Häufig erreichen uns Nachfragen eurerseits zum Thema mediola, so dass ich euch in einer kleinen Workshop Reihe die Software AIO Creator NEO sowie die dazugehörigen Softwarepakete, wie beispielsweise den Neo Server, Plugins, den Automation Manager wie auch die Cloud-Services, etwas näher bringen möchte.

Wer bereits eine CCU3 sein Eigen nennt, wird festgestellt haben, dass im Lieferumfang ein Lizenzcode für die Software „mediola“ beigelegt war. Doch was ist mediola überhaupt und was hat es mit diesem Lizenzschlüssel auf sich?

mediola – AIO Creator NEO / AIO Remote NEO

Bei mediola handelt es sich um eine Software zur Visualisierung verschiedenster Smart-Home Produkte. Die Visualisierung kann dabei für alle handelsüblichen Geräte erstellt werden, unabhängig davon, ob es sich um ein Android- oder auch ein iOS-Gerät handelt.

Das Vorgehen zur Erstellung einer solchen Visualisierung ist dabei wie folgt:

  1. Ihr erstellt über euren PC/MAC eine absolut individuelle Fernbedienung für euer System mit der Software AIO Creator NEO. Diese Fernbedienung kann Homematic Komponenten, aber auch bspw. Produkte vom Hersteller Somfy oder Sonos enthalten. Die Fernbedienung wird am PC/MAC für eine bestimmte Bildschirmgröße, bspw. iPad oder Smartphone, optimiert eingerichtet.
  2. Nach Fertigstellung dieser Fernbedienung am PC/MAC wird diese auf einen mediola-Server übertragen. Es können sich auch verschiedenste Versionsstände eurer Fernbedienung auf dem mediola-Server befinden. Der Zugang zu diesem Server erfolgt über einen individuell zu erstellenden Account, so dass kein Fremdzugriff möglich ist. Ein „Sharen“ bzw. Veröffentlichen an andere Personen ist, im Gegensatz zu bspw. Conrad Connect, nicht möglich.
  3. Auf dem Smartphone wird die kostenlose App „AIO Remote NEO“ installiert und mit dem zuvor in 2. aufgeführten Benutzerkonto verknüpft. Über die App kann jetzt jeder Versionsstand, der auf dem Server liegt, abgerufen werden. Da es die App für unterschiedliche Betriebssysteme gibt und die Auflösung zuvor in 1. spezifisch für das Gerät vorgegeben werden kann, kann die Visualisierung prinzipiell auf allen Endgeräten unterschiedlichster Hersteller identisch aussehen.

Grundsätzlich kann jeder, unabhängig von einem Smart-Home Systems, die Software AIO Creator NEO bereits testen. Die Software steht zum freien Download auf der mediola Homepage im Bereich Download zum Abruf. Ich habe euch hier einmal dafür den Link abgelegt. Die Software kann für Mac-Systeme oder auch für Windows-Systeme heruntergeladen und installiert werden.

Nach der Installation könnt ihr bereits erste „Fernbedienungen“ bauen, allerdings ohne Zugriff auf irgendwelche Smart-Home Geräte. Stellt es euch wie eine Art „funktionslose“ Fernbedienung vor, die aber in Design und Optik bereits eurem individuellen Erwartungen entsprechen kann. Wie genau so eine Fernbedienung zusammengeklickt wird, könnt ihr in diversen mediola-Tutorials lernen. Vom Prinzip ist es ein bisschen wie „Powerpoint“. Nachfolgend habe ich euch einfach mal ein Bild des Creators dargestellt. Jedes Icon läßt sich dabei individuell mit Statis oder Aktionen verbinden.

mediola – Plugins

Damit ihr nun eure „funktionslosen“ Fernbedienung mit echten Geräten verknüpfen könnt, werden sogenannte „Plugins“ benötigt. Die Softwareschmiede mediola bietet dafür eine Unmenge an Plugins für die unterschiedlichsten Geräte an. Hier ist zum Beispiel Sonos, Somfy, Philips Hue, Yamaha, KNX … und natürlich auch Homematic zu nennen. Jedes Plugin hat dabei jedoch auch einen entsprechenden Preis, der von 15 Euro bis 300 Euro variieren kann.

Damit ihr nun mit eurer soeben erworbenen CCU3 auch direkt durchstarten könnt, liegt für das Homematic System bereits ein Lizenzschlüssel bei. Offiziell liegt dieser Lizenzschlüssel bei einem Einzelpreis von knapp 100 Euro. Ihr könnt also eure Fernbedienung bereits mit „Homematic“-Leben befüllen. Nebenbei sei erwähnt, dass dieser Lizenzcode nicht nur zur Einbindung einer Homematic IP CCU3 berechtigt, sondern generell alle Homematic Zentralen (CCU2/CCU3/RaspberryMatic) und deren Geräte in beliebiger (irgendwo wird eine Grenze sein…) Menge eingebunden werden können.

Tipp:

Sollten euch auch die anderen Plugins interessieren, beispielsweise für Webcams oder Soundsysteme, ihr aber nicht sicher sein, ob diese wirklich euren Erwartungen entsprechen, so könnt ihr den Test-Modus im AIO Creator NEO aktivieren. Hiermit werden ALLE Plugins ohne Kosten und auch ohne Zeitlimit freigeschaltet. Natürlich muss auch irgendwo der Haken dabei sein: Ihr könnt eure Fernbedienung nur virtuell auf dem PC/MAC damit testen und nicht an die Smartphones bzw. Tablets übertragen. Generell werden aber die Geräte schon richtig angesprochen, also ihr erhaltet Webcam Bilder eurer Kameras bzw. könnt eure Sonos-Geräte aus der virtuellen Umgebung ansteuern. Klickt hierfür auf „Freischaltcode“ hinzufügen und wählt im nachfolgenden Dialog den Testmodus auf EIN.

mediola – Neo Server

Was hat es nun noch mit dem „NEO Server“ auf sich, der auf jeder Homematic IP CCU3 vorinstalliert ist? Wird dieser unbedingt benötigt, muss ich ihn aktivieren? Was es genau damit auf sich hat, wissen vermutlich die wenigsten Anwender unter uns.

Der mediola Neo Server ist grundsätzlich auf jeder CCU3 vorinstalliert. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht auch auf einem RaspberryMatic-System installiert werden kann. Ebenso kann der Neo Server auch völlig unabhängig auf einem völlig anderen System laufen, wie beispielsweise einem MAC, einem Windows PC oder auch einem separaten RaspberryPi. Mediola selbst bietet ebenfalls eine Hardwareplattform an, die sogenannten AIO Gateways, auf denen der Server bereits vorinstalliert ist. Der mediola „Neo Server“ ist genau wie der AIO Creator erstmal kostenfrei, denn grundsätzlich hat er alleine zunächst keinen praktischen Nutzen für den Anwender.

Mediola hat hierfür ein sehr schönes Dokument bereitgestellt, in welchem ihr die unterschiedlichen Software-Pakete des Neo Servers findet -> hier. Ebenso ist die Installation entsprechend beschrieben.

Sofern der Neo Server installiert ist, bedeutet dieses noch nicht, dass er auch aktiviert ist. Generell benötigt ihr diesen für das reine Erstellen von Fernbedienungen mit unterschiedlichen Smart-Home Geräten/System auch nicht.

Sobald ihr allerdings zwischen den unterschiedlichen Smart-Home Plattformen „Verknüpfungen“ erstellen wollt, wie beispielsweise ein Homematic Wandtaster soll einen Somfy Rollladen ansteuern, kommt ihr um den Neo Server nicht mehr herum.

Auf dem Neo Server laufen verschiedene Instanzen, wie beispielsweise der „Automation Manager“ oder auch die „Cloud Services“, welche ebenfalls separat erworben werden müssen und im nächsten Teil näher beschrieben werden.

Automation Manager

Der Automation Manager bietet euch die Möglichkeit, unterschiedliche Systeme miteinander zu verknüpfen. Dafür stellt mediola einen „Block-Editor“ zur Verfügung.

Quelle: Mediola Homepage

Der Block-Editor kann dabei alle über die Plugins freigeschalteten Geräte enthalten und arbeitet, ähnlich wie wir es aus der Homematic Welt kennen, mit Bedingungen und Aktivitäten; Diese wurden jedoch mit „Sobald“ und „Dann“ benannt. Ihr könnt neben Geräten auch Zeitfunktionen nutzen und so beispielsweise folgende Szenarien erzeugen:

Wenn ihr abends im Zeitraum nach 18 Uhr die Haustür öffnet -> direkt Lieblingssender auf dem Sonos-Gerät abspielen und Beleuchtung einschalten.

Der Block-Editor arbeitet grundsätzlich sehr ähnlich zu den Zentralenverknüpfungen aus der CCU, nur dass unterschiedlichste Hersteller untergebracht werden können.

Der Automation Manager ist immer separat zu erwerben und hat einen Preis von ca. 150 Euro. In jedem Fall muss der kostenlose „Neo Server“ zuvor auf einem beliebigen System installiert und die entsprechenden Plugins, die ihr im Block-Editor nutzen wollt, müssen aktiviert werden.

Cloud Services

Neben dem Automation Manager laufen auch die sogenannten Cloud Services auf dem Neo Server. Hierüber werden beispielsweise folgende Dienste bereitgestellt:

  • Sprachsteuerung mit Alexa
  • Fernzugriff
  • IFTTT Einbindung
  • Conrad Connect

Generell „bringt“ dieser Dienst alle im AIO Creator NEO angelernten Geräte in eine Cloud. Damit sind Sie für andere Cloud-Systeme erreich- und auch verknüpfbar. Man kann vermuten, dass auch irgendwann der Homematic IP Access Point mit in die Liste der Cloud Services wandern wird.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen ersten Überblick  über die Bestandteile der Software „mediola“ geben. In weiteren Workshops möchte ich euch dann auch zeigen, wie ihr beispielsweise eine erste einfache Fernbedienung erstellt, den „Automation Manager“ nutzt oder die „Cloud Services“ einbindet.

Gerne könnt ihr hier direkt mit dem zweiten Teil des Workshops „Mediola – 2: Wie erstelle ich eine erste Fernbedienung?“ weiterlesen.

Gruß Michael

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5 Kommentare
  1. Avatar
    Tobias L. sagte:

    Das kann doch RedMatic genau so oder? Bin nämlich noch am überlegen RedMatic oder Mediola einzusetzen. Ein Fernbedienung zu erstellen brauch ich nicht wirklich, da ich alles über Siri steuern möchte.

    Antworten
    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Tobias,

      grundsätzlich hast du recht. Es gibt sehr viele Plattformen, die etwas ähnliches machen, wie mediola. Da wären beispielsweise RedMatic, ioBroker, openHAB oder aber auch Conrad Connect zu nennen.

      Wofür du dich letztendlich entscheidest, musst du selbst abwägen. Grundsätzlich ist mediola gerade für Anfänger eine sehr schöne Lösung.

      Wenn du wirklich keine Fernbedienung benötigst, auch nicht auf dem Smartphone, dann bist du bei mediola vermutlich falsch. Denke aber dran, dass es nicht immer nur um das Ausführen von Befehlen geht, sondern manchmal auf Werte abgefragt/angezeigt werden müssen (bspw. Temperaturen, Ströme, Leistungen, Variablen…). Das kann Siri nicht für dich erledigen.

      Gruß
      Michael

      Antworten
        • Avatar
          Michael sagte:

          Hallo,

          ja, da stimme ich natürlich zu. Da wir hier aber über eine Workshop Reihe reden, in der auch der Creator folgen wird, geht es denke ich in Ordnung :)

          Gruß Michael

          Antworten
          • Avatar
            Macschimmi sagte:

            Alles gut, nur weil viele im Forum genau den Fehler machen und sprechen immer, ich nutze Mediola – wir sagen ja auch nicht wir sind EQ-3 Nutzer !!

            Ich freue mich auf die Reihe – der Anfang ist schon gut erklärt, Danke und weiter so

            Schönes Wochenende
            Michael

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