Es liegen jetzt bereits ein paar Monate zurück, seit dem ich die in Teil 1, Teil 2 sowie Teil 3 vorgestellte Infrarot-Fußbodenheizung in Betrieb genommen habe. In diesem Bericht möchte ich euch ein paar Details zum Energieverbrauch mitteilen. Wie man sich bereits vorstellen kann, ist das Heizen mit Strom sicherlich nicht die günstigste Art. In einigen Fällen hat man jedoch wenig Alternativen, so dass selbst diese Form des Heizens in Frage kommt, denn neben den reinen Betriebskosten sind natürlich auch die Anschaffungs- wie auch Installationskosten zu berücksichtigen.

In meinem Fall stand ursprünglich zur Auswahl:

  • Installation einer wassergeführten Fußbodenheizung in Holzbalkendecke (sehr aufwändig!) inkl. aufwendig zu verlegender Verrohrung zum Heizkreisverteiler
  • Installation einer elektrischen Fußbodenheizung, die lediglich eine bereits vorhandene Stromleitung benötigt

Folgende Angebote wurden mir dazu gemacht bzw. haben sich ergeben:

Elektrisch betriebenWarmwasser betrieben
Materialca. 1000 Euro (Matten + Thermostat)– (Kein Einzelangebot erhalten)
Installationca. 4 Stunden = 300 Euro– (Kein Einzelangebot erhalten)
Gesamt1300 Euroca. 4000 Euro

Folgende Infos noch zur Kostenkalkulation… Das günstigste Angebot zur Installation innerhalb der Holzbalkendecke (weil keine Höhe verloren werden sollte) lag bei ca. 4000 Euro. Bezüglich der elektrischen Fußbodenheizung fielen Materialkosten in Höhe von 1000 Euro an. Da die Installation selbst erfolgen kann, habe ich bei benötigten 4 Arbeitsstunden mit einem Arbeitslohn von ca. 300 Euro kalkuliert.

Damit ergibt sich zunächst eine Differenz bzw. Ersparnis von ca. 2700 Euro bei Tag 0 auf dem Papier.

Angefallene Betriebskosten

Eine zuverlässige Betriebskostenkalkulation kann ich mittlerweile vom 01.01.2020 bis zum heutigen Zeitpunkt, dem 23.03.2020 geben. Über diesen Zeitraum fand eine durchgehende Diagrammerstellung über die CCU wie auch Aufnahme der umgesetzten Leistung über einen Schalt-Mess-Aktor statt. Ebenfalls wurde ein konsequentes Temperaturprofil mit folgenden Eckdaten gefahren:

  • 50 Tage
  • 40 Quadratmeter Grundfläche / Dachgeschoss
  • 8 Stunden pro Tag 21° Celsius
  • 16 Stunden pro Tag 17° Celsius
Typisches Wochendiagramm Montag – Sonntag

Hierbei sind laut dem Schalt-Mess-Aktor 484 kW/h mit Kosten in Höhe ca. 135 Euro (0,28 Euro/kWh) angefallen. Das entspricht umgerechnet:

  • 484 kW/h / 400 h = 1,21 kW pro Stunde
  • 135 Euro / 400 h = 0,33 Euro pro Stunde

Hätte ich die Installation als warmwasserbetriebene Fußbodenheizung vorgesehen, so hätte sich bei einem identischen Betrieb mit einem Gas-Preis von 0,06 Euro/kWh eine Kostenreduktion um den Faktor 0,28 / 0,06 = 4,66 ergeben. Damit reduzieren sich die Kosten auf ca. 21,5% gegenüber dem elektrischen Betrieb:

  • 135 Euro * 0,215 = ca. 30 Euro

Ich habe damit im direkten Vergleich ca. 100 Euro Mehrkosten bei 50 Tagen Betrieb gehabt.

Ein Jahr hat im Jahresdurchschnitt in etwa 190 Heiztage. Zur besseren Kalkulation gehen wir von 200 Heiztagen aus.

Im Gesamtschnitt (harte/sanfte Winter) werde ich ungefähr in diesem Szenario Mehrkosten in Höhe von 400 Euro gegenüber der gasbetriebenen, warmwassergeführten Fußbodenheizung im Jahr zu erwarten haben.

Nach Berücksichtigung der anfänglichen Einsparung von 2700 Euro ergibt sich damit nach ca. 7 Jahren eine Wende in der Kostenkalkulation.

Ich habe mir dieses noch einmal auf die nächsten Jahre berechnet:

JahreErsparnis / Kosten
1– 2300
70
10+ 1200
15+ 3200
30+ 9200

Berücksichtigt werden sollte hierbei noch, dass es sich bei einer elektrisch betriebenen Fußbodenheizung um ein praktisch wartungsfreies System handelt, welches keinerlei Wartungs- bzw. Reparaturkosten mit sich bringt. Ebenso liefert die elektrisch betriebene Fußbodenheizung sofortige Wärme. Auch der Wirkungsgrad birgt in beiden Fällen eine gewisse Unsicherheit. Bedauerlicherweise kann ich diese Faktoren nur sehr bedingt kostentechnisch erfassen, so dass ich bei meinem Worst-Case Szenario bleibe.

Was mir im Vergleich zur warmwassergeführten Fußbodenheizung besonders positiv aufgefallen ist, ist die sich schnell entwickelnde Wärme, da hier lediglich ein dünner Fußbodenbelag zu durchdringen ist. Bereits nach ca. 20 Minuten läßt sich eine spürbare Wärme wahrnehmen. Ebenso ist die Montage und Platzierung sehr flexibel. Eventuell benötigt ihr nur in gewissen Bereichen eine angenehme Fußwärme, so dass nur Teilbereiche unter dem Bodenbelag mit einer IR-Matte ausgelegt werden.

Entscheidet daher aufgrund meiner Daten und Kalkulationen selbst, ob ein Betrieb einer elektrischen Fußbodenheizung für euch in Frage kommt. Generell ist ein Betrieb in dieser Größenordnung eher selten der Fall, vielmehr sind kleinere IR-Matten in bspw. Badezimmern oder auch in Teilflächen (Fußbereich am Bett) zu finden.

Auch ich überlege, ob eventuell noch ein zusätzlicher Radiator zur Erzeugung einer Grundwärme installiert wird.

2 Kommentare
  1. Avatar
    Al CiD sagte:

    Hallo,
    sehr schöne Zusammenstellung…
    Inwieweit ließen sich die Stromkosten mit Photovoltaik reduzieren, eine Idee?
    Ich suchte hier vergeblich nach Artikel über Solarstrom, kann das sein?

    Danke

    Antworten
    • Avatar
      Michael sagte:

      Hallo,

      du hast recht, leider haben wir noch keine Artikel über Photovoltaik veröffentlicht. Natürlich wäre eine solche Anlage eine sinnvolle Ergänzung zur IR-Heizung.

      Gruß
      Michael

      Antworten

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