Wir alle kennen Alex Reinert bereits von dem sehr interessanten Projekt piVCCU2 und piVCCU3. In diesen Projekten läuft die origanl CCU2 bzw. CCU3 Firmware in einem sogenannten Container. Näheres dazu findet ihr in diesem Artikel zu piVCCU. Zusätzlich dazu hat Alex auch vor kurzen die Platine HB-RF-USB entwickelt und mir zur Verfügung gestellt hat und ich dadurch diverse Tests durchführen konnte und hier beschrieben habe.

Nun hat Alex den nächsten großen Schritt realisiert, um OCCU ohne Container auf diversen Hardware Plattformen laufen zu lassen. Das Ganze läuft unter dem Namen debmatic und ist eine sehr interessante Entwicklung, welche neue Möglichkeiten für die Smart Home Entwicklung bedeuten. In Verbindung mit dem HB-RF-USB ist es nun auch möglich OCCU auf x64 zu betreiben. Das bedeutet, dass jetzt erstmals auch inkl. Funkmodul beispielsweise auf Intel NUCs oder unter Proxmox laufen zu lassen. Alle bisherigen Ansätze in Richtung dieser Platformen scheiterten bisher ja an der Nutzung eines Funkmodules, sowie an der Qualität der Umsetzung. Alex ist Gestern mit der ersten Beta-Version fertig geworden. In diesem Artikel möchten wir euch dieses mehr als interessante Projekt von Alex vorstellen. Es handelt sich um eine richtige Portierung von CCU3 auf Debian. Nach Abstimmung mit Alex werde ich einen entsprechenden Test in den nächsten Tagen durchführen, da mir die Platine HB-RF-USB ja bereits zur Verfügung steht.

debmatic

Debmatic ist ein Projekt um eine Homematic CCU3 direkt unter Debian basierten Systemen zu betreiben und befindet sich aktuell noch im Beta Status.

Ziele von debmatic

  • Betrieb der CCU unter Debian basierten Systemen
  • Betrieb direkt ohne Nutzung einer Container Lösung
  • Unterstützung von Single Board Computern und von x64 PC Hardware
  • Unterstützung für Homematic und Homematic IP
  • Einfache Installation und Update per apt
  • Unterstützung für

Voraussetzung debmatic

  • Debian basiertes System (Debian, Ubuntu, Raspbian, Armbian)
  • Mindestens Kernel 4.14

Voraussetzung für HM-MOD-RPI-PCB und RPI-RF-MOD

  • Unterstützter Single Board Computer
    • Raspberry Pi 2B/3B/3B+ mit Raspbian Stretch
    • Asus Tinkerboard mit Armbian und Mainline kernel
    • Asus Tinkerboard S mit Armbian und Mainline kernel
    • Banana Pi M1 mit Armbian und Mainline kernel (LEDs vom RPI-RF-MOD werden hardwaremäßig nicht unterstützt)
    • Banana Pi Pro mit Armbian und Mainline kernel
    • Libre Computer AML-S905X-CC (Le Potato) mit Armbian und Mainline kernel
    • Odroid C2 mit Armbian und Mainline kernel (LEDs vom RPI-RF-MOD werden hardwaremäßig nicht unterstützt)
    • Orange Pi Zero, Zero Plus, R1 running Armbian with Mainline kernel (LEDs vom RPI-RF-MOD werden hardwaremäßig nicht unterstützt)
    • Orange Pi One, 2, Lite, Plus, Plus 2, Plus 2E, PC, PC Plus mit Armbian und Mainline kernel
      • ⚠️ WARNUNG: Manche Orange Pis haben gedrehte Pinleisten. Die richtige Position von Pin 1 muss beachtet werden!
    • NanoPC T4 mit Armbian und Dev kernel
      • ⚠️ WARNING: Die Stromversorgung muss über den NanoPC erfolgen auch wenn ein RPI-RF-MOD verwendet wird. Dieses darf dann nicht an ein Netzteil angeschlossen werden.
    • NanoPi M4 mit Armbian und Dev kernel (Experimental)
    • Rock64 mit Armbian und Dev kernel (Experimental) (LEDs vom RPI-RF-MOD werden hardwaremäßig nicht unterstützt)
  • Nutzung auf anderen Systemen (auch x64 Systeme) kann per USB mit der Platine HB-RF-USB erfolgen.

Manuelle Installation

Die zur Zeit verfügbare Beta-Version muss manuell installiert werden. Unter den nachfolgenden Links findet ihr die detailierte Beschreibung von Alex um diese manuelle Installation durchzuführen. Im Moment muss man noch eine manuelle Installation auf einem bereits fertig installierten System machen (8 Schritte, also ähnlich einfach wie bei der manuellen Installation von piVCCU).

Alex hat mir bestätigt, das sowohl fertige SD Karten Images für die SBCs, als auch ein ISO Image für die x64 Variante folgen werden. Wer nicht warten möchte, kann die oben beschriebene manuelle Installation durchführen.

Update von debmatic

Updates werden wie bereits bei piVCCU über den üblichen Debian Weg über die nachfolgenden Befehle eingespielt:

Backup von debmatic

Backups der Installation kann entweder über die WebUI und das entsprechende Menü durchgeführt werden, oder auf der Konsole mittels des folgenden Befehles:

Restore debmatic

Backups können über die WebUI mittels der entsprechenden Menüs eingespielt werden. Es kann auch ein Backup mit Addons eingespielt werden, nur werden diese dann einfach nicht übernommen. (Ähnlich wie beim Wechsel von CCU2 zu CCU3)

Geplante Erweiterungen der Beta Version

  • Integration weiterer Patches für das WebUI
  • Support für SSL bei WebUI und XmlRPC Diensten
  • Unterstützung für die (optionale) Authentifizierung von XmlRPC Requests
  • Unterstützung für Legacy Addons

Was wahrscheinlich nicht eingebaut wird

  • Firewall
    • Da gibt es einfach deutlich bessere Tools auf Debian und wer debmatic nutzt, wird vermutlich ja nicht nur Homematic drauf laufen lassen, sondern auch andere Dinge, so dass die Verwaltung der Firewall in der CCU WebUI fast schon fahrlässig wäre.
  • Aus gleichem Grund auch die aus der WebUI gepatchten Systemverwaltungseinträge wie SSH aktivieren, NTP Server konfigurieren, etc. nicht eingepflegt werden.

Gedanken von Alex zu debmatic Erweiterungen

Wunschgedanke von mir irgendwann wäre ja die WebUI und Rega komplett rauszuschmeißen und zu ersetzen. Und damit meine ich jetzt nicht das Rad neu zu erfinden, sondern die Logikschicht komplett auszulagern an Systeme, die das bereits gut können (openHab, ioBroker, FHEM, …) und maximal noch eine minimale Weboberfläche für die Konfiguration der HM Geräte und Direktverknüpfungen zu haben.

Wobei ich es eher andersrum sehe, man kann auf einer Standardinstallation von ioBroker, Openhab, FHEM, etc. zusätzlich noch debmatic installieren, damit man mit der Homematic Welt kommunizieren kann.

Im Moment gehen noch gar keine Addons, das liegt daran, dass der komplette Startup-Mechanismus umgebaut ist. Bei CUxD habe ich schon das ok von Uwe bekommen, dass ich das entsprechend angepasst als deb Paket bereitstellen kann. Allgemein schaue ich noch, ob es einen guten Weg gibt, Legacy Addons auch zu unterstützen.

Als Zielgruppe für debmatic sehe ich allerdings auch nicht die Leute, die primär auf der CCU arbeiten, sondern ich sehe da primär als Zielgruppe die Leute, welche einfach nur eine Möglichkeit brauchen, mit einer vorhandenen anderen Smarthome Lösung wie ioBroker, Openhab, etc. auch Homematic und Homematic IP anzusprechen und das ohne den Einsatz eines zusätzlichen Raspberrys. Und die brauchen halt eher keine CCU Addons.

Informationen von Alex im Homematic Forum

Migration von Original CCU

Sobald und diese Informationen vorliegen, werden wir das hier ergänzen

Migration von Raspberrymatic

Sobald und diese Informationen vorliegen, werden wir das hier ergänzen

Migration von piVCCU

Sobald und diese Informationen vorliegen, werden wir das hier ergänzen

Links zum Thema debmatic

Lizenz

Debmatic selbst (die Dateien in diesem Repository) steht unter Apache License 2.0. Die generierten .deb Pakete enthalten auch das Homematic OCCU, welches unterschiedlichste Lizenen enthält. Die verwendeten Kernel Module aus dem piVCCU Projekt stehen unter GPLv2.

Fazit

Nach piVCCU und der HB-RF-USB Platine ist Alex mit debmatic ein absoluter Clou gelungen. Wie oben bereits erwähnt werde ich debmatic inklusive der HB-RF-USV Platine manuell auf diversen Plattformen installieren und Testen. Anschließend werde ich euch hier im Blog darüber berichten.

9 Kommentare
  1. Avatar
    Uwe Rehorn sagte:

    Hallo

    Ich interessiere mich für homematic und homematic ip mit Raspberry pi 3b+ mit installiertem RPI-RF-MOD

    Grüße,
    Uwe

    Antworten
  2. Avatar
    Ingolf sagte:

    Hallo an alle,
    bezüglich Tinkerboard -S und dem HM-MOD-RPI-PCB Funkmodul unter Armbian mainline, aber für FHEM.
    Kann man das HM-MOD-RPI-PCB Funkmodul einfach am Gpio des Tinker Boards-S benutzen, wenn mann die Kernel Module und die Device Tree patches installiert (aber ohne debmatic zu installieren) und das dann unter armbian mit FHEM mit dem HMUARTLGW modul betreibt? Also
    sudo apt install pivccu-modules-dkms
    sudo apt install pivccu-devicetree-armbian

    Oder sind noch weitere Anpassungen nötig?

    Ich habe schon viel gesucht, und nur gefunden das 2 GPIO geändert werden müssen, wenn man das HM-MOD-RPI-PCB Funkmodul am TinkerBoard-S benutzen will, aber nirgendwo gefunden wie das geht. Diese Kernel module und die Device tree patches scheinen aber genau das zu machen.
    Kann jemand das bestätigen?

    Antworten
    • Avatar
      Mathias sagte:

      Hi Thomas,
      Vielleicht ist ja das, was Alex will?
      Ich finde seine Ideen großartig und wie er die umsetzt.
      Sobald eine piVCCU für den Ubuntu-Rechner kommt oder ein Adapter für IObroker würde ich den sofort erst einmal auf meinen unproduktiven System testen..

      Antworten
    • Avatar
      Alex sagte:

      Hi,

      komplett ohne OCCU wird das nicht funktionieren, da mind. bei Homematic IP komplett unklar ist, wie mit dem Funkmodul direkt kommuniziert werden kann, das Protokoll ist nicht offengelegt.
      So wie ich es verstanden habe, basiert HASS an der Stelle auch auf OCCU, nur wird sieht man das als Nutzer nicht.
      Eine Lösung um dasvergleichbar in ioBroker einzubauen hätte natürlich einen gewissen Charme, aber ich sehe da die immensen Aufwände hinterdran, weil man die gesamte Konfiguration der Geräte und Direktverknüpfungen dann auch über ioBroker abbilden muss. Dazu kommen dann die doch recht umfangreichen Änderungen, welche grade mit annähernd jeder neuen CCU Version auch in OCCU eingeführt werden. Da sehe ich den Sinn nicht, das komplett in ioBroker abzubilden. Mehr Sinn sehe ich da, wenn sich ioBroker und debmatic ergänzen: Konfiguration der Geräte und Direktverknüpfugen über debmatic und Logikschicht über ioBroker über den bereit bestehenden Homematic Adapter.
      Zu guter letzt setze ich selbst openhab ein und habe eine persönliche Abneigung gegen Javascript. Das ist aber beides rein persönlich und soll bitte nicht abwertend verstanden werden.

      Viele Grüße
      Alex

      Antworten
  3. Avatar
    Mathias sagte:

    Hi Werner,
    Du bist nicht der einzige, der die Platine vorliegen hat.
    Alex Reinert hat auch mittlerweile ein Gehäuse entwickelt, das von meinem Drucker gerade in Arbeit ist.
    Nur, ob die Debmatic das richtige ist, wird sich noch zeigen.
    Ein NUC mit einem I5 Prozessor und 8GB-RAM wird sich bei der Arbeit langweilen.
    Ist ja schon ein Tinkerboard oder Tinkerboard S für eine Raspberrymatic zu groß bemessen.
    Was natürlich sehr interessant sein wird, ist eine debianbasierende piVCCU, am besten mit den gleichen
    Vorzügen der Raspberrymatic im Container.
    Dann könnte man z.B. eine piVCCU laufen lassen und z.B. wie ich freepbx, wo dann die Telefonanlage läuft.
    Dann würde man sich auf einem Schlag 2 Geräte sparen.
    Ich möchte mich auf jeden Fall für die Arbeit von Alex bedanken, daß er so etwas großartiges auf die Beine stellt, bzw stellen will.
    Gruß,
    Mathias

    Antworten
      • Avatar
        Mathias sagte:

        Hi Alex,
        ich dachte Du wärst der „Übeltäter“ :)
        So kann man sich täuschen.
        naja egal, Deine Umsetzung ist trotzdem super, auch wenn ich Dich jetzt mit falschen Lorbeeren geschmückt habe.

        Antworten
        • Avatar
          Klaus sagte:

          Sehr interessante Lösung. DIe tage meines RaspiMatic sind wohl gezählt ;)
          Wo finde ich den die Daten für das angesprochene Gehäuse?

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