.

Viel Spaß beim nachbauen ;-)

UPDATE 29.09.2018

Da das Pigtail nur 10 cm lang ist, habe ich einen besser Platz für die Antenne gefunden.

Ich habe das Pigtail nun direkt an die Seite neben den Netzwerkanschluss gesetzt. Die Länge reicht so vollkommen aus.

Der Massepunkt ist von rechts nach links gewandert. Durch das die angeraute Oberfläche hält die Verbindung besser und kann gleichzeitig als „Zugentlastung“ genutzt werden.

Die Bohrung muss sehr präzise sein und darf nicht zu hoch sitzen. Auch dürft Ihr das Loch nicht zu weit nach rechts setzen, da Ihr sonst mit dem Netzwerkanschluss kollidiert.

Hier seht Ihr das fertig eingebaute Pigtail. Die Mutter reicht bis knapp an die Abdeckung für den Klinge-Anschluss.

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10 Kommentare
  1. Matthias sagte:

    Hallo,

    ich plane die Antenne an einer CCU3 (HMIP AP) nachzurüsten. Irgendwelche Tipps wo ich mir den Massepunkt hole?

    Danke und Gruß
    Matt

    Antworten
  2. clear sagte:

    Hi, ich habe mir via Amazon die „868 MHz Antenne Schwenk- und Kippbar“ aus eurem Angebot gekauft.
    Musste aber leider feststellen, dass das Pigtail um die Antennen an der Stelle zu montieren, wie im Beitrag vorgeschlagen, etwas zu kurz ist. Es geht sich einfach nicht aus. Man müsste quasi seitlich am RPI-RF-MOD vorbei und dann bleibt zu wenig Länge über um ordentlich durch das Gehäuse zu kommen.
    Lösung: Längeres Pigtail oder, wie ich es machte, das hintere unbenützte Halterungsloch vom RPI-RF-MOD mit dem Seitenschneider (ja, man muss sich trauen) V-Mäßig eingeschnitten und das Loch im Gehäuse noch um ca. 1cm weiter weg von der Kartenöffnung und 5mm von der Unterkante gebohrt. Würde gerne ein Foto mitsenden aber wie?
    Gruß clear

    Antworten
  3. Andre sagte:

    Hi,
    super Erklärung.
    Wie ist das, wenn man 2 externe Antennen benötigt? Können die beide zusammen angelötet werden oder gibt es noch einen zweiten Antennenausgang?
    Ich benötige 2 Antennen, damit ich eine im EG und eine im OG platzieren kann.
    Gruss
    Andre

    Antworten
    • Matthias sagte:

      Hallo Andre,
      ich habe genau das gleiche Problem und habe ebenfalls vor, zwei antennen zu montieren. Wäre toll wenn du oder jemand anders der das schon mal erfolgreich umgesetzt hat, die Erfahrung teilen könnte.

      Beste Grüße
      Matthias

      Antworten
  4. Mathias sagte:

    Danke für die 2 Berichte!
    Ich werde mich dann am Sonntag dran setzen und versuchen, eine externe Antenne zu installieren. Vorher werde ich aber schaen, ob ich eine externe Antenne benötige.
    Ich habe ja noch ein paar von denen zu hause.
    Vielleicht habe ich dann doch die Möglichkeit, vom Stromzähler (der außerhalb der Wohnung ist) den Verbrauch abzugreifen.
    In der Wohnung selber habe ich mit dem alten Funkmodul keinerlei Servicemeldungen, außer Batterien sind leer.
    Gruß,
    Mathias

    Antworten
  5. Alex sagte:

    Hi,

    ich denke es ist auch eine Frage, was für ein Netzteil man vorher hatte. Ich hatte vorher ein gutes dran und habe mit dem neuen Funkmodul ausgehennd von den RSSI Werten praktisch keine Verbesserung.

    Viele Grüße
    Alex

    Antworten
  6. Fred sagte:

    Hi zusammen,

    ich habe das neue Funkmodul ohne externe Antenne nun seit ca. 3 Tagen im Einsatz und konnte dadurch ein notwendiges Lan-GW außer Betrieb nehmen. Also für mich ist die Funkqualität gefühlt dadurch schon um einiges besser. Alles auch nur subjektive Erfahrungen.

    Viele Grüße
    Fred

    Antworten

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