Wenn ihr im Garten mit Leitungswasser gießt, könnt mit einem Gartenwasserzähler bares Geld sparen und im Idealfall die Kosten für die Gartenbewässerung halbieren. Denn für Wasser, welches nicht in die Kanalisation geleitet wird, sondern nachweislich im Garten versickert, werden keine Abwassergebühren berechnet. Die im Garten verwendete Menge wird mittels einen Gartenwasserzähler gemessen und dann von der Rechnung abgezogen. Die Sache hat allerdings oft einen Haken.

Allgemeines

Wasserhahn aufdrehen und schon geht die Bewässerung des Gartens los. Ein Kubikmeter Wasser verursacht auch einen Kubikmeter Abwasser. Das ist die einfache Rechnung aller Gemeinden in Deutschland. Für Besitzer eines Gartens, die ihren Garten bewässern stellt das ein Problem dar. Vor allem in Hitzeperioden wie die letzten Jahre kann sogar tägliches Wässern notwendig sein, was den Verbrauch und damit die Wasserrechnung rasch in die Höhe treibt. Mein Versorger berechnet 3,19 Euro/cbm für Abwasser.

Schmutzwasser kostet ein Vielfaches des üblichen Trinkwasserpreises, welcher zwischen einem bis zwei Euro pro Kubikmeter liegt. Gartenbesitzer verbrauchen in der Regel zwischen 60 und 80 Liter Wasser pro Tag und in einem größeren Garten an heißen Tagen sind auch täglich 100 Liter Wasser durchaus normal. Das sind zehn große Gießkannen Wasser – und damit eigentlich gar nicht so viel. Große und damit durstige Rasenflächen sind noch gar nicht eingerechnet. Die schlucken mehr – allerdings auch nicht täglich. Wenn ihr weder einen Brunnen noch eine Zisterne habt, fallen die Wasserkosten dementsprechend ins Gewicht.

Umgehen lassen sich diese Mehrkosten mit einer zusätzlichen Wasseruhr für den Garten, dem sogenannten Gartenwasserzähler. Wollt ihr die Ersparnis in Anspruch nehmen, gilt es aber einige Punkte zu beachten.

Fixpunkte

  • Für Gießwasser müssen keine Abwassergebühren bezahlt werden. Voraussetzung dafür ist aber die Nutzung eines Gartenwasserzählers, mit dem man den Verbrauch im Garten nachweisen kann.
  • Ob sich bei euch ein Gartenwasserzähler lohnt, ist von mehreren Faktoren abhängig: der Gartengröße, dem Wasserverbrauch, sowie den Installationskosten.
  • In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung für Gartenwasserzähler. Daher auf jeden Fall vorher bei eurer Gemeinde oder Versorger erkundigen, welche Vorgaben existieren.
  • Der Gartenwasserzähler wird nicht durch den Versorger eingebaut. Der Eigentümer ist somit selbst für die Montage verantwortlich. Ob er einen Fachbetrieb beauftragt, bleibt ihm überlassen.
  • Nur geeichte Wasserzähler dürfen eingebaut werden.
  • Dem Antrag zur Anmeldung eines Gartenwasserzählers sind eventuell Fotos beizulegen. Bei mir waren das eine Nahaufnahme des Wasserzählers, auf der alle erforderlichen Zählerdaten zu sehen sind. Ein zweites, welches den Installationsort zeigt.
  • Der Gartenwasserzähler im Garten muss ebenfalls alle sechs Jahre ausgetauscht werden.
  • Bei der Beantragung wird eine Verwaltungsgebühr fällig. Bei jedem Wechsel des Zählers, also nach Ablauf der Eichfrist, wird ebenfalls eine Gebühr erhoben.

Wie spart ihr mit einem Gartenwasserzähler

In der Regel bezahlt man für Trinkwasser zweimal. Einmal die Gebühr des Versorgers für das verbrauchte Frischwasser und zum zweiten Mal die Abwassergebühr, für die Nutzung der Kanalisation. Die Abwassergebühren liegen so um die zwei oder knapp über drei Euro pro Kubikmeter Wasser. Das ist dann genau das Sparpotenzial, welches man durch den Einbau eines Gartenwasserzählers erzielen kann. Ein separater Gartenwasserzähler an der Zuleitung zum Außenwasserhahn ermittelt die exakte Wassermenge für die Gartenbewässerung. Wenn ihr diese eurer Gemeinde meldet, könnt ihr die jährlich anfallenden Abwassergebühren entsprechend reduzieren. Die Gebühr für das gezapfte Frischwasser wird natürlich nach wie vor fällig.

Welche Vorschriften existieren

Bevor ihr startet, solltet ihr immer erst bei der Stadt und dem zuständigen Wasserversorger nachfragen, was bei einem Gartenwasserzähler zu beachten ist, denn es gibt leider keine einheitlichen Regelungen. Grundlage für den Versorger oder Gemeinden sind immer regionale oder lokale Regelungen. Wer einen Gartenwasserzähler installieren möchte, sollte zuerst beim zuständigen Wasserversorger anfragen. Dieser informiert, ob eine Wasseruhr im Garten und deren private Installation durch einen Handwerksbetrieb oder den Heimwerker selbst erlaubt sind. Bei dieser Gelegenheit sollte man sich auch gleich erkundigen, wie Kontrolle und Wartung der Zähler gehandhabt werden.

Kauf eines Gartenwasserzählers

Gartenwasserzähler sind handelsübliche Wasserzähler mit einem 1/2- oder einem 3/4-Zoll-Gewinde und dazu passenden Gummidichtungen. Das muss natürlich zur Wasserleitung passen, sonst arbeitet der Zähler falsch. Seit November 2016 gelten neue Europäische Messgräterichtlinie. Für deutsche Wasserzähler haben sich dadurch die technischen Bezeichnungen auf den Wasserzählern geändert.

Was das genau bedeutet, könnt ihr hier nachlesen.

Wann lohnt sich ein Gartenwasserzähler

Das Sparpotenzial hängt zum einen von der Gartengröße und auch vom eigenen Wasserverbrauch ab. Aber auch von möglicherweise anfallenden Gebühren. Das Ganze ist eine Rechenaufgabe, denn auch der Wasserzähler kann zusätzlich zum Einbau noch weitere Kosten verursachen. Falls ein Anbieter etwa Grundgebühren für den Zähler verlangt oder sonstige jährliche Gebühren verlangt, verändert sich das Sparpotenzial erheblich.

Der wichtigste Faktor bei der Sache ist sicherlich der eigene Wasserverbrauch. Dabei verschätzt man sich sehr leicht und bei einem zu geringen Verbrauch kann es passieren, das man nicht spart, sondern draufzahlt. Der Wasserverbrauch hängt von der Gartengröße, der Bodenart und der Bepflanzung ab. Auch das Wetter spielt eine Rolle. In den immer häufiger auftretenden Trockenperioden braucht der Garten einfach mehr Wasser.

Ein Wasserzähler hat eine Eichperiode von sechs Jahren, danach muss er ausgetauscht werden. Laufen in dieser Zeit 100 Kubikmeter Leitungswasser in den Garten, so spart man bei einem 1.000 Quadratmeter großen Garten innerhalb der Eichperiode also 100 Kubikmeter Abwasser zu je 3,19 Euro. Das entspricht einer Summe von rund 320 Euro. Der nächste Zählerwechsel kostet 40 Euro, somit bleibt also immer noch eine Einsparung von 280 Euro. Kurz gesagt: ein Gartenwasserzähler lohnt sich.

Wasserverbrauch schätzen oder berechnen

Um den Verbrauch halbwegs realistisch einzuschätzen, könnt ihr die Zeit messen, die es braucht einen 10-Liter-Eimer mit Wasser volllaufen zu lassen. Diesen Wert könnt ihr dann mit den Bewässerungszeiten und den Sprenger Laufzeiten vergleichen und dann den Verbrauch berechnen. Wenn ihr zum Rechnen keine Lust habt, könnt ihr auch einen Wassermengenzähler (beispielsweise von Gardena) verwenden und damit den aktuellen Verbrauch berechnen.

Leitungswasser nicht immer verfügbar

In den letzten Jahren hatten wir des Öfteren lange Hitze- und Trockenperioden, welche teilweise zur Wasserknappheit führten. Teilweise war die Gartenbewässerung sogar verboten. Im Zuge des Klimawandels könnten solche extremen Wetterlagen zunehmen. Deshalb sollte jeder alles dafür tun mit weniger Wasser auszukommen. Durch bestimmte Maßnahmen kann das Wasser möglichst lange im Boden gehalten werden. Dazu gehört das Mulchen genauso wie eine gute Humusversorgung des Bodens. Tropf- und Perlschläuche bringen das Wasser genau dorthin, wo es gebraucht wird.

Fazit

Nur wer viel verbraucht, spart mit einem Gartenwasserzähler. Es gibt im Internet viele Beispielrechnungen, welche aber meist nicht repräsentativ sind, sondern eher grobe Richtwerte darstellen. In einem 1.000 Quadratmeter großen Garten kann man leicht 25 bis 30 Kubikmeter Wasser pro Jahr verbrauchen.

Nehmen wir mal als Abwasserpreis drei Euro je Kubikmeter an, kommen wir pro Jahr auf 90 Euro Abwasserkosten, welche dann von der Abwasserrechnung abgezogen werden können. Ein Gartenwasserzähler hat eine sechsjährige Eichperiode und muss dann getauscht werden. Sind in dieser Zeit 6 x 30, also 180 Kubikmeter verbraucht worden, macht das eine Ersparnis von 180 x 3 = 540 Euro. Dagegen fallen die Kosten für den Einbau von durchschnittlich 100 Euro, für die Abnahme durch den Versorger von 50 Euro und für den Zähler selbst und den Zählerwechsel von 70 Euro. Bleibt also trotzdem noch eine Ersparnis von 320 Euro. Werden monatlich auch nur fünf Euro Grundgebühren für den Zähler fällig, lohnt sich das Ganze schon nicht mehr. Ihr seht also, dass sich der Gartenwasserzähler nur dann lohnt, wenn ihr auch viel Wasser verbraucht.

2 Kommentare
  1. Avatar
    Lassitter sagte:

    Genau das würde mich auch interessieren!

    Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Wasser außen bei einer automatischen Bewässerung ja immer aufgedreht ist.
    Sollte dann mal was undicht sein, etc läuft das Wasser evtl. über Stunden (oder im Urlaub über Wochen) ohne das man es merkt!

    Da wäre eine Warnmeldung über Homematic genial!

    Falls euch da was einfällt und ihr einen Bericht darüber schreiben wollt… :-) :-) :-)

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  2. Avatar
    Sven Simon sagte:

    Hallo Werner,
    klasse Bericht, danke. Ähnliche Gedanken hab ich für unseren Garten auch gemacht. Was immer noch offen ist, ist die Wasserzählung per CCU3. Eine passende Wasseruhr gib es vermutlich bei Amazon, jedoch die digitale Zählung. Oder kann der Zähler für den Strom von HM irgendwie dafür verwendet werden. Da wäre noch ein sehr interessanter Bericht.

    Dank im Voraus.
    Gruß Sven

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