Einschaltstrombegrenzer wurden schon häufig diskutiert, es wird aber noch nicht allen klar sein, wofür das Bauteil gut ist und warum es sinnvoll sein kann, dieses einzusetzen. Ein hoher Einschaltstrom ist oft dafür verantwortlich, dass ein Homematic BSM oder BDT schnell sterben lässt.

Wie kommt ein hoher Einschaltstrom zu stande?

Bei Verbrauchern mit elektronischen Netzteilen können beim Einschalten kurzfristig sehr hohe Ströme auftreten. Diese fliessen zwar nur für weniger als eine ms, können aber werten von größer am 100A betragen. Diese hohen Ströme können z.B. auch bei Leuchtstoffröhren auftreten.

Wer in der Garage oder im Keller Leuchtstofflampen verbaut hat, die über einen HmIP-BSM gesteuert werden wird auf kurz oder lang feststellen, dass der Aktor schneller stirbt als bei einem rein ohmschen Verbraucher (klassische Glühlampe).

Durch den hohen Strom können die Relais verbrennen oder die Halbleiter beim Dimmer beschädigt werden. Vorbeugen könnt Ihr mit einem Einschaltstrombegrenzer.

Im ESB1 ist ein NTC verbaut, der den kurzfristigen Einschaltstrom abfängt.

Einbau des ESB1 bei einem UP-Aktor

Der ESB1 wird am Ausgang des BDTs oder BSMs angeschlossen. An den Einschaltstrombegrenzer wird dann der Verbraucher angeschlossen. Die Skizze zeigt den schematischen Anschluss. Für die Verbindung nutzt Ihm am besten Wago Klemmen.

Interessanter Artikel zum ESB1 von Werner

Werner hat vor einiger Zeit bereits einen detaillierten Artikel zu dem Thema Einschaltstrombregrenzer geschrieben, wenn Ihr mehr dazu lesen wollt, schaut Euch gerne den Artikel an.

5 Kommentare
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    Klaus, der Wanderer sagte:

    Die Skizze des Beitrages scheint aus der Bedienungsanleitung von eQ-3 zu stammen.
    Dort finde ich auch folgendes Zitat: „Der Einschalt-Strombegrenzer ist nicht für schnelles periodisches Schalten geeignet. Die Pausenzeit zwischen einem Schaltvorgang sollte auf jeden Fall mehr als 30 Sekunden betragen. Bei kürzeren
    Schaltperioden besteht die Gefahr, dass der Einschaltstrom-Begrenzer nicht greift.“
    In einer Hausautomation, mit der wir es ja hier zu tun haben, können aber, wenn das im Programm nicht verhindert wird, durchaus auch mal kürzere Schaltzeiten auftreten. Also – mindestens daran denken!

    Bei mir liegen schon 3 „gestorbene“ ELV-Dimmer herum (HM-LC-Dim1T-FM). Alle bei mir noch im Einsatz befindlichen Dimmer sind nun mit einer kurzen Rampenzeit beim Einschalten programmiert, seither gab es keinerlei Ausfälle mehr. Nach meinem Verständnis liegt das daran, dass mit dem langsamen Ansteigen der effektiven Spannung auch die hohen Stromspitzen wegfallen, welche beim plötzlichen Einschalten auftreten würden.

    Außerdem wird durch die Einschaltstrombegrenzer lt. Anleitung die Anschlussleistung auf 200W begrenzt, manche eQ-3-Aktoren dürfen aber das zehnfache und mehr schalten. Somit ist so ein Einschaltstrombegrenzer nur sinnvoll, wenn man die nominelle Leistung ohnehin drastisch reduziert, und schon dadurch, auch bei Relaisschaltern, die Gefahr von sehr hohen Stromspitzen reduziert wird. Ich besitze selbst einige dieser Einschaltstrombegrenzer, die ich aber nicht im Einsatz habe, weil sie eine Begrenzung der Dauerleistung erfordern. Es stellt sich, bis vielleicht auf Ausnahmen, die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Teile.

    Bezüglich der „gestorbenen“ Dimmaktoren: Falls jemand weiß, welche Bauteile zerstört werden (ich vermute, die Leistungs-Thyristoren oder Triacs), kann vielleicht derjenige auch Auskunft geben, welche Typen verbaut wurden? Dafür wäre ich dankbar, denn dann käme ja auch eine Reparatur in Frage.
    Den „einfachen“ weg, bei ELV und iQ-3 nachzufragen, bin ich schon gegangen – erfolglos. Die verweigern mit fadenscheinigen Gründen jede Auskunft.

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  2. Avatar
    Frederic Ohlow sagte:

    Hallo, danke für den Artikel. Könnte ich den ESB auch im Lampenfuß in Reihe einbauen? Das wäre bei mir um einiges leichter zu realisieren, als alle Aktoren wieder auszubauen.

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      Markus Stroink sagte:

      Hallo,
      NEIN, laut Hersteller-Datenblatt ist ein Einbau an anderen Orten als in den Verteilerdosen unzulässig. Vermute mal wegen der nicht unerheblichen Brandgefahr, die von einem NTC naturgemäß ausgeht.
      Vielleicht sollte man einfach auf Aktoren setzen, die ein ordentliches Relais verbaut haben, die sterben nämlich nicht. Es ist auch interessant zu sehen, dass nur einige Typen von Aktoren sterben. Andere hingegen nehmen das alles „geduldig“ hin.
      Oder man nimmt ordentliche Leuchtmittel, dann hat man auch keine Sorgen.
      Gruß Markus

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      Klaus, der Wanderer sagte:

      Ja, geht. Da der Einschaltstrombegrenzer in Reihe geschaltet wird, ist die Lage egal, er wird überall vom gleichen Strom durchflossen und wirkt deshalb an jeder Stelle- Auch dann, wenn man den Stecker anders herum einsteckt, und dadurch der Einschaltstrombegrenzer im Zweig des Neutralleiters liegt.

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      Klaus, der Wanderer sagte:

      Habe mir nochmal die Bedienungsanleitung von ELV zu Gemüte geführt. Tatsächlich ist der Einsatz grundsätzlich brandgefährlich!
      An einer Stelle heißt es, …nur für ortsfeste Installationen…,
      im nächsten Abschnitt,….Teil der Gebäudeinstallation,….Bei Nichtbeachtung der Installationshinweise können Brand oder andere Gefahren entstehen.
      Einige Absätze weiter: „Die Installation darf nur in handelsüblichenSchal­terdosen (Gerätedosen) gemäß DIN 49073-1 oder Aufputzdosen gemäß DIN 60670-1 (z. B. Abox 025 oder Abox 040) erfolgen.

      Aber, selbst wenn man die drei relevanten Punkte für die Installation beachtet, kann man niemals ausschließen, dass die entnommene Leistung die lächerlichen 200W nicht übersteigt: Schon ein defekter Verbraucher kann dafür sorgen! Bei 200W spricht noch keine Sicherung an. Wenn die interne Sicherung versagt – wovor ELV wahrscheinlich Angst hat – dann kann so ein Teil im inneren einer Verteilerdose auch Leitungsbrände verursachen.

      Die Punkte in der Bedienungsanleitung sind, vermutlich also nicht, wegen der Brandgefahr, die ja sowieso vorhanden ist, auch in Verteilerdosen, sondern um die Nutzung so zu begrenzen, dass bei einem Brand, und sei es auch ńur durch eine unverhofft zu Stande gekommene Überlast ELV ist immer fein raus ist: Sie haben ja gewarnt.
      Aus meiner Sicht empfiehlt sich der Einsatz des ESB1 nicht! Warten wir auf den ESB5, ESB7 oder ESBxx, falls so etwas mal entwickelt wird, was dann nicht nur die ELV-Dimmer schützt (und evtl. die Reklamationen minimiert), sondern auch das Leben der Anwender.
      Ich selbst habe ELV mit dem Kauf von 3 dieser Teile gesponsert, verwende diese aber aus genannten Gründen nicht.

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