Schon seit Jahren erfreut sich die RaspberryMatic Gemeinde an diversen Antennenumbauten, um die Zentrale empfangsfreudiger werden zu lassen. Hierfür wurde typischerweise ein herkömmlicher RaspberryPi, ein Homematic Funkmodul HM-MOD-PRI-PCB sowie eine 868 MHz Stabantenne verwendet und in ein entsprechendes Gehäuse platziert.

 

Heute möchte ich euch vorstellen, wie ihr eine handelsübliche CCU3 mit einer solchen 868 MHz Antenne aufrüsten könnt und damit die Reichweite selbiger deutlich erhöht. Grundsätzlich gibt es hier eine große Bandbreite an Antennen, die ihr verwenden könnt, bspw. externe Magnetfußantennen oder aber auch einfache Stabantennen, wie ich Sie in diesem Bericht verwende.

Was ihr für den Umbau benötigt:

Öffnen der Homematic CCU3

Zunächst einmal müsst ihr das Gehäuse der CCU3 öffnen. Hierfür befinden sich an der Unterseite vier Schrauben der Größe Torx 6, die ihr problemlos finden solltet. Denkt bitte daran, dass mit dem Öffnen des Gehäuses vermutlich der Gewährleistungsanspruch verloren geht.

Nachdem ihr die vier Schrauben entfernt habt, könnt ihr das Oberteil des Gehäuses einfach abziehen und erhaltet einen Blick auf das Innere der CCU3.

Hier gibt es keine spannenden Neuigkeiten. Liste der verbauten Komponenten:

  • Raspberry Pi 3 (untenliegend rechts)
  • Funkmodul RPI-RF-MOD (obenliegend links)
  • SD Karte 8GB

Im nächsten Schritt löst ihr nun die einzige Torx 6 Schraube, die das Funkmodul am Unterteil des Gehäuses festhält.

Anschließend könnt ihr das Funkmodul mit etwas Kraft nach oben hin vom GPIO Port des RaspberryPi abziehen. Damit wir später beim Einbau der externen Antenne den RaspberryPi nicht beschädigen, sollten wir auch diesen aus dem Unterteil des Gehäuses herausbauen. Hier erwarten uns zwei weitere Schrauben der Größe Torx 6 (unten rechts sowie oben links)

Erkennbar ist hier unter anderem auch, wie die eingelegte SD Karte mit dem CCU3 Betriebsystem gegen Entfernen gesichert wurde. Solltet ihr irgendwann die Option in Betracht ziehen, ein anderes Image (bspw. RaspberryMatic) auf die CCU3 zu spielen, muss zum Entfernen der SD Karte die gesamte Platine herausgeholt werden.

Abschließend halten wir das leere Gehäuseunterteil in den Händen:

Einsetzen der Antennenbuchse ins Gehäuse

Nun folgt das Einsetzen unserer 868 MHz Stabantenne. Hierfür habe ich an der linken Seite des Gehäuses ein 6mm Loch gebohrt und die Buchse der Antenne verschraubt. Leider funktioniert ein Einbau an der Rückseite der CCU3 nicht, da das Gehäuse hier zu tief eingewinkelt ist.

Damit das an der Antennenbuchse angelötete Pigtail im Gehäuse Platz findet, muss ein kleines, winziges Stück Plastik aus dem hier dargestellten Steg herausgetrennt werden.

Anlöten des Pigtails an das Funkmodul

Nachdem nun die Antennenbuchse verbaut ist, widmen wir uns dem Anlöten des Pigtails an das Funkmodul. Hierfür muss zunächst einmal der original verbaute Antennendraht vom Funkmodul abgelötet werden. Achtet ein wenig auf die Temperatur des Lötkolbens, damit ihr die Lötaugen nicht beschädigt. Nach dem Herauslösen des Antennendrahtes kann man das Lötauge mit einer Entlötpumpe oder Entlötlitze noch etwas reinigen, es geht aber natürlich auch ohne diesen Schritt.

Das an der Antennenbuchse befestigte Pigtail wird nun an das Funkmodul angebracht. Dafür lötet ihr den Innenleiter bzw. die Seele dort an, wo zuvor der kurze Antennendraht befestigt war. Der Außenleiter bzw. die Schirmung wird an das metallische Schirmgehäuse des Funkmoduls angelötet.

Abstehende Litzen (wie hier bspw. am Außenleiter/Schirm) entfernt ihr bitte nach dem Löten mit einem Seitenschneider oder auch einer Nagelschere.

Das Pigtail habe ich nun einfach, wie auf dem Bild dargestellt, oben herum über das Funkmodul zur Antennenbuchse geführt. Mit etwas „Gefrickel“ und Kürzen des Pigtails kann man es sicherlich aber auch auf kürzerem Weg von der Buchse direkt an das Funkmodul führen.

Fertige CCU3 mit Stabantenne

Nun das Gehäuse entsprechend der vorherigen Schritte wieder zusammenbauen und ihr erhaltet eine CCU3 mit seitlich herausgeführter Stabantenne.

Fazit zum Empfang

Ich habe mit dieser CCU3 vorab eine Empfangspegelmessung durchgeführt. Hierfür habe ich zwei unterschiedliche Aktoren einmal in ca. 3 Meter Entfernung in Sicht zur Zentrale platziert und einen weiteren Aktor weit entfernt im Außenbereich mit mehreren Mauern als Dämpfung dazwischen.

Die Ergebnisauswertung vor / nach Antennenumbau brachte ungefähr eine Steigerung von 3-4 dB für das weit entfernte Gerät hervor, was einer Verdopplung der Empfangsleistung entspricht.

Mittlerweile läuft diese CCU3 bei mir im Dauereinsatz und hat meinen vorherigen Eigenbau (mit altem Funkmodul und anderem Gehäuse) abgelöst. Empfangsprobleme konnte ich, trotz einer Anzahl von mehr als 120 Homematic/Homematic IP Geräten, nicht mehr verzeichnen.

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1 Antwort
  1. Manuel sagte:

    Ach, schau an. Ein Löten des Außenleiters an das Gehäuse geht auch? Und ich habe mir einen abgefrickelt diesen an die kleinen seitlichen Augen zu löten und mich gefragt wie das dauerhaft halten soll…

    Antworten

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