Die Problematik kennen wohl viele: Fehler in der Kommunikation, Duty Cycle und häufig leere Batterien. Das alles sind Symptome für eine schlechte Funkverbindung. Sollte die Anlage in den Duty Cycle laufen, dann herrscht erstmal Funkstille. Was der Duty Cycle genau ist, hat Werner Euch in seinem ausführlichen Artikel beschrieben. Das Frequenzband von 868,3 MHz ist, wie auch das 433 MHz Band für die Öffentlichkeit freigegeben. Hier darf mit gewissen Einschränkungen gefunkt werden. Eine dieser Einschränkungen ist es, dass es keine Dauersender geben darf. Ein Gerät darf nur eine gewisse Zeit pro Stunde aktiv sein, damit auch andere Teilnehmer die Möglichkeit haben, über das selbe Frequenzband zu funken. Werden nun häufig Telegramme gesendet, steigt der Duty Cycle („interner Zähler“) der einzelnen Geräte an an.

Im schlechtesten Fall erreicht der Duty Cycle 100% und das Gerät muss die Kommunikation sofort einstellen. Warum kommt es zu häufiger Kommunikation? Das kann zum einen daran liegen, dass sehr viele Befehle manuell ausgelöst werden. Wenn Ihr z.B. einen Taster sehr oft betätigt, sendet dieser bei jeder Aktion einen Befehl. Da das Homematic-System bidirektional arbeitet, wird jeder Befehl von der Zentrale mit einer Antwort bestätigt. Somit steigt nicht nur der Duty Cycle vom Gerät selbst (z.B. ein HmIP-BSM) sondern auch von der Zentrale, die alle eingehenden Nachrichten quittieren muss.

Ist nun die Qualität der Telegramme durch Störungen beeinträchtigt, kann es vorkommen, dass diese nicht komplett oder fehlerhaft an die Zentrale übertragen werden. Dann wird das Telegramm erneut gesendet. Das wiederum erhöht den Duty Cycle erneut. Solltet Ihr merken, dass entfernte Geräte nur sehr verzögert reagieren oder die Kommunikation komplett einstellen, kann ein Repeater helfen. Alle Homematic IP Schaltsteckdosen haben diese Funktion integriert.

Nachdem eine Schaltsteckdose angelernt ist, kann über den Menüpunkt „Allgemein“ –> „Geräteübersicht“ das entsprechende Gerät ausgewählt werden. In den Einstellungen ist die Option „Reichweitenverlängerung“ zu sehen. Diese kann dann bei Bedarf eingeschaltet werden.

Welche Geräte arbeiten als Repeater?

Es gibt zwei unterschiedliche Geräte, die zusätzlich als Repeater eingesetzt werden können. Die erste Kategorie sind die schaltbaren Steckdosen. Hier gibt es die Homematic IP Schaltsteckdose, mit der einzelne Verbraucher Ein-/Ausgeschaltet (HMIP-PS) werden können. Es gibt die gleiche Schaltsteckdose auch mit einer integrierten Energiemessung (HMIP-PSM). Beide Geräte können über die App / über die WebUI als Repeater konfiguriert werden.

Eine günstigere Alternative ist er HmIP-PCBS Bausatz. Dieser kann ebenfalls als Repeater konfiguriert und eingesetzt werden.

Viel hilft viel – Achtung! Zu viele Repeater bewirken das genaue Gegenteil!

In einer Homematic Funkumgebung sollten nicht mehr als zwei Repeater gleichzeitig tätig sein. Das kann dazu führen, dass die komplette Anlage ständig im Duty Cycle hängt. Meine Erfahrung (bei Homematic CCU und Homematic IP Access Point Projekten) hat gezeigt, dass der Ort für diese Repeater sehr genau ausgewählt werden sollte. Die Devise „viel hilft viel“ ist hier nicht ratsam.

Ein Repeater kann die Ausdehnung eines Funknetzwerkes nur dann erweitern, wenn dieser selber noch genügend Signalstärke von der Zentrale erhält. Ein Repeater in direkter Nähe zur Zentrale ist auch nicht ratsam.

Ein Netzwerk über zwei Repeater hinweg aufzubauen, kann auch zu Problemen führen. Daher solltet Ihr darauf achten, wenn Ihr mehr als eine Schaltsteckdose als Repeater einsetzt, dass diese sich nicht mit einer zweiten überschneidet. Es kann dann durch unterschiedliche Signallaufzeiten zu einem erhöhten Telegramm aufkommen führen, das führt dann wieder zu einem höheren Duty Cycle.

Zur Praxis

  • Den Repeater immer dort aufstellen, wo noch genügend Empfang der Zentrale herrscht
  • Keine Repeater-Ketten aufbauen
  • „viel hilft viel“ ist an dieser Stelle nicht ratsam
  • Max. 2 Repeater im Netzwerk verteile (diese möglichst in weiter Entfernung zueinander)
  • Standorte geschickt auswählen (auch verschiedene Testen)

Bei einer größeren Anlage, die über Funk verbunden werden soll, Testen wir die einzelnen Standorte mit dem ELV Funk-Analyser durch. Wenn Ihr zwei dieser Geräte habt, kann eins als Dauersender fungieren. Dieses Gerät stellen wir dann am zukünftigen Aufstellort der CCU oder des Access Points auf und gehen mit dem zweiten Gerät (im Empfänger-Modus) die einzelnen Räume ab.

Dadurch können sehr schnell Räume und Orte aufgedeckt werden, an denen der Empfang problematisch werden kann. Hier kann man dann direkt herausfinden, an welchen Stellen der Aufbau eines Repeaters sinn macht.

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