Zunächst einmal: Frohes neues Jahr!

Nach langer Zeit melde ich mich einmal wieder mit einem neuen Projekt zurück… Vorgenommen habe ich mir die Installation einer Fußboden-Infrarotheizung in einem Dachgeschossraum. Hier sollte mit wenig Aufwand und ohne Montage zusätzlicher Heizungsrohre eine angenehme Fußwärme aber auch generell Raumwärme angestrebt werden. Da der Raum nur zeitweise Wärmebedarf hat, bin ich auf die Infrarot-Fußbodenheizung aufmerksam geworden. Nachfolgend möchte ich euch in einer kleinen Serie zu diesem Thema über die ersten Schritte sowie die Umsetzung informieren.

Zunächst geht es um die Auswahl der notwendigen Heizmatten. Hier gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Anbietern und Produkten, die einen schnell überfordern können. Wie hoch ist der Heizbedarf im Raum und welcher Folientyp ist auszuwählen?

Nach einiger Überlegungen zum Wärmebedarf meines Raumes habe ich mich für eine vollflächige Verlegung mit 80 Watt/m2 Heizmatten entschieden. Bei einer Fußbodenfläche von ca. 40m2 entspricht das einer „ungefähren“ Wärmeabgabe von 3200 Watt. Diverse Bedarfsrechner, die man im Internet finden kann, sprechen bei dieser Raumgröße von einem ungefähren Wärmebedarf zwischen 2000-2500 Watt. Wer es genauer haben möchte, sollte eine exakte Heizlastberechnung über den Transmissionswärmebedarf sowie den Lüftungswärmebedarf durchführen. Informationen hierüber sollen laut meinen Recherchen im „Handbuch der Gebäudetechnik“ Bd.2 von Wolfram Pistohl zu finden sein. Ich für meinen Teil bin eher „empirisch“ an die Sache herangegangen und kann an dieser Stelle bereits mitteilen, dass die Heizleistung mehr als ausreichend ist.

In meinem Fall musste vor Verlegung der Heizmatte zunächst eine Unterlage aus Styropor, eine sogenannte Heizfilmunterlage, verlegt werden. Diese soll einerseits den zukünftigen Laminatboden lagern und dämpfen aber ebenso auch die Möglichkeit zum Anschluß der elektrischen Leitungen bieten. An den Anschlussstellen der Heizmatten müsst ihr später kleine Ausschnitte schaffen, in denen die Zuleitungen sowie Kontaktstellen entsprechend Platz finden. Die hier aufgeführten Heizfilmunterlagen gibt es in allen möglichen Varianten, wie beispielsweise in der von mir gewählten, faltbaren Version und erinnern stark an klassische Unterlagen für Laminatböden (wenn es nicht sogar die gleichen sind…).

Die Heizfolie selbst wird in Rollenform geliefert und ist mit einer Materialstärke von gerade mal 0,366mm erstaunlich stabil. Links wie auch Rechts an den Folien finden sich die Anschlüsse bzw. Kupferstreifen für „Phase“ und „Neutralleiter“, wohingegen zwischen den beiden Kupferbahnen ein definierter Widerstand zu einer Heizleistung von 80W/m2 führt. Die gesamte Heizfolie ist sehr „dick“ und vollflächig einlaminiert, so dass hier aus meiner Sicht ein ausreichender Berührungsschutz gegeben ist. Sofern notwendig, kann die Folie an vorbereiteten Stellen alle 25cm gekürzt werden.

Der gesamte, zu heizende Fußbodenbereich wird nun mit unterschiedlich breiten Heizmatten vorbereitet. Auch Trennstellen sind kein Problem, da sich die Heizmatten später wieder zusammenschließen lassen. Für mein Projekt wurden Heizmatten der Breite 100cm sowie 50cm verwendet. Die Randbereiche habe ich frei gelassen, da hier bedingt durch die Dachschrägenkonstruktion sowieso niemand stehen kann.

Nach abgeschlossener Verlegung der Unterlage sowie der Heizmatten sah mein Ergebnis zunächst wie folgt aus:

Ich habe dabei versucht, die Bahnen relativ dicht nebeneinander zu verlegen. Um diese zudem gegen Verrutschen zu sichern, habe ich die Folien an den Seiten jeweils mit einem Klebeband für diesen Einsatzzweck miteinander, aber ebenso an der Unterlage, fixiert. Es handelt sich dabei um die roten Klebestreifen.

Zur elektrischen Komponente: Alle Heizbahnen sind einzeln (L + N) angeschlossen und werden später parallel zu einem Wandthermostaten geführt. Da eine Bahn der Heizfolie im Bereich des Stützträgers (Bildmitte) getrennt und mittels zweiter Leitungen direkt wieder miteinander verbunden wurde, komme ich in Summe auf fünf parallel geführte Stränge. Somit habt ihr auch die Möglichkeit, einzelne Fussbodenbereiche unterschiedlich anzusteuern.

Achtung: Ich darf euch an dieser Stelle bereits mitteilen, dass ihr die Folien auf jeden Fall nochmals dichter aneinander legen (an den Randbereichen überlappend) solltet! Nach Montage des Bodenbelags und bei Betrieb der Heizung sind die „freien Streifen“ deutlich kälter spürbar!

Wie geht’s weiter?

Im nächsten Bericht werde ich euch zeigen, wie die Vorbereitungen abzuschließen sind. Dieses beinhaltet neben dem elektrischen Anschluß der Heizmatten, der Montage einer Wasserstopfolie, auch die Installation des dazugehörigen Wandthermostats mit Bodenfühler sowie die Integration in Homematic!

2 Kommentare
  1. Avatar
    Martin sagte:

    Hallo Michael,
    Ich bin gerade an dem identischen Projekt am werkeln und stehe kurz vor dem Kauf der Heizmatten. Da ich Angebote von diversen Bauhäusern (z. B. Bauhaus) vorliegen habe würde mich interessieren für welche Heizfolien du dich entschieden hast. Speziell die Frage ob du bzgl. Homematic lediglich einen Aktor zum „an/ausschalten“ des Stroms nutzt oder du sogar eine Art Steuerung umgesetzt hast. Danke für eine kurze Rückmeldung und danke für das teilen dieses interessanten Projektes.
    Gruß Martin.

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    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo Martin,

      wie du bereits festgestellt hast, gibt es viele Anbieter. Ich habe einfach durch die Google-Suche den folgenden Anbieter gefunden und bin zufrieden: https://infrarot-fussboden.de

      Kam alles super verpackt inkl. des notwendigen Montagematerials (bspw. selbstverschweissendes Klebeband) an. Der Anbieter hätte es aber auch sogar bereits vorverdrahtet.

      Die Ansteuerung ist bei mir eine Kombination aus Wandthermostat mit Bodenfühler (nicht HM) sowie Homematic IP Wandthermostat mit 16A-Schaltaktor. Lass dich in einem meiner folgenden Berichte überraschen :)

      Gruß
      Michael

      Antworten

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