Mit den beiden angekündigten Kontakt-Schnittstellen HmIP-FCI1 bzw. HmIP-FCI6 kommen zwei wahre Multitalente auf den Markt. Damit wird es möglich, herkömmliche Fenster-/ Türkontakte, oder auch bestehende Taster und Schalter in eure Smart Home Installation zu integrieren. Dadurch könnt ihr dann beispielsweise Rollladen, Licht oder weitere Aktionen steuern. Für all diese Anwendungsfälle sind diese HmIP Kontakt-Schnittstellen – Unterputz konzipiert. Dank kompaktem Aufbau und langlebigem Batteriebetrieb sind diese beiden Aktoren echte Multitalente, wenn es darum geht, Taster, Schalter usw. in euer Smart Home einzubinden. Denkbar ist damit auch die Einbindung von Fremdprodukten, wenn ein entsprechender Potentialfreier-Anschluss vorhanden ist (Gefahrenmelder, Wählgeräte).

Allgemeine Informationen

Für die Umrüstung vorhandener Schalter und Taster in der Gebäudetechnik gibt es sowohl im HomeMatic als auch im Homematic IP System bereits mehrere Lösungen. Ob als flache Aufputz-Batteriesender, als UP-Batteriesender oder UP-Sender mit integriertem Netzteil. Mit diesen Geräten kann die Einbindung in vorhandene Installations Linien umgesetzt werden. Mein Ansatz in meiner Smart Home Installation ist es, die Technik unsichtbar und komfortabel unterzubringen. Mit der hier beschriebenen HmIP Kontakt-Schnittstelle kann man aber noch deutlich mehr Lösungen umsetzen. Beispielsweise in der Unterputzdose hinter einem Wandtaster, auch wenn dort nicht sehr viel Platz vorhanden ist. Manchmal ergeben sich auch Lösungen, an die man bei der Einrichtung der ursprünglichen Umsetzung noch nicht gedacht hat, oder die aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten nicht möglich waren. So zum Beispiel Alarmkontakte oder Bewegungsmelder, die bei der ursprünglichen Installation verdrahtet angeschlossen wurden, oder direkt vor Ort gemeldet haben. Diese später komplett durch einen neuen Funkaktor zu ersetzen, bedeutet neben zusätzlichen Kosten oft auch die Verschwendung der bisher genutzen verdrahteten Komponenten. Oft wurden die ursprünglichen Installationen auch aufwendig in die Hausinstallation integriert. Mit diesem neuen HmIP Aktor können solche verdrahteten Komponenten in das Smart Home System eingebunden werden. Durch diese allgemeine Beschreibung wird bereits deutlich, welche Möglichkeiten durch diese neuen Aktoren existieren. Ich werde, sobald mir der Aktor vorliegt, mehrere Einsatzmöglichkeiten testen und beschreiben.

Einsatzmöglichkeiten

Dieser kleine Aktor HmIP-FCI1 dazu lässt sich beispielsweise unauffällig in einer UP-Dose unterbringen. Schaltet man etwa mehrere Fensterkontakte wie üblich in Reihe, kann man einen Raum mit nur einem dieser Funksender abdecken. Das spart Kosten und senkt den Bedarf an Funkausstrahlungen. In Verbindung mit der Homematic IP Kontakt-Schnittstelle lassen sich so potentialfreie Taster und Schalter mit wenig Aufwand in das Homematic IP Smart Home System einbinden und (zusätzlich) flexibel mit Homematic IP Funktionen und Geräten nachrüsten. So können konventionelle Geräte beispielsweise zur Steuerung von Licht oder Rollläden eingesetzt werden, und man kann die komfortablen Funktionen dieser Steuerungen mit geringem senderseitigem Aufwand voll nutzen. Wie für alle HomeMatic IP Aktoren gilt auch hier, dass diese Aktoren nicht nur über den HomeMatic IP Access Point einzusetzen sind, sondern nach Einbindung in der jeweiligen Firmware auch in Installationen mit CCU2, CCU3, piVCCU oder RaspberryMatic.

Dank des sehr kompakten Gehäuses kann die Kontakt-Schnittstelle flexibel in quasi jeder Unterputzdose installiert werden, um dann das vorhandene Schalterdesigns zu behalten. Keine aufwendige und kostspielige Montagearbeiten erforderlich. Jedem Anwender von einer HomeMatic Smart Home Installation werde bestimmt noch weitere Anwendungsmöglichkeiten im eigenen Haus für solch eine kompakte Sendeeinheit einfallen. Ein Anschluss an die Stromversorgung ist nicht erforderlich – dank des Batteriebetriebs über die langlebige Lithium-Batterie ist ein netzunabhängiger Einsatz des Geräts von bis zu 2 Jahren möglich.

Zusammenbau des Aktors

Da der Aktor HmIP-FCI1 und später auch der HmIP-FCI6 im ersten Ansatz nur als Bausatz verfügbar sein werden, möchte ich hier kurz beschreiben, wie einfach sich der Zusammenbau gestaltet. Da die SMD-Komponenten bereits vorbestückt sind, brauchen nur noch einige wenige Bauteile selbst bestückt zu werden. Auf dem nachfolgenden Foto seht ihr den kompletten Umfang des Bausatzes.

Der komplette Lieferumfang des Bausatzes – Quelle: ELV
Die Platinenfotos der komplett bestückten Platine, darunter jeweils die zugehörigen
Bestückungspläne – Quelle: ELV
Montage des BU1 Buchsensteckers – Quelle: ELV

Auf dem obigen Foto ist die Montage des Buchsensteckers BU1 und des Batteriehalters zu sehen. Der Batteriehalter ist mit reichlich Lötzinn anzulöten, da er durch die Batterie mechanisch belastet wird.

Hier seht ihr wie der Antennendraht eingesetzt und verlötet wird. – Quelle: ELV
Hier seht ihr wie der Lichtleiter für die Geräte-LED im Oberteil des Gehäuses montiert wird. – Quelle: ELV
Die Antenne muss durch das Gehäuseoberteil eingefädelt werden, danach die Platine in das Gehäuse legen. Quelle: ELV

Für den Gehäuseeinbau wird die Platine in das Gehäuseoberteil eingelegt. Dabei ist während des Einlegens die Antenne durch das entsprechende Loch im Gehäuse nach außen zu
führen. Dann werden Gehäuseober- und -unterschale durch leichten Druck zusammengefügt und so der Gehäuseeinbau abgeschlossen. Dabei müssen die vier Verrastungen
sicher in ihren Führungen einrasten, wie auf dem folgenden Bild zu erkennen ist.

Das Zusammenfügen des Gehäuses erfolgt durch Aufsetzen des Unterteiles und Einratsen der vier Rasterpunkte. – Quelle: ELV

Die definierte Lage der Antenne wird hergestellt, indem man diese zu einem Bogen formt und in den dafür vorgesehenen Haltepins auf dem Gehäuse fixiert. Abschließend wird als nächster Schritt noch das mitgelieferte Verbindungskabel an die Buchse BU1 angeschlossen. Beides könnt ihr auf dem folgenden Foto sehen.

Montage der Antenne am Gehäuse und des Verbindungskabels. – Quelle: ELV

Abschließend macht ihr das Gerät betriebsbereit, indem ihr, wie im folgenden Bild zu sehen ist, die mitgelieferte Lithium-Batterie (CR2032) entsprechend den Polaritätsmarkierungen in dem Batteriehalter einsetzt. Der so bestückte Batteriehalter wird in das Gerät eingeschoben. Auf dem nachfolgenden Bild seht ihr einmal Gehäuse und Batteriehalter getrennt und zweitens den Batteriehalter im Gehäuse eingeschoben.

Oben: Batteriefach rausgezogen, Unten: Batteriefach eingeschoben. – Quelle: ELV

Installation

Erst unmittelbar vor dem Anschluss des Geräts sind die Gummikappen, die auf die Aderendhülsen aufgesteckt sind, abzunehmen, um dann die Anschlussleitung direkt an den verwendeten Taster, Schalter oder Kontakt anzuschließen. Die Taster, Schalter oder Kontakte, an die das Gerät angeschlossen wird, dürfen jedoch kein Potential führen und keinesfalls mit Netzspannung verbunden werden. Das Gerät ist sehr flach und kann deshalb auch in die Wanddosen von Installationsschaltern und hinter diersen ontiert werden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Leitungslänge zur Kontakt-Schnittstelle maximal 3 m betragen darf. Im nachfolgenden Bild seht ihr ein Anschlussbeispiel für einen Taster.

Anschlussbeispiel für einen Taster. Quelle: ELV

Konfiguration

Um Geräteparameter konfigurieren zu können, sind die entsprechenden Homematic IP Geräte an die Zentrale (CCU) bzw. per App anzulernen. Danach können Verknüpfungen erstellt oder Geräteparameter eingestellt werden. Die Geräteparameter des Funk-Sendemoduls (Low-Bat.-Schwelle, Kanaleinstellungen usw.) in der WebUI der CCU seht ihr im nachfolgenden Bild. Die Status-LED auf der Platine ist standardmäßig für die Sende- und Empfangsbestätigung der einzelnen Kanäle deaktiviert, sodass ein Sendevorgang nicht optisch angezeigt wird, um bei Batteriebetrieb Energie zu sparen. Über die Geräteparameter-Einstellung kann diese Anzeige aber auch bei Bedarf aktiviert werden. Auch die Low-Bat.-Erkennung kann man auf diese Weise konfigurieren.

So sieht der Aktor HmIP-FCI1 in der WebUI aus. – Quelle: ELV

Anlernen und Bedienen

Wie üblich ist dem Bausatz auch eine datailierte Beschreibung begelegt. Dort erfahrt ihr alles üner das Anlernen und die Bedienung, sowie das Verhalten bei Störungen. Hier seht ihr, dass der Eingang für Taster, Schalter und Tür-/Fensterkontakte konfigurierbar ist, die ja in verschiedenen Auswertungen auch unterschiedlich bewertet werden. Daneben sind, wie bei allen Homematic Tasterkonfigurationen auch, die Zeiten für eine Tastensperre bei Doppelklick-Versuchen, die Mindestdauer für die Erkennung eines langen Tastendrucks
sowie ein Timeout für den langen Tastendruck („Dauerdruck-Sperre“) wählbar.

Technische Daten

Bezeichnung:HmIP-FCI1
Versorgungsspannung:1x 3V CR2032
Stromaufnahme:30 mA max.
Batterielebensdauer:2 Jahre (typ.)
IP-Schutzart:IP20
Umgebungstemperaturbereich:5–35 °C
Funk-Frequenzband:868,0–868,6 MHz; 869,4–869,65 MHz
Sendeleistung:10 dBm
Empfängerkategorie:SRD-Category 2
Funkreichweite:284 m
Duty Cycle:< 1 % pro h/< 10 % pro h
Länge Anschlusskabel:200 mm
Leitungslänge:3 m max.
Abmessungen (B x H x T):41 x 12 x 35 mm
Gewicht:14,5 g

Unbedingt beachten

  • Das Gerät kann zusammen mit dem Taster und Schalter in einer Unterputzdose verbaut werden, sofern dort keine potentialführenden Leitungen liegen.
  • Die Anschlussleitungen des Tasters/Schalters/Kontakts dürfen nicht länger als drei Meter sein.
  • Es ist strikt darauf zu achten, dass die Anschlussleitungen räumlich getrennt von netzspannungsführenden Leitungen verlegt werden (z. B. in eigenen Kabelkanälen oder Installationsrohren).
  • Die Kontakt-Schnittstelle ist nur für den Anschluss potentialfreier Taster geeignet.
  • Verbinden Sie die Anschlussleitungen nicht mit 230 V-Netzspannung!

Fazit

Aus meiner Sicht sind diese beiden angekündigten Kontakt-Schnittstellen HmIP-FCI1 bzw. HmIP-FCI6 serh interesante Aktoren, mit denen sich viele Projekte umsetzen lassen. Schon der HmIP-FCI1 ist ein tolles Teil, wie ihr in diesem Artikel nachlesen könnt. Der HmIP-FCI6 bietet mit seinen 6 Anschlüssen natürlich noch viel mehr Möglichkeiten in einem nur unbedeutend größerem Gehäuse.

Sobald mir die Aktoen vorliegen, werde ich diverse Ideen umsetzen und hier im Blog beschreiben. Genauso werde ich euch informieren, wenn es neu bzw. weitere Informationen dazu gibt. Bis dahin heißt es erstmal warten bis die akteull angezeigte Lieferzeit von 4 Wochen vorbei sind.

4 Kommentare
  1. Avatar
    Thorsten sagte:

    Bei mir ist in der WebUI leider keine Möglichkeit die Geräte-LED zu aktivieren (nutze Euer Image mit piVCCU auf Raspi 3).
    Gibt es da ausser über die Homematic IP App i.v.m. Access-Point eine andere Lösung?

    Antworten
  2. Avatar
    Stefan Trachsler sagte:

    Es ist ja technisch eine schöne Lösung, nur es macht nicht wirklich Spass jedes zweite Jahr wieder die ganze „Dose“ kompliziert zu öffnen um die Batterie zu ersetzen. Besser wäre eine einfache Unterputzlösung mit Stromversorgung. Oder wie sieht Ihr dies?

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Stefan,

      vor allem die neue Schnittstelle FCI6 wird wohl deutlich länger halten, da sie mit AAA-Batterien betrieben wird. Generell könnte man natürlich auch mit einem 3V Unterputz-Netzteil oder aus der Verteilung heraus speisen und an die Batteriekontakte anlöten.

      Viele Grüße
      Michael

      Antworten
    • Avatar
      Thorsten sagte:

      Hallo,
      die Batterie (welche übrigens nicht im Lieferumfang ist) kann ganz einfach und ohne das Gehäuse zu öffnen gewechselt werden.

      Antworten

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