Logo der KNX Association

Hallo zusammen, wie bereits angekündigt, haben wir uns bei technikkram dazu entschieden das Thema KNX genauer zu beleuchten! Wir wollen Euch zeigen, wo die Vorteile liegen auf dieses System zu setzen. Wir werden Euch daher in den nächsten Tagen und Wochen einzelne Tutorials zu diesem Thema erstellen und Euch so Schritt für Schritt zeigen, wie Ihr Euch in KNX einarbeiten könnt.

Wir beginnen bei den Grundlagen der Topologie, also des Aufbaus des Systems und gehen dann anhand von Praxisbeispielen von Planung über Aufbau und Parametrierung in der Oberfläche der ETS5 – der zur Hardware benötigten Software – über. Doch in diesem Artikel erst einmal zu der Frage „Was ist KNX überhaupt?“

Warum KNX?

Doch warum solltet Ihr Euch für KNX entscheiden? Zumal eine KNX Installation je nach Funktion und Umfang nicht die günstigste Lösung ist.

Die Antwort auf diese Frage ist so vielfältig, wie das System selbst.

Zum einen geht es um die sehr hohe Verfügbarkeit von Komponenten, die Verbreitung des Standards und die Unabhängigkeit gegenüber einzelner Hersteller und ihrer SmartHome Lösungen.

Viele Hersteller, z.B. eQ-3 mit Homematic, setzen auf einen geschlossenen Standard, der nur von ihnen selbst weiterentwickelt wird. Damit werden andere Hersteller aus dem System ausgesperrt und es entsteht eine Abhängigkeit des Endkunden am besagten Hersteller. Durch das offene System der KNX Association ist es jedem möglich KNX Bauteile zu Entwickeln und Herzustellen, denn KNX entspricht als einziger Hersteller den Normen CEN 50090 und CEN 13321-1 und der internationalen Norm DIN ISO/IEC 14543-3  Informationstechnik – Architektur für Heim-Elektronik-Systeme (HES): Kommunikationsschichten.

Doch dazu später mehr.

Auch die Kosten für eine Installation müssen nicht unbedingt teurer sein als bei Homematic IP wired oder Loxone. Wenn man sich als Beispiel die Aktoren von MDT anschaut, dann wird man schnell feststellen, dass diese sehr günstig sind. Die Preise sind sehr ähnlich zu Homematic IP wired Aktoren. Man hat aber bei diesem System die Möglichkeit, aus dem vollen Schalterprogramm von Gira, Jung, Merten, Busch-Jäger usw. zu wählen. Das ist ein klarer Vorteil von KNX. Ein paar Abstriche muss man leider bei der Programmiersoftware machen. Hier ist die Einstiegshürde etwas höher, da die ETS5 Lizenz gekauft werden muss, welche Preismodelle und Möglichkeiten es hier gibt, zeige ich Euch in einem späteren Artikel. Vorerst zu der Frage was ist EIB und wieso wird es heute KNX genannt?

Ursprünge des Systems in den 1990er Jahren

Der Ursprung des heutigen KNX Standards entspringt dabei der im Jahr 1990 von fünf europäischen Herstellern gestarteten Initiierung eines Installationsbus Standards. Siemens, Gira, Jung, Merten und Berker begründeten die EIBA – die European Installation Bus Association.

Logo des European Installation Bus

Große und unabhängige Verfügbarkeit

Ein wachsendes Angebot von Herstellern und Produkten mündete schließlich 1999 in der Dachorganistation Konnex und schließlich 2006 in der KNX Association. Inzwischen gibt es mehr als 470 Hersteller von über 8000 zertifizierten Produkten wie z.B. Aktoren, Rauchwarnmeldern, Präsenzmeldern und vielen anderen intelligenten Bauteilen in über 190 Ländern. Da alle KNX und EIB zertifizierten Produkte miteinander Kompatibel sein müssen ist also auch nach Jahren noch ohne Probleme möglich Ersatzteile für die eigene Anlage zu erhalten, auch wenn z.B. der Ursprüngliche Hersteller nicht mehr auf dem Markt vertreten ist.

GATEWAYS verbinden ALLE Systeme miteinander

Weiterhin gibt einem KNX die Möglichkeit viele verschiedene Systeme über sogenannte Gateways miteinander zu verbinden und alles Zentral über eine Visualisierung zu steuern. So lassen sich z.B. Poolanlagen, Heizungen, DALI Steuerungen komplett über KNX Regeln. Auch eine Integration einer Doorbird oder eKey ist möglich. Dem ganzen sind im Neubau keine Grenzen gesetzt. Für mich persönlich der Punkt der ein Haus Intelligent und damit Smart macht. Denn nur wenn soviel Gewerke wie möglich miteinander arbeiten können ist es möglich eine kluge Automatisierung zu programmieren.

Der Knackpunkt – Perfekt für Neubauten – Eingeschränkt als Nachrüstung

Während bestehende Bus Systeme wie z.B. eine Homematic Wired oder Wired IP Installation ohne Probleme mit KNX ersetzt werden kann, ist beim ergänzen von bestehenden Altbau Installationen (hierzu zähle ich auch Installationen aus 2019 sollten keine BUS Leitungen verlegt worden sein) die Grenze des Systems. Zwar gibt es KNX RF+ (eine Funklösung auf 868 MHz Basis), diese ist jedoch im Vergleich mit anderen Systemen zu Kostenintensiv im Kosten-Nutzen Vergleich. Im Neubau oder bei vorhandener Bus Verkabelung allerdings gibt es für mich keine alternative die den Umfang und die Funktionalität einer KNX Anlage bieten kann.

Zwei kleine Anwendungsbeispiele

Coming Home

Das Haus ist im Abwesenheitsmodus. Du kommst nach Hause und öffnest mit deinem Fingerabdruck über deinen eKey Fingerabdrucksensor deine Haustüre. Das Haus erkennt allein durch die Betätigung deines Fingerabdrucks wer genau das Haus betritt und startet automatisiert mehrere Abläufe wie z.B.:

  • deaktivierung des Alarmsystems
  • Haus ist jetzt im Anwesenheitsmodus
  • einspielen von vorher festgelegter Musik
  • je nach Tageszeit verschieden geregelte Lichtszenarien (Denn das Haus weiß wie Hell es in jedem Raum ist).
  • optional: Alexa fragt dich ob du deine Tägliche Zusammenfassung hören möchtest

Ambiente in der Küche…

Schalt-/Messaktoren bemerken sobald der Herd angeschaltet wird und starten eine Lichtszene die zum gemeinsamen Kochen einlädt.

…außerdem Sicherheit und Komfort

Das Haus bemerkt sobald niemand mehr im Haus ist und schaltet alle Standby Verbraucher aus indem es Sie komplett vom Netz trennt oder prüft selbständig ob der Herd vielleicht nach dem Kochen vergessen wurde auszuschalten.

Start der Artikelserie SmartHome mit KNX

Habe ich euer Interesse geweckt? Freut euch auf eine spannende Artikelserie in der ich Intensiv auf das System eingehe und von Seiten der Installation, Systemintegration und des Endbenutzer beleuchten werden.

8 Kommentare
  1. Avatar
    Dieter sagte:

    Hallo Jan,
    welcome, bin auch schon gespannt. Ich habe bei Sanierung 2012(Ersatz der kompletten 50er-Jahre-Installation) auch überall KNX-Kabel gelegt (Verlegung mit 230V-Leitunge, flexible Topologie) und den KNX-Online-Kurs absolviert (Zugang zu vergünstigter ETS), allerdings habe ich dann aus Kostengründen und der einfachen Integration auf Homematic gesetzt. Bin großer Fan von Wired-Installationen und zwischenzeitlich HmIP-Wired. Mal sehen wo das alles so hingeht ….
    @Tommy: wird interessant, ich kenne beide Welten :-)
    Dieter

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  2. Avatar
    Tommy sagte:

    Musste es unbedingt sein Werbung für die eigene Firma zu machen? Entweder selbstlos sein Wissen mit anderen Teilen oder sein lassen. So wird es wieder zu einem „KNX ist das tollste“. Selbstverständlich hat man Vorteil durch die Vielfalt aber ich behaupte ernsthaft das es nichts mehr kann als man auch mit einer Homematic Installation umsetzen kann. Mit geht es nicht um das „wer hat die tollsten“ Schalter, sondern mit der Umsetzung von Anforderungen. All das im diesem Artikel beschrieben geht auch mit Homematic. Bin mil auch die nächsten Beiträge gespannt aber ich bin skeptisch.

    Sorry, ich mag keine Selbstbeweihräucherung und dann auch noch mit direkten Link auf den eigenen Arbeitgeber.

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    • Avatar
      Jan sagte:

      Hallo Tommy,
      vielen Dank für die offene Kritik.
      Tatsächlich erstelle ich diese Beiträge ohne Honorar.
      Ich schreibe diese Artikel in meiner Freizeit.
      Als Vater von zwei Kindern eine Herausforderung neben dem Beruf.
      Das ich mich vorstelle und sage was ich beruflich mache und wo ich es mache ist da lediglich ein Hinweis auf mich als Person. Und meiner Meinung nach absolut in Ordnung, zumal die bitte auf diesen Zusatz von Sebastian kam.

      Sicherlich lässt sich viel mit einer Homematic Installation umsetzen.

      Für viele Nutzer ist eine Homematic Installation auch ausreichend.

      Doch ich muss dir leider widersprechen was den Umfang des möglichen angeht.
      Als bestes Beispiel sei Dali erwähnt.
      In Verbindung mit einem Dali Gateway ist es mir möglich jede einzelne Leuchte anzusprechen und zu Steuern. Und das mit einer einzigen Zuleitung eines NYM 5×1,5mm2.

      Weiterhin ist die Vielfalt von Sensoren unerreicht.

      Als Beispiel nenne ich dir z.B. den
      https://www.steinel.de/de/handwerk-gewerbe/sensoren/praesenzmelder/true-presence-multisensor-knx-056353.html

      Aber keine Sorge ich werde dies noch explizit beleuchten und vergleichen.
      Prinzipiell ist es aber wie immer beim SmartHome.
      Ein Smarthome mit einer Lösung widerspricht sich selbst. Denn nur ein Haus das mit allen Gewerken kommunizieren kann, kann wirklich Smart sein.

      Viele Grüße,
      Jan

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      • Avatar
        Tommy sagte:

        Alles gut, du wolltest Feedback und den habe ich dir gegeben.

        Ich bleibe bei meiner Meinung, allein das Thema DALI. Dazu sage ich Eltako.

        Mir geht es hier nicht im denjenigen der sich das System bauen lässt sondern um so Leute wie mich – die Bastler. Klar ist hier nicht nur Homematic im Einsatz sondern auch sowas wie NodeRed und natürlich muss ich zugeben das ich das System im Griff habe. Aber alleine die Ansteuerung meiner Ladestation fürs Elektro Auto in Abhängigkeit der Solaranlage und der Temperatur und der Ständigen Abfrage des Autos selbst und die Infos das wir trotz leeren Akku gleich wieder los müssen, also eventuell mehr Ladeleistung gebraucht wird als nur aus der Solaranlage, stelle ich mir mit KNX dann doch ziemlich schwer vor – zugegeben habe ich das noch nie versucht. Ich bin mit KNX zwar in der Lage aus Vielen Sensoren und Aktoren zu wählen aber vieles ist auch tolles Marketing. Temperatur und CO2 unter der Decke Messen…. Und dann noch die Optik von dem Steinel und dann noch die Erfahrung mit der Haltbarkeit von Steinel… Das sind natürlich alles meine Subjektive Meinung und auch eigene Erfahrung sind fahrlässig, denn unsere 8 Außenleuchten von Steinel sind nach 2 Jahren Reihenweise ausgefallen – woher will ich wissen das es nicht ein dummer Serienfehler war der die gekaufte Carge betroffen hat.

        Bei mir spricht auch jedes Gewerk mit der Zentralen Steuerung und auch ich schließe meine Tür ohne Schlüssel auf und ab und wenn mein Kind in der Nacht auf seinen Umgebauten Feuerwehrtaster drückt geht im Kinderzimmer im Flur und im Bad das Licht gedimmt an inkl. Leise Kinder Musik aus den Sonos Boxen. Gehe ich ins Bett oder aus dem Haus weiß das mein Haus und reagiert entsprechend auch und das Wasser wird abgedreht und alle Unwichtigen Stromkreise abgeschaltet wenn ich in den Urlaub fahre. Entweder sage ich meinem Haus das (bin im Urlaub) über eines der drei installierten Tabletts oder wenn ich es vergessen habe merkt es das wenn 24 Stunden nach dem Verlassen keiner Aufgeschlossen hat = sind im Urlaub oder übers Wochenende weg. CO2 und Rauchmelder geben mit nicht nur Infos in meine Steuerung sondern können auch als Innensirene benutzt werden und 16 Stück sind ganz schön laut.

        Habe schon von einigen gehört das die tollen Präsenzmelder nicht erkennen wenn jemand auf der Couch sitzt und per Reader ein Buch liest, dann ist nämlich oft die einzige Bewegung der Daumentipp der zur nächste Seite blättert.

        KNX ist toll und es muss auch nicht viel teurer sein, nur bin ich weiterhin der Meinung das dies zu 90% für Leute ist, die später nicht selbst Hand anlegen wollen. Kosten für Software mit der man was anfangen kann!, Kosten für die Fortbildung des Installateur, Kosten für die Zertifizierung der Hersteller – das alles muss bezahlt werden. Wer was anderes behauptet hat die Rosa Brille auf.

        Bin aber auf weiter Berichte gespannt und nicht falsch verstehen: finde KNX hat seine Berechtigung aber das was ich bis jetzt von KNX gesehen und in Schulungen mitgemacht habe ist schon ziemlich Marketing und wenn richtig geplant, gut aber unflexibel wenn man mal eine Kabel zu einer Stelle vergessen hat. Hinzu kommt das man für richtige Logic Automatisierung ganz schön in die Tasche greifen muss (Homeserver oder Basalte oder oder oder) ganz zu schweigen von den Kosten für einer Visualisierung und dann noch unflexiblen Visualisierung.

        Schönes Wochenende an alle.

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    • Avatar
      Tobias L. sagte:

      Ich bin auch Homematic User jedoch kann KNX weit mehr als das Homematic System. Würde KNX auch sofort im Neubau vorziehen. Es gibt im KNX System ein Vielzahl von Sensoren wie z.B. ein Präsensmelder mit 4 unterteilten Sensoren. Also 4 Präsensmelder in einem sozusagen. Man kann den im Wohnbereich an der Decke anbringen und das Licht schaltet sich im Esszimmer automatisch an und ab und wenn ich zum Fernsehbericht rüber laufe geht dort das Licht an. Und das mit nur einem Sensor an der Decke. Das ist mit Homematic IP nur mit mehreren Präsensmelder möglich und da ist dann sogar die KNX Lösung günstiger mit nur einem Präsensmelder. Wie gesagt Homematic ist bei mir die beste Lösung da man in einer Mietwohnung flexibel ist und das System mit umziehen kann. Erweiterungen sind auch problemlos möglich.

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  3. Avatar
    Jan sagte:

    Hallo Martin,
    weitere Artikel folgen in Kürze! Ich freue mich über die positive Resonanz. Solltest du spezielle Fragen haben kannst du mich gerne per Mail anschreiben.
    Viele Grüße
    Jan

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