Heute schreibe ich Euch einen der letzten Artikel aus der Reihe Homematic IP wired Planung. Was noch fehlt für eine vollständige Planung ist die Ermittlung der Schaltschrankgröße. Hierbei gibt es einige Faktoren, die nicht allein vom SmartHome abhängen sondern auch von Eurem EVU (Energieversorger). Daher solltet Ihr zuvor mit Eurem Elektriker sprechen, wie viel Platz der eigentliche Zähler benötigt. Meist wird hierfür ein komplettes Feld vorgesehen, sodass dieses komplett geblockt ist. Alle anderen Komponenten habt Ihr ja selber geplant, daher können wir hierfür den benötigten Platz im Schaltschrank bestimmen.

Wie ist ein Schrank aufgebaut und wie wird hier gezählt? Ein normale Schrank wird in Felder und TEs aufgeteilt. Ein Feld besteht dabei aus 12 TEs. Unter einer TE versteht man eine Teilungseinheit. Die meisten Komponenten für den Schaltschrank halten sich an dieses Maß, sodass Ihr nicht jedes einzelne Bauteil selber ausmessen müsst ;-)

Welchen Platz benötigen welche Bauteile?

GerätAnzahl TEs
4-poliger RCD4
16A Sicherung (Automat)1
Homematic IP wired DRAP4
Homematic IP wired Aktoren und Eingangsmodule4
CCU3 HS Gehäuse mit neuem Funkmodul6

Hier sehr Ihr alle gängigen Geräte, die Ihr für eine Installation benötigt. Wie oben schon beschrieben, besteht ein Feld aus 12TEs. In ein Feld passen so z.B. ein 4-poliger FI und 8 Sicherungen nebeneinander. In ein Feld passen z.B. auch 3 Homematic IP wired Komponenten nebeneinander usw..

Wie gehe ich bei der Zählung vor?

Wie Ihr in meinen vorherigen Artikel gelesen habt, macht es sehr viel Sinn, eine komplette Kabelzugliste für das Projekt zu erstellen. Aus dieser Liste gehen alle Komponenten hervor, die Ihr für Euer SmartHome benötigt. Nun addieren wir alle Homematic IP wired Komponenten auf. Die Summe teile wir dann durch 4 und erhalten die Anzahl der vollen Felder, die für diese Komponenten benötigt werden.

Hier ein Beispiel:

Bei einem kleineren Projekt habe ich folgende Komponenten:

GeräteAnzahl
HmIPW-DRAP1
HmIPW-DRS84
HmIPW-DRS42
HmIPW-DRD32
HmIPW-BL43
HmIPW-DRI322

Hieraus ergibt sich ein Mengengerüst von 1×4 + 4×4 + 2×4 + 2×4 + 3×4 +2×4 = 56 TEs, die für diese Installation benötigt werden. 56 TEs sind 5 (4,6 rechnerisch) volle Felder. Ich verwenden für die Planung eine kleine Excel-Tabelle, in der ich die Komponenten darstelle. So kann man schon vor der Installation abschätzen, wie der Schaltschrank aussieht und wie viel Reserve eingeplant werden sollte.

In der Grafik seht Ihr im oberen Bereich die Klemmleisten zur Ablage der Kabel. Diese plane ich detailliert mit Wago-CAD, dazu werde ich Euch einen weitere Artikel schreiben, damit Ihr hier eine komplette Übersicht der benötigten Material bekommt. Auf der linken Seite folgen dann die RCDs mit den entsprechenden Sicherungen. Diese nummeriere ich von Q1 bis Qn durch. Bei 4-poligen RCDs habt Ihr Platz für 8 1-polige Sicherungen, um ein komplettes Feld zu füllen. Die einzelnen Sicherungen nummeriere ich passend zum RCD Q1 –> 01F01…01F08. So könnt Ihr später sauber dokumentieren, welche Leitung / Funktion auf der entpreschenden Sicherung liegt.

Auf der rechten Seite habe ich die Homematic IP wired Komponenten aufgebaut. Hier seht Ihr im ersten Feld ein Phoenix Netzteil und daneben das HmIPW-DRAP um die Anlage mit dem Netzwerk zu verbinden. Sehr weit oben platziere ich gerne die Eingangsmodule (HmIPW-DRI32), da so die verbindung der Y(St)Y-Steuerleitungen einfacher von der Hand geht. Je weiter die Eingangsmodule nach unten gesetzt werden, je weiter müssen auch die dünnen Adern im Schrank gezogen werden. Daher immer soweit wie möglich nach oben setzen! Ihr könnt hier auch auf Stockklemmen setzen, um die Y(St)Y-Kabel zuerst auf einer Klemmleiste abzulegen, die Klemmen sind leider sehr teuer und ich plane meist die Kabel direkt auf die Module.

Im nächsten Feld folgen dann die Dimmer (HmIPW-DRD3) und die anderen Komponenten. Ich finde diese Aufteilung recht praktisch, da wir nacher ein sehr sauberes Bild haben und auch die Kabelwege möglichst kurz gehalten werden. Auf dieser Darstellung ist das Feld für den Zähler nicht abgebildet, da je nach EVU anderen TABs gelten, die Euch Euer Elektriker nennen kann.

Wenn Ihr Eurem Elektriker so eine Unterlage in Verbindung mit einer vollständigen Kabelzugliste in die Hand drückt, wird er Euer SmartHoem mit Sicherheit genau nach Eurem Wünschen aufbauen können! Solltet Ihr Hilfe bei der Planung benötigen, könnt Ihr uns (smartfabrik.de) natürlich ansprechen. Gerne beraten wir Euch hier und entwickeln mit Euch zusammen die Plane und Planungsunterlagen.

Anbei habe ich noch ein paar Bilder der Wago-Klemmleisten, auf die ich im nächsten Artikel eingehen will. Hier seht Ihr ein 3D-Modell, welches automatisch erzeugt wird. Auch die Stücklisten für Euer Projekt könnt Ihr mit dem Tool erzeugen. So wisst Ihr ganz genau, welche Komponenten benötigt werden, um auch die Ablageklemmen für die NYM-Kabel zu planen!

Hier noch ein weitere Bild von einer größeren Klemmleiste mit Brücken für Dauerstromkreise. Doch dazu alle Details im nächsten Artikel aus der Homematic wired Planungsreihe!

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