Preis-Leistungs-Vergleich: UGREEN vs. ICY Box vs. Synology – Welches NAS lohnt sich wirklich?
Wenn man wie ich seit Jahren mit NAS-Systemen arbeitet, kommt irgendwann die Frage auf: Wie viel Leistung brauche ich wirklich – und was kostet mich das im Verhältnis zum Nutzen? Gerade in Zeiten steigender Datenmengen, 4K-Videoarchiven und automatisierten Backups spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis eine zentrale Rolle. Ich habe mir deshalb drei Hersteller genauer angesehen, die in unterschiedlichen Preisregionen operieren, aber alle mit einem ähnlichen Ziel: möglichst viel Speicherintelligenz für möglichst wenig Geld. Im heutigen Vergleich geht es um UGREEN, ICY Box und Synology – drei Ansätze, drei Preisniveaus, ein Ziel: effiziente Datenspeicherung. Dabei konzentriere ich mich auf den harten Zahlenvergleich – Anschaffung, Betrieb, und was man für sein Geld tatsächlich bekommt.
Marktüberblick und Preisspanne
NAS-Systeme decken heute ein weites Preisspektrum ab – vom einfachen 1-Bay-Barebone bis hin zum 10GbE-High-End-System. Für diesen Vergleich habe ich bewusst Modelle aus der mittleren Leistungsklasse gewählt, die preislich zwischen 100 und 600 Euro liegen.
- UGREEN NASync DH2300: 2-Bay, ARM-SoC, 4 GB RAM – ca. 190 €
- UGREEN NASync DXP2800: 2-Bay, Intel N100, 2,5 GbE – ca. 319 €
- Synology DS223: 2-Bay, Realtek RTD1619B, 2 GB RAM – ca. 290 €
- ICY Box IB-NAS902: 1-Bay, Barebone, ohne Laufwerk – ca. 100 €
Damit liegen alle Geräte in einer Preisspanne, die für Heimanwender, Freelancer oder kleine Büros interessant ist. Der entscheidende Unterschied: Während Synology mit seinem DSM-Betriebssystem und langjähriger Softwarepflege punktet, setzt UGREEN auf moderne Hardware zu aggressiven Preisen. ICY Box bleibt die minimalistische Lösung für Puristen, die volle Kontrolle über ihre Laufwerke und Software wünschen.
Hardwarekosten im Verhältnis zur Leistung
Betrachten wir die Hardwareausstattung im Verhältnis zum Preis, zeigt sich ein klares Muster: UGREEN bietet mehr Rechenleistung pro Euro, während Synology mit Software-Ökosystem und Langzeitpflege aufwartet.
| Modell | CPU | RAM | Netzwerk | Preis |
|---|---|---|---|---|
| UGREEN DH2300 | ARM-SoC | 4 GB | 1 GbE | 190 € |
| UGREEN DXP2800 | Intel N100 | 8 GB | 2,5 GbE | 319 € |
| Synology DS223 | Realtek RTD1619B | 2 GB | 1 GbE | 290 € |
| ICY Box IB-NAS902 | — (Barebone) | — | 1 GbE | 100 € |
Schon auf dem Papier wird klar: Der UGREEN DXP2800 bietet mit Intel N100 und 2,5-Gigabit-LAN für 319 € ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Synology setzt dagegen auf Stabilität und das bewährte DSM-System, das viele Zusatzfunktionen bietet, die UGREEN (noch) fehlen. ICY Box ist mit 100 € zwar extrem günstig, liefert aber nur die Hardwarehülle – hier kommen die Kosten für Festplatten und ggf. Softwarekonfiguration hinzu. Interessant ist auch der Energieaspekt: UGREEN verbraucht im Leerlauf rund 14 Watt, Synology etwas weniger. Bei 24/7-Betrieb summiert sich das: rund 25–35 € Stromkosten pro Jahr – ein Faktor, der bei Langzeitbetrieb relevant wird.
Kostenstruktur eines vollständigen NAS-Systems
Um realistische Gesamtkosten zu vergleichen, reicht es nicht, nur die Gerätepreise zu betrachten. Hinzu kommen Festplatten, Netzwerkkabel, ggf. Router oder Switches. Für einen fairen Vergleich gehe ich von einem 2-Bay-NAS mit je 4 TB Speicher aus.
| Komponente | UGREEN | Synology | ICY Box |
|---|---|---|---|
| NAS-Gehäuse | 190–319 € | 290 € | 100 € |
| 2× 4 TB HDD (WD Red) | 2×90 € = 180 € | 2×90 € = 180 € | 2×90 € = 180 € |
| Gesamtkosten | 370–499 € | 470 € | 280 € |
Die Tabelle zeigt: ICY Box liegt preislich deutlich vorne, allerdings fehlen hier Softwarekomfort und Automatisierung. UGREEN positioniert sich zwischen DIY und Premiumlösung – günstiger als Synology, aber mit deutlich mehr Power und modernerer Netzwerkschnittstelle. Wer Wert auf durchdachte Benutzerführung und App-Unterstützung legt, zahlt bei Synology den Aufpreis von etwa 100–150 €. Für fortgeschrittene Nutzer, die eigene Software (z.B. OpenMediaVault) aufspielen möchten, ist ICY Box eine flexible, aber arbeitsintensivere Lösung. UGREENs Systeme hingegen sind in unter zehn Minuten betriebsbereit, was für viele Anwender ein starkes Argument ist.
Langzeitkosten und Wartung
Neben den Anschaffungskosten spielt die Wartung eine wichtige Rolle. Updates, Stromverbrauch und Ersatzteile können über Jahre hinweg den Unterschied machen.
- Synology bietet regelmäßige DSM-Updates und Sicherheits-Patches – das spart langfristig Zeit und Risiko.
- UGREEN liefert Firmware-Updates, aber kein App-Ökosystem. Wer Zusatzfunktionen braucht, muss improvisieren.
- ICY Box ist komplett offen – keine Herstellerbindung, aber auch keine automatischen Updates. Dafür volle Flexibilität bei Softwarewahl.
Was den Stromverbrauch betrifft, liegen alle drei im Bereich von 14–22 Watt. Bei einem Dauerbetrieb (24/7) ergeben sich bei 30 Cent/kWh:
- UGREEN (14 W) ≈ 37 € / Jahr
- Synology (12 W) ≈ 32 € / Jahr
- ICY Box (18 W) ≈ 47 € / Jahr
Über fünf Jahre gerechnet macht das einen Unterschied von bis zu 75 €. Rechnet man Wartung und Updates hinzu, relativiert sich der anfängliche Preisvorteil der ICY Box, sofern man nicht ohnehin ein Linux-affiner Bastler ist.
Softwarewert und Funktionsvielfalt im Verhältnis zum Preis
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Hardware mag ähnlich kosten, aber die Software entscheidet über den tatsächlichen Mehrwert. Synology DSM ist seit Jahren das Maß der Dinge in Sachen NAS-Software: App-Store, Cloud-Sync, Fotoverwaltung, Backup-Automatisierung – alles nahtlos integriert. Dafür bezahlt man indirekt: Synology-Geräte sind im Schnitt 20–30 % teurer als vergleichbare Barebones. UGREEN OS (UGOS) ist schlanker, schneller eingerichtet und deckt die Basis ab: SMB, DLNA, FTP, Benutzerverwaltung. Aber App-Integration oder Container-Support fehlen. Für reine Datenspeicherung und einfache Medienfreigaben reicht das völlig – und spart bares Geld. ICY Box liefert nur ein rudimentäres Webinterface. Die Software ist funktional, aber spartanisch. Wer mehr will, installiert manuell ein NAS-OS seiner Wahl. Das kostet Zeit, aber keine Lizenzgebühren. Unterm Strich bekommt man bei Synology die meiste Software für sein Geld, bei UGREEN das beste Verhältnis von Hardware zu Preis, und bei ICY Box maximale Offenheit zu minimalen Kosten.
Gesamtbewertung: Preis-Leistung in Zahlen
Ich habe die drei Systeme anhand von fünf Kriterien bewertet: Anschaffungskosten, Leistung, Energieeffizienz, Softwareumfang und Wartungsaufwand. Daraus ergibt sich folgendes Verhältnis (1 = schlecht, 5 = sehr gut):
| Kriterium | UGREEN | Synology | ICY Box |
|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | 4 | 3 | 5 |
| Leistung | 5 | 3 | 2 |
| Energieeffizienz | 4 | 5 | 3 |
| Softwareumfang | 3 | 5 | 2 |
| Wartungsaufwand | 4 | 5 | 2 |
In Summe ergibt das ein klares Bild:
- UGREEN: Beste Balance aus Preis und Leistung, ideal für Power-User mit Fokus auf Performance.
- Synology: Teurer, aber dafür Software-Ökosystem und Stabilität – ideal für produktive Umgebungen.
- ICY Box: Minimalistisch und günstig, aber nur für erfahrene Anwender mit Linux-Kenntnissen.
Wer also maximale Leistung pro Euro sucht, landet bei UGREEN. Wer maximale Funktionalität pro Arbeitsstunde sucht, bei Synology. Und wer maximale Kontrolle pro Handgriff will, bei ICY Box.
Wenn man das Preis-Leistungs-Verhältnis nüchtern betrachtet, steht UGREEN aktuell sehr gut da. Der DXP2800 liefert für rund 320 € eine Performance, für die man bei Synology deutlich mehr bezahlt. Synology bleibt die erste Wahl für professionelle Setups mit hohen Anforderungen an Stabilität, App-Integration und Support. ICY Box ist die günstigste Option, aber eher ein DIY-Baukasten als ein Plug-and-Play-System. Für mich persönlich wäre das UGREEN NAS die pragmatischste Lösung für unterwegs oder als Zweit-NAS. Im Heimnetz, wo Automatisierung, Backups und Cloud-Sync eine größere Rolle spielen, bleibt Synology unschlagbar – allerdings zu einem Premiumpreis. Letztlich entscheidet der Einsatzzweck: Wer basteln will, greift zur ICY Box. Wer nutzen will, greift zu Synology. Und wer beides will – greift zu UGREEN.
Hast du selbst Erfahrungen mit einem der drei Hersteller gemacht? Schreib mir in die Kommentare, welches System für dich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet – die Diskussion ist offen!










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