Heute geht es dann weiter mit unserem „Projekt – RaspberryMatic und ioBroker unter PROXMOX auf einem Intel NUC“. In diesem Artikel beschreibe ich euch wie ihr RaspberryMatic auf dem bisher im Projekt erstellten Proxmox Server als VM (virtuelle Maschine installieren könnt. Jens Maus stellt die RaspberryMatic Version für x86 in zwei Versionen zur Verfügung. Zum einen als OVA-Datei und zweitens als ZIP-Datei. Die OVA-Datei benötigen wir für die erstmalige Installation von RaspberryMatic unter PROXMOX. Die ZIP-Datei wird dann später für den Upgrade auf eine neue RaspberryMatic Version benötigt. Diesen Prozess möchte ich euch in diesem Artikel beschreiben. Es startet mit dem Kopieren und Entpacken der OVA Datei auf dem Intel NUC. Anschließend werden wir die entpackte Datei importieren und somit eine neue Virtuelle Maschine erstellen. Nachdem wir im ProxMox Anpassungen an der VM vorgenommen haben, wird RaspberryMatic erstmalig gestartet.

Allgemeines

Unter PROXMOX gibt es zwei Arten eine virtuelle Maschine zu installieren. Die erste ist die Erstellung über eine ISO-Image Datei. Das werden wir später mit Debian bzw. ioBroker so durchführen. Für die VM von RaspberryMatic haben wir keine ISO-Image Datei, sondern eine OVA-Datei (Open Virtual Appliance) zur Verfügung. Diese muss bevor sie in PROXMOX importiert werden kann, erstmal auf den PROSMOX Server kopiert und dann entpackt werden.

Im nachfolgenden Link findet ihr die jeweiligen Downloads von RaspberryMatic

Ich habe für unser Projekt nicht die aktuellste Version, sondern die Version vom November mit dem Namen „RaspberryMatic-3.47.22.20191130.ova“ heruntergeladen. Grund dafür ist, dass ich euch im weiteren Verlauf des Projektes auch den Upgrade der RaspberryMatic Version in einer virtuellen Umgebung beschreiben möchte. Ihr solltest natürlich die aktuelle Version verwenden.

Kopieren der OVA Datei vom PC auf den Intel NUC

Um die OVA Datei auf unseren Intel NUC zu kopieren, verwende ich die SSH Software WINSCP, welche ihr schon im Teil 03 kennengelernt und installiert habt. Wenn ihr WINSCP installiert habt, müsst ihr euch auf der entsprechenden IP-Adresse unter „root“ und mit dem „Password“, dass ihr bei der Proxmox Installation als root-password angelegt habt, anmelden. Danach seid ihr automatisch im DEBIAN auf der NUC im root-Verzeichnis (rechte Seite im Screenshot). Auf der linken Seite stellt ihr das Verzeichnis ein, wo ihr die heruntergeladene OVA-Datei gesichert habt.

Im linken Bereich wählt ihr die gewünschte OVA Datei aus. Mit einem Rechtsklick öffnet ihr ein Menü, über das ihr die ausgewählte Datei auf den NUC hochladen könnt. Die nachfolgende Abfrage beantwortet ihr mit „OK“.

Danach startet das Hochladen der OVA Datei auf den Intel NUC ins root Verzeichnis.

Nach knapp 30 Sekunden ist die Datei hochgeladen wie ihr auf dem nachfolgenden Screenshot sehen könnt.

Entpacken der OVA Datei

Als nächsten Schritt müssen wir die OVA Datei entpacken. Da wir uns noch in WINSCO befinden, können wir diese Aufgabe auch gleich hier erledigen. Dazu klicken wir in der oberen linken Menu Ebene auf Terminal um einen solchen zu eröffnen.

Befehl: tar xvf RaspberryMatic-3.47.22.20191130.ova

Nun bitte den obigen Befehl zum Entpacken kopieren und in den eben geöffneten Terminal (Kommandozeile) kopieren und „Enter“ drücken. Bei euch hat die Datei natürlich einen anderen Namen, weil ihr die aktuelle Version verarbeitet. Danach seht ihr das die drei Dateien im nachfolgenden Screenshot entpackt worden sind.

Importieren der ovf Datei

Als nächsten Schritt müssen wir die soeben entpackte Datei „RaspberryMatic.ovf local-lvm“ importieren. Mit dem nachfolgenden Befehl „importovf“ könnt ihr die *.ovf und die dazugehörige vmdk Datei automatisch als virtuelle Maschine importieren. Da es sich bei unserem Projekt um die erste VM handelt, können wir eine beliebige ID verwenden. Ich habe mich dazu entschlossen gerade Nummern zu benutzen und mich hier für die „100“ entschieden.

Befehl: qm importovf 100 RaspberryMatic.ovf local-lvm

Wir befinden uns ja noch im Terminal und können in die Kommandozeile nun den importovf Befehl von oben kopieren und mit „ENTER“ ausführen. Nach kurzer Zeit ist der Import durchgeführt und wir können WINSCP wieder verlassen. Wenn wir jetzt in die Web-Oberfläche von Proxmox gehen, sehen wir dort schon die neue Virtuelle Maschine „RaspberryMatic“ mit der ID „100“.

Hardware Komponenten anpassen

Die wählen wir nun aus und klicken auf die Auswahl „Hardware„, um die neue virtuelle Maschine nach unseren Wünschen bzw. Bedürfnissen anzupassen.

Den Speicher lassen wir mal auf 2.00 GB und wählen den Punkt Prozessoren aus. Anschließend auf „Bearbeiten„. Es geht nun das folgende Fenster auf, wo wir aus den 2 Prozessoren auf 4 Prozessoren wechseln und das Ganze mit „OK“ bestätigen.

Im nächsten Schritt legen wir die Größe des Festplattenplatzes unserer neuen RaspberryMatic VM fest. Diese könnt ihr entsprechend eurer Hardware definieren. Ich habe mich für meine Installation für eine Größe von 32 GB entschieden. Gemessen an dem bisher auf einer Raspberry Pi verfügbarem bzw. benötigten Speicher sollte dies vollkommen ausreichend sein. Wenn nicht, kann die Größe auch später nochmal verändert werden.

Ihr befindet euch ja noch im „Hardware“ Menu und wählt diesmal bitte das angelegte „Laufwerk“ aus. Dann klickt ihr auf „Resize Disk„, um die Festplatte zu vergrößern. Abschließend das Ganze wieder mit “ Resize Disk“ beenden.

Zum Anschluss der HomeMatic Funkmodule ist die von Alex Reinert entworfene Platine HB-RF-USB-TK. Damit ist es möglich über eine USB-Schnittstelle die HomeMatic Funkmodule (alt und neu) anzuschließen und zu verwenden. Das funktioniert auch einwandfrei mit der PROXMOX Lösung. Ihr könnt die Platine HB-RF-USB-TK, sowie das ebenfalls von Alex Reinert entwickelte Gehäuse im smartkram Shop erwerben.

Um mit dem nächsten Schritt fortzufahren, müsst ihr die oben beschrieben Platine über einen USB Steckplatz des Intel NUCs anschließen!

Nun müssen wir das USB Funkmodul hinzuzufügen. Das geht wieder über das „Hardware“ Menü. Diesmal klickt ihr dort bitte auf „Hinzufügen“ und wählt „USB Gerät“ aus. Dort findet ihr dann die Platine von Alex und könnt diese auswählen und mit einem Klick auf „Hinzufügen“ diesen Schritt beenden.

Als letzten Schritt müssen wir noch eine kompatible Netzwerkkarte auswählen. Dabei ist zu beachten das ihr das Model „VirIO“ auswählt. Das geht auch diesmal wieder über das „Hardware“ Menü. Diesmal klickt ihr dort wieder auf „Hinzufügen“ und wählt „Netzwerkkarte“ aus. Dort nehmt ihr die Einstellungen entsprechend des nachfolgenden Screenshots vor und beendet die Einstellungen mit einem Klick auf „Hinzufügen„.

Kontrolle der Hardware Einstellungen

Abschließend werfen wir nun noch einmal einen Blick auf unsere Hardware Einstellungen für unsere neue Virtuelle RaspberryMatic Maschine. Die Einstellungen sollten folgendermaßen aussehen.

Jetzt gibt es vor dem Start der neuen Virtuellen Maschine nur noch einen Schritt zu erledigen. Wir müssen den sogenannten „QEMU Agent“ aktivieren. Das geht auch diesmal wieder über das „Optionen“ Menü. Diesmal klickt ihr auf „QEMU Guest Agent“ und wählt dann „Use QEMU Guest Agent“ aus. Abschließen könnt ihr das Menü mit „OK“ beenden.

Im nächsten Screenshot seht ihr, das der Agent nun „Aktiviert“ ist. Damit sind alle Einstellung zum Starten der Virtuellen Maschine durchgeführt worde und im nächsten Absatz starten wir zum erstenmal unser RaspberryMatic unter Proxmox.

Der erste Start von RaspberryMatic

Nun ist es endlich soweit und wir können RaspberryMatic auf dem Intel NUC unter Proxmox starten. Wenn wir nun auf „Rechenzentrum“ geht und „Übersicht“ auswählt, sehen wir, das wir in Proxmox einen Knoten haben, welcher „gestoppt“ ist.

Im nächsten Schritt wählen wir im Menü die RaspberryMatic aus und wählen über „Rechtsklick“ die Funktion „Start“ aus.

Das Schöne an so einer Umgebung wie Proxmox ist die Tatsache, dass wir in der Weboberfläche die Möglichkeit haben, auf die Konsole der virtuellen Maschine zu schauen, so als hätten wir einen Bildschirm hardwaremäßig am Rechner angeschlossen. Über diese Funktionen können wir dann den Bootvorgang verfolgen:

Am Ende des Bootvorgangs sehen wir auch die IP Adresse unter der wir wie gewohnt RaspberryMatic über einen Webbrowser öffnen können.

Aufruf von RaspberryMatic

Über die oben festgestellte IP-Adresse können wir nun unser VM RaspberryMatic wie von anderen Plattformen gewohnt aufrufen. Es folgen die üblichen Schritte beim ersten Start einer RaspberryMatic Installation, welche ich nachfolgend mit ein paar Screenshots dokumentieren möchte.

Nachdem ihr die bekannten obigen Schritte beim ersten Start von Homematic/RaspberryMatic abgeschlossen habt, könnt ihr über einen Webbrowser und der oben angezeigten IP-Adresse euer neues RaspberryMatic auf dem Intel NUC starten.

Im nachfolgenden Screenshot seht ihr dann euer RaspberryMatic und wie von mir beabsichtigt gibt es natürlich bereits eine neue Version. Wie ihr das RaspberryMatic in einer virtuellen Umgebung upgraden könnt, erfahrt ihr dann im nächsten Artikel.

Nun könnt ihr erst einmal in dem noch leeren RaspberryMatic ein wenig die Geschwindigkeit genießen und in Proxmox nachschauen, was ihr über die neue virtuelle Maschine abfragen könnt.

Aufräumarbeiten

Eine Kleinigkeit ist noch zu erledigen. Wir können über WINSCP die geladene OVA-Datei und die drei Dateien, welche das Ergebnis des Entpackens sind, jetzt wieder löschen. (Screenshot)

Fazit

Nun haben wir alle unser RaspberryMatic erstmalig in einer virtuellen Umgebung auf einem Intel NUC laufen. Die Geschwindigkeitsvorteile, sowie die Möglichkeiten von Proxmox habt ihr sicherlich schon ein wenig erkundet.

Im nächsten Artikel beschreibe ich euch, wie ihr RaspberryMatic in einer virtuellen Umgebung ohne Micro-SD-Card upgraden könnt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und hoffentlich bis zum nächsten Artikel.

5 Kommentare
  1. Avatar
    Dirk Hedermann sagte:

    Hallo Werner,
    erstmal vielen Dank für die Doku. Habe bereits meine komplette Raspberrymatic vom Raspberry auf NUC mit Proxmox umgestellt. Das USB-Modul hatte ich bereits, deshalb ist der NUC schon mein Produktiv-System. Alles läuft ohne Probleme.
    Das war mit Hilfe Deiner Doku problemlos möglich.

    Gruß
    Dirk

    Antworten
  2. Avatar
    Sebastian Harnau sagte:

    Hallo Werner, erstmal vielen Dank für die spannende und sehr gut beschriebene Projekt-Doku. :-)
    Da die eingesetzten NUCs nur 2 physikalisch vorhandene CPU-Cores haben (2 virtuelle kommen dank Hyperthreading hinzu), würde ich den virtuellen Raspberrymatic-Server auch bei 2 CPUs belassen und nicht auf 4 erhöhen. Das wirkt sich eher negativ auf die Performance aus, Ressourcen in den GMs zu nutzen, die nicht physikalisch vorhanden sind. Da gibt es einige Kommentare in den Proxmox-Büchern/-Foren drüber.
    Ich bin auf die weiteren Teile des Projekts gespannt… Danke & Gruß, Sebastian.

    Antworten
    • Werner
      Werner sagte:

      Hallo Sebastian,

      vielen Dank für den Hinweis.

      Ich habe das jetzt so bereits 14 Tage laufen und die CPU Auslastung im RaspberryMatic liegt im Durchschnitt bei 2-4 Prozent. Wobei HomeMatic sicherlich nicht die „CPU-Fressende“ Applikation ist. Ich werde dass in einer weiteren VM mal mit 2 CPUs installieren und dann vergleichen. Die CPUs wieder auf 2 herunter zu setzen ist bei mir fehlgeschlagen.

      Gruss
      Werner

      Antworten
      • Avatar
        Sebastian Harnau sagte:

        Hallo Werner,
        die Reduzierung der CPUs hast du mit ausgeschalteter RaspberryMatic probiert? Eigentlich sollte sich das problemlos ändern lassen…
        Die „negativen“ Auswirkungen werden sich möglicherweise auch erst merklich zeigen, wenn das drunterliegende Proxmox/Linux auch mal CPU-Zeit konsumiert und natürlich, sobald man auf die Idee kommt, neben der RaspberryMatic noch weitere virtuelle Maschinen zu betreiben (IO-Broker, Homebridge, PiHole oder ’ne Monitoring-Appliance). Dann wird die Konkurrenzsituation um die Timeslices auf der CPU haarig… ;-)
        Bei 2-4% CPU-Auslastung könnte man ja theoretisch auch mal probieren, die RaspberryMatic nur mit 1 CPU zu konfigurieren, um für andere virtuelle Maschinen Ressourcen freizubekommen.

        Ich habe dein Projekt zum Anlass genommen, auch eine RaspberryMatic virtuell auf ’nem NUC aufzusetzen, die meine CCU2 demnächst ersetzen darf. Ich habe mich allerdings für ESXi von VMware statt Proxmox entschieden, damit arbeite ich beruflich seit mehr als 10 Jahren im Enterprise-Umfeld.

        Gruß, Sebastian.

        Antworten

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