Da mich diese Frage schon sehr häufig erreicht hat und das Thema bei jeder Smart Home Planung aufkommt, will ich Euch heute zeigen, wie Ihr bei Eurem Smart Home ein elektronisches Türschloss ansteuern könnt. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, worauf muss ich achten, wenn ich mich für eine elektronische Öffnung entscheide? In diesem Artikel soll es nicht um die Mechanik der Tür gehen – sondern nur um die Vorraussetzungen, die für die integration in ein Smart Home vorhanden sein müssen.

Fensterbauen / Türbauer bietet „elektronische Haustür“ an

Eine elektrisches Schloss ist schon lange kein purer Luxus mehr – bei vielen unserer Projekte wünschen die Kunden sich eine Haustür, die über ein elektronisches Türschloss geöffnet werden kann. In verbindung mit einem Fingerprint-Sensor oder eine smarten Klingelanlage lassen sich so sehr komfortable Situationen in einem Smart Home schaffen. Doch meist ist die Schnittstelle zwischen dem Elektriker und dem Fensterbauer (Türbauer) alles andere als klar und abgesprochen. Für den Türbauer ist so ein Schloss meist Neuland. Es gibt sehr viele unterschiedliche Systeme und Hersteller, daher ist der AMrkt an dieser Stelle auch nur schwer zu durchdringen.

Was ist möglich bei einem elektronischen Türschloss – was will ich bezahlen?

Meist ist das die Frage des Budgets. Es ist alles Möglich von einer Haustür, die automatisch entriegelt und auch über einen Motor elektronisch aufgefahren wird. Bis hin zu integrierten Fingerprint-Scannern und Kontakte, die den Zustand der Tür melden können. Häufig werden in sich geschlossene System verkauft, die bereits einen Fingerprint-Sensor verbaut haben. Dann kann mit dem Finger die Haustür entriegelt werden. Der Sensor steuert dann direkt das intern verbaute Motorschloss an.

Der Fingerprint-Sensor kann für keine weiteren Aktion (z.B. schalten der Alarmanlage) genutzt werden. Meist haben diese Türen dann einen externen Kontakt, der die Tür von extern (z.B. von einer smarten Klingel) entriegelt kann. So ein System ist recht einfach in ein smart Home zu integrieren, da wir nur einen externen Kontakt haben, der dann entweder über eine DoorBird oder einen Homematic Aktor angesteuert werden kann um die Tür zu öffnen.

Soll zudem aber der Fingerprint-Sensor auch für weitere Funktionen genutzt werden – wie z.B. das aktivieren der Alarmanlage oder das öffnen des Garagetors (über einen weiteren Finger), dann muss der Sensor natürlich ebenfalls ausgewertet werden. Das macht die Sache etwas komplizierter und würde diesen Artikel sprengen – daher werde ich Euch zu diesem Thema einen separten Bericht schreiben.

Heute will ich Euch zeigen, wie Ihr bei einem „normalen“ elektronischen Türschloss vorgehen solltet und worauf bei der Bestellung zu achten ist.

Das elektronisches Türschloss einer Haustür

Hier gibt es etliche Varianten und Versionen, die ich natürlich nicht alle aufzählen kann – ich will Euch aber zeigen, dass es bei den meisten Türen immer ein gleiches Vorgehen gibt. Ich habe Euch zwei Beispiele von zwei unterschiedlichen Herstellern vorbereitet. In der ersten Grafik seht Ihr den Anschlussplan einer KFV Tür mit einem Genius Schloss. Die Details sind an dieser stelle nicht wichtig, ich will Euch nur hier den Anschlussplan zeigen, der von der Tür vorliegt. Der von mir gelb markierte Eintrag ist wichtig. Es muss eine externes Entriegelungssignal vorhanden sein.

Mit diesem Signal können wir die Tür dann durch die DoorBird Klingelanlage oder aber auch über eine Schaltgruppe des Smart Homes ansteuern. Egal, welche zusätzlichen Geräte noch verbaut sind – in diesem Fall hat der Kunde einen integrierten eKey Fingerprint-Sensor bestellt, der direkt das elektronische Türschloss ansteuern kann.

Ein weiteres Beispiel für ein elektronisches Türschloss

Hier seht Ihr ein weiteres Beispiel eines anderen Herstellers. Bei diesem Projekt wurde ein Winkhaus-System verbaut. Auch hier ist das von mir gelb markierte wichtig. Es ist wie in dem Beispiel zuvor ein potentialfreier Eingang vorhanden, der extern angesprochen werden kann. Für unseren Systemaufbau benötigen wir lediglich die Spannungsversorgung, damit das elektronische Türschloss arbeiten kann und für die Ansteuerung den externen potentailfreien Kontakt

Die beiden oben gezeigten Varianten kommen in den meisten Häusern vor. Ein elektronisches Türschloss wird dann meist in Verbindung mit einer smarten Klingelanlage genutzt, die die Haustür bei bedarf direkt öffnet. Wie Ihr z.B. eine DoorBird-Anlage mit so einem elektronischen Türschloss verbinden könnt, zeige ich Euch im nächsten Artikel.

4 Kommentare
  1. Avatar
    Harald sagte:

    finde ich ja spannend (übrigens ist das ganze Blog top!)

    Wie ist es da beim Thema Türschloss eigentlich versicherungstechnisch?
    so nach dem Motto „Dieb öffnet wie auch immer Haustür“ wie früher „da muss doch ein Schlüssel unter der Fußmatte gelegen haben“ etc.?
    Hat da schon jemand Erfahrungen?

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    • Sebastian
      Sebastian sagte:

      Bei Versicherungen gilt – wenn die Tür nur durch einen Summer freigegeben wird, dann gilt diese als nicht abgeschlossen. Bei einem Motorschloss, dass wirklich verriegelt und nicht nur die Schließe betätigt, gilt die Tür als abgeschlossen.

      Antworten

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