Heute habe ich wieder ein Thema aus der Praxis für Euch. Wenn Ihr bei einer Homematic wired Installation einen Bewegungsmelder einsetzen wollt, der drahtgebunden ist, dann müsst Ihr ein paar Details beachten. Nicht jeder Bewegungsmelder kann dafür verwendet werden. Natürlich könnt Ihr bei einer Homematic Installation immer auch wired und Funk mischen, doch bei einem Neubau empfiehlt es sich, auf Geräte zu setzen, die fest verkabelt werden. „Normale“ Bewegungsmelder schalte bei Auslösung direkt die Spannung zu einem Verbraucher weiter. Bei einer smarten Installation ist dies aber nicht gewünscht. Bei einer Homematic wired Installation wird der Schaltzustand vom Bewegungsmelder ausgewertet und dann über ein IO der oder die entsprechenden Verbraucher eingeschaltet.

So ist es möglich, den Bewegungsmelder auch für eine Alarmanlage zu nutzen. Die Funktion des Bewegungsmelders kann auch, je nach Zustand ausgeschaltet werden oder aber für wechselnde Funktion genutzt werden. Die zusätzlichen Möglichkeiten rechtfertigen daher den etwas erhöhten Installationsaufwand. Doch worauf muss ich bei einem Bewegungsmelder achten, der für einen Homematic wired Installation eingesetzt werden soll?

Da wir kein direktes Potential schalten wollen, benötigen wir ein Gerät, das einen potentialfreien Kontakt besitzt. Dieser Kontakt wird bei Auslösung des Bewegungsmelders geschlossen und kann von einem Homematic wired IO an einem passenden Eingang ausgewertet werden. Meist werden diese zusätzlichen Ausgänge bei den Bewegungsmeldern auch Relais (ohne Potential) oder ähnlich genannt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mühselig ist, passende Geräte zu finden. Viele Bewegungsmelder haben zwar einen zweiten Ausgang, doch auch dieser schaltet dann das 230V Potential.

Ich will Euch an dieser Stelle zwei Bewegungsmelder vorstellen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Der erste Bewegungsmelder ist von Grothe und für den Einbau in einer Unterputzdose vorgesehen. Der Melder ist sehr kompakt gebaut.

Es können verschiedene Einstellungen (Reichweite, Empfindlichkeit und Einschaltdauer) über Potis eingestellt werden. Die eigentliche Elektronik befindet sich aber nicht direkt im Melder, sondern ist in ein eigenes Steuergerät ausgelagert.

Dadurch eignet sich der Melder auch für abgehangene Decken, die nur wenig Platz zum Einbau bieten. Der Bewegungsmelder wird mit 230V versorgt und hat einen potentialfreien Kontakt, der so direkt über ein Homematic IO abgefragt werden kann.

Der zweite Bewegungsmelder ist für die Aufputzmontage vorgesehen. Hier habe ich einen Hager EE804 getestet, der ebenfalls eine 360° Abdeckung vorweist. Auch dieser Bewegungsmelder wird über 230V betrieben und hat einen potentialfreien Ausgang.

Links sind die Klemmen für die Versorgungsspannung zu sehen und rechts die beiden Klemmen des Relais, welches potentialfrei geschaltet wird, sobald der Bewegungsmelder auslöst.

Doch wie muss ein Bewegungsmelder angeschlossen werden, um diesen dann direkt über ein Homematic wired IO auslesen zu können? Im Grunde ist der Bewegungsmelder nichts anderes als ein Schalter, der betätigt wird. Daher wird der Bewegungsmelder genau so angeschlossen, wie ein Wandtaster bzw. Wandschalter. Dafür kann jeder IO-Eingang genutzt werden.

Hier zur Verdeutlichung das Anschlussschema für Taster / Schalter und Bewegungsmelder an ein Homematic Modul.

Wichtig ist an dieser Stelle noch, dass Ihr den Eingang, der für den Bewegungsmelder genutzt werden soll, richtig konfiguriert. Ein Bewegungsmelder verhält sich so, wie ein Schalter. Sobald Bewegung erkannt wird, wird das Relais angezogen und es liegt eine logische „1“ an Eingang des Homematic Moduls an. Nach Ablauf der eingestellten Zeit fällt das Relais wieder ab und das Homematic wired Modul sieht eine logische „0“.

Daher muss der Eingang des IO-Moduls so konfiguriert werden, wie ein Schalter. Diese Einstellung muss bei jedem Hoimematic wired Kanal separat vorgenommen werden. Zur Einstellung des Kanals gelangt Ihr über das Hauptmenü der CCU –> Einstellungen –> Geräte

Dort wählt Ihr dann das passende IO-Modul aus, an welches der Bewegungsmelder gehangen werden soll. Beim HMW-IO-12-Sw7-DR Modul sind das die Kanäle 1-12. Diese Kanäle können für Taster, Schalter und Bewegungsmelder genutzt werden.

Wir klicken nun auf „Einstellungen“ bei den entsprechenden Kanal. 

In dem neuen Fenster muss nun der Kanal als „Schalter“ deklariert werden. Nun wird auf einen wechselden Flanke des Signals gewartet, wie diese von einem Schalter üblich ist. Der Bewegungsmelder kann so einfach in Programme integriert und abgefragt werden. Die Zeit, die der „Schalter / Bewegungsmelder“ aktiv ist, wird bei den meisten Geräten direkt am Gehäuse eingestellt. Wenn Ihr die Zeit individuell haben wollt, könnt Ihr dasd aber über die Timing-Funktion der CCU über CUxD machen.

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3 Kommentare
  1. Florian sagte:

    Hallo!
    Super hilfreicher Artikel. Danke dafür.

    Haben Sie auch eine Empfehlung für einen 230V betriebenen Bewegungsmelder mit potentialfreien Schaltkontakt im Außenbereich?

    Gruß

    Antworten
  2. Philipp sagte:

    Hallo Sebastian,

    sind die beiden hier vorgestellten Bewegungsmleder reine Begungsmelder oder Präsenzmelder.

    Ich plane grade meine Sanierung komplett mit Homematic auszustatten und suche nach einem Präsenzmelder der mir im WC Licht ein bzw. aussschaltet. Aber das Licht anlässt wenn man sich nicht „bewegt“.

    Gruß
    Philipp

    Antworten
    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      Hallo Philip,

      Es handelt sich bei beiden Geräten um PIR Melder. Diese lösen bei Bewegung aus und bleiben für die eingestellte Zeit aktiv. Wenn Du speziell Präsenzmelder suchst, dann musst Du halt auch auf den potentilafreien Kontakt achten oder Du stellt die Zeit länger ein…

      Antworten

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