Shelly Lights Home Assistant

Es war soweit; die Sanierung einer alten Wohnung stand an, mit dem Ziel in rund einem Jahr einziehen zu können. Neben neu und modern war mein großes Ziel als Technik-Begeisterter soviel wie möglich smart zu gestalten. Da es sich hierbei um eine Sanierung handelte, waren mir erstmal keine Grenzen gesetzt, überall neue Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen waren sowieso fällig und die Wände und Decken waren alle offen. Ein Punkt war mir aber irgendwie unangenehm: die Kosten. Ich hatte bereits diverse Smarte Produkte in der Mietwohnung im Einsatz, wie z.B. Homematic IP Heizungsthermostate und mir war durchaus bewusst dass Smart Home nicht günstig ist, allerdings war der Preis für eine komplette Wohnung bei meinem Vorhaben doch relativ hoch.

Irgendwie stand das für mich erstmal nicht im Verhältnis und für die Dame des Hauses sowieso nicht…  Also machte ich mich auf die Suche nach einer günstigen Lösung, die aber irgendwie doch alles kann und mit relativ wenig Aufwand zu realisieren ist.

Dann bin ich dann auf Shelly gestoßen und nachdem ich gelesen habe, dass die Geräte offline funktionieren und sich sogar noch in mein bereits bestehendes Home Assistant System integrieren lassen, habe ich bestellt. Ziemlich genau 20 Stück sollten es für den Anfang werden.

Der Elektriker meines Vertrauens war begeistert von den kleinen Teilen und ich hatte im Vorfeld mit ihm abgeklärt, dass er zur Sicherheit tiefere Dosen verbaut, um die Shellys auch sicher und ohne Gewalt unterzubekommen. Theoretisch passen die Shellys in eine normale Unterputzdose, werden aber nicht gerne gequetscht. Nachdem das erste Shelly 1 im Büro eingebaut war, habe ich provisorisch ein WLAN mit meinem Handy erstellt und mitten auf der Baustelle mein Shelly in die App eingefügt und getestet. Auf Anhieb hat mein Shelly die Lampe in der Baufassung geschaltet, ohne Bridge und ohne großen Aufwand, genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Ebenso war der Rollladen im Büro mein erstes Versuchsobjekt mit einem Shelly 2.5, welcher genauso schnell angebunden war wie das Licht. Die Rollläden sind alle bereits mit einem Endschalter versehen und waren vom Fensterbauer eingestellt, trotzdem habe ich nochmal über das Shelly 2.5 kalibriert, um den Rollladen %-ual steuern zu können. Denn wichtig ist hier zu wissen: 100% sind 100% – also es kommt kein Licht mehr durch!

Da ich ein „Restlicht“-Typ bin, ist „geschlossen“ also auf 80% eingestellt. Außerdem wurde noch die Hinderniserkennung konfiguriert, sicher ist sicher…

Webinterface Shelly 2.5
Webinterface eines Shelly 2.5

Insgesamt sind bei uns inzwischen 20 Shellys und eine Shelly Plug Steckdose verbaut. Dadurch habe ich ein Smartes Zuhause für ca. 500€ Hardware (plus Heimserver/NAS) realisiert.

Die Geräte wollte ich aber alle „sowohl als auch“ steuern können, und habe deshalb auf herkömmliche Schalter gesetzt. Jeder Wandschalter funktioniert ganz normal, aber schaltet im Hintergrund eben ein Shelly. Somit ist es für jeden (auch U12 und Ü80) verständlich, und die Nachbarschaftshilfe muss zum Blumen gießen im Urlaub nicht erklärt bekommen, wie das Licht überhaupt angeht.

Durch den Einbau der Shellys in der Wand, ist es aber noch nicht getan. Denn irgendwie sollen die Schalter auch Smart gesteuert werden; hier kommt bei mir Home Assistant zum Einsatz.

Mit Hilfe von Home Assistant, kann ich alle meine Systeme (Homematic IP, Zigbee/Aqara, Hue und Shelly) zu einem System zusammenfassen und schalten. Auch HomeKit ist mit Home Assistant möglich, alles was dort integriert ist, lässt sich in Homekit integrieren. Alternativ wäre es auch möglich, die Shellys auf eine HomeKit Firmware zu flashen, so dass kein Umweg über Home Assistant genommen werden muss.
Für mich persönlich macht Home Assistant aber mehr Sinn, da darüber noch zahlreiche Automatismen und andere Geräte mit eingebunden werden können.

Screenshot aus HomeKit mit Integration der Shelly Geräte

Abgerundet ist das ganz durch ein Tablet an der Wand, auf dem fürs erste eine bereits fertig entwickelte GUI läuft, die sich auf dem Tablet in Home Assistant wunderbar darstellen lässt. Dadurch lassen sich nun alle Geräte über das Tablet und über Homekit steuern, und der Status aller Geräte ist auf jedem Endgerät synchron. Das Tablet soll später auch als Innenstation für die Videoklingel genutzt werden.

Samsung Galaxy Tab A7 mit Home Assistant / Dwains Dashboard

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12 Kommentare
  1. Avatar
    JoJa sagte:

    Hallo Tobias,
    ich habe auch auf Shellys, Home Assistant und komplett auf Ubiquiti Hardware gesetzt.

    Derzeit betreibe ich 65 Shellys, die überwiegend im Schaltschrank installiert sind und sich mit 3 Unifi AP verbinden. Sämtliche IoT Geräte hängen in einem eigenen VLAN. Leider habe ich trotz Unicast (seit FW 1.10.x) das Problem, dass ich immer wieder Shellys „verliere“ (Timeout fetching data).

    Daher werde ich leider von CoIoT alles wieder auf MQTT zurückrollen müssen, auch wenn es dafür keine offizielle HASS Integration gibt.

    Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Antworten
    • Tobias
      Tobias sagte:

      Hallo JoJa,
      bisher habe ich keine Probleme mehr gehabt, seit auf Unicast umgestellt wurde. 1-2 Mal hatte ich vergessen die Shellys nach dem Eintrag der Unicast IP neuzustarten und habe dann noch Fehler im Log gehabt. Da ich im Log aber sehen konnte, welche Geräte das waren, habe ich mich eben entsprechend um die gekümmert :)
      Sind es bei dir auch immer die selben Geräte oder querbeet? Ist der Port richtig gesetzt?

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  2. Avatar
    Martin sagte:

    Hi Tobias,
    Interessanter Artikel. Bin auch in einem HomematicIP/ Shelly Hybrid Setup mit Home Assistant unterwegs. Funktioniert, wie von dir ja auch schon beschrieben, nach nunmehr 2 Jahren Einsatz immer noch tadellos
    Darf ich fragen warum du bei der Visualisierung auf Dwains Dashboard gesetzt hast und nicht beim Standard Lovelance geblieben bist? Bzw. hast du dir auch alternative Dashboards angeschaut?
    Jedenfalls intersannter Artikel
    Gruß Martin

    Antworten
    • Tobias
      Tobias sagte:

      Danke :)
      Dwains Dashboard ist ein „fertiges“ Dashboard, was von der Darstellung sehr einfach aufgebaut ist, eine Startseite liefert und auf einer „Raum Logik“ basiert. Mit Lovelace habe ich mich zwar beschäftigt aber final bauen will ich das ganze erst, wenn auch wirklich alles steht und ich weiß, welche Automatismen ich im Alltag laufen habe und welche ich eventuell auch mal deaktivieren möchte etc.
      Dwains Dashboard deckt erstmal alle meine Wünsche ab und funktioniert auf dem Tablet super. Die Kleinigkeiten die mir fehlen setze ich später mit Lovelace um.
      … und irgendwie hoffe ich auch dass bis dahin Lovelace mehr „Drag&Drop“ wird :)

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      • Avatar
        Martin Wiggenhauser sagte:

        Merci für die Rückmeldung. Nun dann schaue ich mir das Dwains Dashboard doch mal genauer an :)
        Weiter so und Gruß, Martin

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  3. Avatar
    Baak sagte:

    Hast du beobachten können, ob die vielen Geräte dein WLAN langsamer machen? Vor allem wenn noch mehr Geräte irgendwann dazukommen, könnte ich mir vorstellen dass es im WLAN eng wird?

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    • Tobias
      Tobias sagte:

      Ich habe im Durchschnitt mit den Shellys ca. 35 Geräte im WLAN. Allerdings habe ich von Anfang an Ubiquiti Hardware verwendet und daher keinen Vergleich z.B. zu einer FritzBox.
      Laut anderen Nutzern die darüber so berichten, ist das Webinterface der FritzBox aber eher irgendwann das Problem, da die Ressourcen zur Verwaltung nicht mehr ausreichen. Ob das wirklich so ist bzw. auch Einfluss auf das WLAN selbst hat kann ich dir aber leider nicht beantworten. Mit meiner Ubiquiti Hardware habe ich bisher keine Probleme.

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  4. Avatar
    Anne sagte:

    Ich fände das ja auch interessant. Und Dein Elektriker war begeistert? Kann ich kaum glauben. Haben kein VDE und baut so eigentlich kein Elektriker ein und sollte es bei Dir dann mal schmoren oder brennen, hoffe einfach, dass Du eine Wohngebäudeveesicherung hat, die dir da keinen Strick dreht.

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    • Tobias
      Tobias sagte:

      Das muss ich in der Tat korrigieren, der Elektriker war begeistert von der Funktion, für das Geld. Er kannte bis dato nur die teuren Lösungen.
      Und natürlich ist es auch richtig dass keine VDE Zertifizierung existiert. Werde ich im nächsten Artikel nochmal anmerken, danke für den Hinweis.

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    • Avatar
      Andreas sagte:

      Spannender Artikel, danke! Ich habe bei uns im Haus auch mit Shelly angefangen, bis ich bedenken hatte, etwas in die Elektroinstallation einzupflanzen, was vielleicht auch kein Elektriker verbauen möchte. Ich bin da echt verunsichert, weil einerseits so viele Komponenten verkauft werden, die man in die Installation einbauen kann, aber ich mich andererseits frage: Ist das nicht einfach verboten? Muss man nicht jedes Mal einen Elektriker fragen? Oder darf man bestimmte Sachen und manches nicht? Und wenn es am Ende um die Versicherung geht: kann man sich da irgendwie absichern? In Foren liest man immer so viel und es gibt so viele Leute, die selbst etwas an der Elektrik machen. Sei es auch nur die Montage eine Lampe.

      Weißt Du dazu mehr?

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  5. Avatar
    meistermolli sagte:

    Sehr netter Beitrag.
    Soetwas lässt sich schön lesen.
    Ich bin auch ein Homematic IP Fan aber bekomme immer mehr Shellys dazu.
    Der Preisaufschlag und die Größe, die ein HmIP Aktor hätte gehen einfach garnicht!
    Das Marketing und die Entwicklung müssen da gut reinklotzen um am Ball zu bleiben.

    Zudem gibt es keinen 2 fach Schaltaktor und für messaktoren sind die Preise dann ja noch extremer.

    Gruß

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