Wie bereits im November hier angekündigt, ist diese neue Fernbedienung HmIP-RCB1 nun auch schon als Komplett Bausatz bestellbar. Bei diesem neuen Homematic IP Aktor handelt es sich um eine weitere Fernbedienung, welche aber besondere Abweichungen zu den bereits existierenden Homematic oder Homematic IP Fernbedienungen hat. Zum einen ist das natürlich der vorhandene Montagegurt, welcher es ermöglicht, wie auf dem Foto zu sehen ist, sehr einach an der Sonnenblende im Auto montiert werden kann. Dadurch ist die Fernbedienung im Auto immer griffbereit. Eine weitere bedeutende besonderheit ist auch die große Bedientaste, im Gegensatz zu den anderen Fernbedienungen, welche mehrere Tasten zur Verfügung stellen. Diese eine große und leicht erfühlbare Taste kann auch im Dunkeln leicht und verkehrssicher gefunden und bedient werden, ohne von der Bedienung des Fahrzeugs abgelenkt zu werden. Zusätzlich zu der bereits bekannten Funktion, das die Rückmeldung optisch über eine LED stattfindet, ist bei der HmIP-RCB1 auch eine akustische Bestätigung eingebaut. Auch eine sinnvolle Option, um im Auto nicht abgelenkt zu werden, um auf die LED zu schauen.

Die neue Fernbedienung HmIP-RCB1 – Quelle: ELV

Allgemeines

Wichtiger Hinweis: Dieses Gerät ist exklusiv für den Betrieb an der Homematic Zentrale CCU2, der Smart Home Zentrale CCU3 oder den Funkmodulen für Raspberry Pi vorgesehen. Eine Integration in die Homematic IP Cloud-Lösung ist für die Zukunft geplant, derzeit ist der Betrieb über den Homematic IP Access Point nicht möglich. Bei Betrieb an einer Smart Home Zentrale CCUx oder Partnerlösung Mehrfach-Funktionalität konfigurierbar (Aktivieren der „Experten-Funktion“ durch Deaktivieren der vereinfachten Ansicht in der Nutzerverwaltung nötig).

Wenn man ein Smart Home System wie Homematic betreibt, gehört natürlich auch die Steuerung des Garagentorantriebes dazu. Das Portfolio von eQ-3 bietet dazu eine ganze Reihe hierfür verwendbarer Aktoren an, darunter auch einen speziell für die Garagentorbedienung entwickelten Garagentortaster/Schaltaktor (HmIP-WGC) sowie an spezielle Garagentorantriebe (Novoferm/Tormatic) angepasste Funkempfangs module, ebenso allgemein einsetzbare Aktoren mit potentialfreiem Schaltausgang wie z. B. die individuell einsetzbaren Schaltplatinen (z. B. HmIP-PCBS) oder den Homematic Schaltaktor mit potentialfreiem Schaltausgang HM-LC-Sw1-Pl-CT. Was bisher aber gefehlt hat, war eine Fernbedienung, welche enfach aus dem Auto heraus bedient werden kann. Natürlich gibt es auch heute bereits diverse Fernbedienungen, welche dafür genutzt werden können. Ich selbst verwende aktuell die Homematic IP Fernbedienung HmIP-KRC4 und diese funktioniert auch gut, was beispielsweise die Reichweite anbetrifft. Im Auto wäre es aber wichtig, eine Fernbedienung fixieren zu können und „blind“ zu bedienen. Genau diese Lücke wird nun mir der hier vorgestellte Fernbedienung, welche von der Ergonomie her genau für den Einsatz als (Garagen-)Torsender konzipiert ist. Diese ist dank Batteriebetrieb flexibel einsetzbar und ermöglicht durch den optional verwendbaren Montagegurt eine sehr unkomplizierte Fixierung im Auto, z. B. an der Sonnenblende. Sie stellt eine „blind erfühlbare“ Taste und bietet neben der optischen auch eine akustische Empfangsbestätigung. Damit man auch in eher unübersichtlichen Einfahrten den Empfang kontrollieren kann, ohne das Hauptaugenmerk von der Fahrzeugführung zu vernachlässigen. Der Aktor kann neben der Homematic IP Access Point auch über das WebUI einer Homematic Zentrale mit Homematic IP Aktoren direkt verknüpft werden. Alternativ ist es möglich, per Programm auf einer Homematic Zentrale auch Homematic Aktoren zum Öffnen des Garagentores anzusteuern. Zusätzlich kann auch noch das Licht der Einfahrt, die Beleuchtung im Haus, oder ein elektrisches Hoftor mitschalten. Dazu müssen diese mit ins System integriert werden. Bindet ihr diese Fernbedienung in eure Homematic Zentrale ein, so könnt ihr u. a. durch einen kurzen oder langen Tastendruck auch mehrere unterschiedliche Aktionen auslösen.

Anlernen der Fernbedienung

Wie alle Homematic IP Aktoren wird auch diese neue Fernbedienung über die entsprechende WebUI Funktion:

WebUI Anlerndialog für Homematic IP Geräte

Konfiguration

WebUI Konfigurationsdialog ermöglicht u. a. auch das Deaktivieren der Bestätigungssignale – Quelle: ELv

Bedienung

Nach dem Einlegen der Batterien führt die Fernbedienung einen kurzen Selbsttest durch und leuchtet dann einmal kurz orange und grün auf. Ist die Fernbedienung noch an keine Zentrale angelernt worden, geht sie automatisch in den Anlernmodus und sendet dann alle 10 s ein entsprechendes Telegramm, wobei die LED dann immer kurz orange aufleuchtet. Bei erfolgreichem Anlernen leuchtet die LED kurz grün auf. Erfolgt kein Anlernen, wird dieser Modus nach 3 min verlassen und die Fernbedienung wechselt bis zur nächsten Tastenbetätigung in einen stromsparenden Tiefschlaf. Ein Druck auf die im Gehäuse versenkte und mit „Button“ beschriftete Systemtaste startet die Anlernphase erneut für 3 min. Um die Fernbedienung an eine Homematic Zentrale anzulernen, ist bei dem jeweiligen Zentralenelement der entsprechende Anlernmodus zu starten. In Bild 2 ist der relevante Teilausschnitt aus dem CCU2-Dialog zu sehen. Nachdem mittels Zentrale eine Direktverknüpfung zu einem Aktor angelegt wurde, kann dieser Aktor durch einen kurzen oder langen Tastendruck auf die große Bedientaste der HmIP-RCB1 fernbedient werden. Mittels einer Homematic Zentrale sind die Direktverknüpfungen zudem umfangreich konfigurierbar. Hier lassen sich für kurzen und langen Tastendruck unterschiedliche Aktionen einstellen, z. B. auch die Toggle-Funktion, Einschalten für eine konfigurierbare Zeit oder Ausschalten. Außerdem lassen sich über Programme auf einer Zentrale auch Homematic Komponenten ansteuern. Um an der Fernbedienung einen Werksreset vorzunehmen, ist die Systemtaste während des Einlegens der Batterie und für mindestens weitere 4 s gedrückt zu halten, bis die daneben liegende LED D1 orange blinkt. Nach kurzem Loslassen des Tasters ist dieser erneut für 4 s zu betätigen, bis die LED grün leuchtet. Jetzt wird der Reset durchgeführt und die Taste kann losgelassen werden.

Technische Daten

Bezeichnung: HmIP-RCB1
Versorgungsspannung: 1x 1,5 V (Micro/AAA/LR03)
Stromaufnahme: 300 mA max.
Batterielebensdauer: 2 Jahre (typ.)
Empfängerkategorie: SRD-Category 2
Funkmodul: TRX2-TIF
Funk-Frequenzband: 868,0–868,6 MHz, 869,4–869,65 MHz
Sendeleistung: 10 dBm
Funkreichweite: Bis 270 m (Freifeld)
Duty-Cycle: < 1 % pro h/< 10 % pro h
IP-Schutzart: IP20
Verschmutzungsgrad: 2
Umgebungstemperaturbereich: -10 bis +55 °C
Abmessungen (B x H x T): 41 x 97 x 15 mm (mit Laschen), 41 x 80 x 15 mm (ohne Laschen)
Gewicht: 46 g (inkl. Batterien)

Zusammenbau

Die Bestückung der wenigen zu montierenden Bauteile erfolgt unter Zuhilfenahme der Platinenfotos, des Bestückungsplans und des Bestückungsdrucks wie im folgenden Foto zu sehen:

Platinenfotos und zugehörige Bestückungspläne der HmIP-RCB1 – Quelle: ELV
Quelle: ELV

Als Erstes wird die 8-polige Stiftleiste mit der längeren Seite auf der Platinenunterseite bestückt, wie auf dem Foto links zu sehen und von der Oberseite verlötet.

Auf dem nächsten Foto seht ihr, das dabei darauf geachtet werden muss, dass die Stiftleiste plan auf der Platine aufliegt und der neben den Lötstellen befindliche Taster sowie die LED nicht beschädigt werden.

Ihr müsst darauf achten, dass der Taster und die ebenfalls dicht neben den Stiftleisten-Lötaugen liegende Duo-LED nicht beschädigt werden. – Quelle: ELV

Jetzt folgt die Bestückung der beiden Batteriekontakte, welche gerade ausgerichtet und bündig auf der Platine aufliegen müssen. Dies erfordert etwas Geschick. Am besten legt man die Platine mit dem jeweils zu verlötenden Kontakt auf einen kleinen hitzeresistenten Gegenstand wie beispielsweise eine Münze. Der mit einer Anpressfeder versehene Kontakt wird an der mit Minus markierten Stelle der Platine montiert, während der Kontakt mit kreisförmiger Erhöhung an der mit einem Plus markierten Stelle bestückt wird. Danach wird der Sound-Transducer so von unten durch die Platine gesteckt, dass seine Plus-Markierung mit dem Punkt im Bestückungsdruck übereinstimmt.

Links: Ihr müsst die unterschiedliche Ausführung für Plus- und Minuspol beachten. – Rechts: Der Sound-Transducer ist polrichtig einzusetzen. – Quelle: ELV

Jetzt wird der Transducer von der anderen Seite mit seinen vier Pins an die Lötflächen der Platine angelötet (nächstes Bild links). Als letztes Bauteil wird das Funkmodul bestückt. Dazu ist zunächst die Antenne durch die zugehörige Platinenöffnung zu führen und das Funkmodul genau parallel zur Platine auf der Stiftleiste zu montieren und anzulöten (nächstes Bild rechts).

Links: Sound-Transducer von der Lötseite her. – Rechts: Durchführen der Antenne und verlöten. – Quelle: ELV

Die Antenne wird danach in einem leichten Bogen am Batteriekontakt vorbei zu der Auskerbung am dortigen Platinenrand geführt und dann jeweils durch die anderen Auskerbungen am Platinenrand entlang gefädelt, wie ihr es auf dem nächsten Bild links sehen könnt. Nun geht es an die Gehäusemontage. Hier ist zunächst der Lichtleiter genau wie ihr es im nächsten Bild rechts sehen könnt, zu positionieren. Da der Plus-Batteriekontakt der Platine in unmittelbarer Nähe zur LED sitzt, sollte vor dem Verkleben des Lichtleiters mit einem Tropfen Sekundenkleber unbedingt die Platine einmal zur Probe ins Gehäuse gelegt werden. Der Lichtleiter kann dann gegebenenfalls noch etwas in der Position korrigiert werden.

Links: Antenne in die Auskerbungen der Platine einlegen. – Rechts: Lichtleiter in seiner exakten Position. – Quelle: ELV

Nachdem die schwarze Tastkappe in die zugehörige Öffnung des Gehäuses gelegt wurde (nächstes Bild links), kann man die Platine nun endgültig in das Gehäuse einsetzen. Der Taster TA1 muss dabei mit der Tastkappe korrespondieren. Die Platine wird danach mit zwei Schrauben fixiert (nächsten Bild rechts).

Links: Eingelegte Tastkappe. – Rechts: Platine im Gehäuse eingelegt und mit zwei Schrauben fixiert. – Quelle: ELV

Nun klebt man noch den Batteriepolungsaufkleber so in das Gehäuse, dass er mittig zwischen den Batteriekontakten sitzt und das Pluszeichen zu dem Pluskontakt ohne die Anpressfeder zeigt (nächstes Bild links). Nachdem dann eine Batterie polrichtig ins Gerät eingelegt wurde, wird die Unterschale aufgesetzt und das Gehäuse mit zwei Schrauben sicher verschlossen (nächstes Bild rechts).

Links: Polungsmarkierung einkleben. – Rechts: Fixieren der Gehäuseunterschale. – Quelle: ELV

Soll die Fernbedienung an einer Sonnenblende montiert werden, ist nun noch das Klettband durch die Laschen des Gehäuses zu fädeln. Die noppige und flauschige Seite des Bandes muss dabei zum Gerät zeigen (nächtes Bild).

Hier könnt ihr sehen, wie das Klettband zu montieren ist. – Quelle: ELV

Fazit

Aus meiner Sicht ist diese neue Fernbedienung ein sehr interessanter Homematic IP Aktor, den man wie hier beschrieben beispielsweise sehr gut für die Bedienung eine Garagentorantriebes verwenden kann. Da beim Zusammenbau schon einige Bauteile verlötet werden müssen und dies auf engstem Raum, ist dieser Bausatz wahrscheinlich nicht s für Lötkolben Anfänger wie mich. Erfahrungsgemäß gibt es aber meist kurze Zeit später auch ein Fertiggerät zu kaufen.

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4 Kommentare
  1. Tom M. sagte:

    Dann doch lieber den Garagentaster von Homematic ip …(wann wird er endlich in den Accesspoint integrieret ,das kann doch nicht so schwer sein ? )

    Antworten
    • Tobias L sagte:

      Dem stimme ich auch zu. Das Design entspricht von Homematic und nicht die Design Sprache von Homematic IP. Hat das bei EQ-3 ein Lehrling geplant?

      Antworten
      • Phil sagte:

        Achtung; Die Fernbedienung ist tatsächlich eher für Bastler gedacht. Sie ist mindestens aktuell nicht mit dem Homematic IP Access Pint Kompatibel, sondern nur mir der CCU2/3

        Antworten

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