Bei der Elektroplanung eines smarten Hauses muss man neben den „normalen“ Stromkabel auch die Signalkabel mit berücksichtigen und planen. Je nach verwendetem System sind ist die Anzahl der Kabel, die dafür geplant werden müssen, sehr unterschiedlich. Bei einer reinen KNX Installation beschränken sich die Signalkabel im Grunde auf den Bus, der von Taster zu Taster und von Sensor zu Sensor gezogen wird. Bei einer reinen KNX Installation sind die Signalkabel eher übersichtlich – doch auch hier gibt es Fälle, in denen bei einer smarten Installation viele Signalkabel Y(St)Y-Leitungen anfallen. Wollt Ihr z.B. Fensterkonatkte vorsehen, sind diese meist nicht „intelligent“ und direkt mit dem Bus verbunden. Fenster werden sehr häufig mit potentialfreien Reed-Kontakten ausgestattet, die dann an eine binäre Baugruppe angeschlossen werden müssen, um den Zustand auswerten zu können.

Bei einer reinen Homematic IP wired Installation gibt es zwar auch die Möglichkeit alle Taster über den Homematic IP wired Bus einzusammeln, das ist aber ein recht teures Umterfangen. Daher werden hier fast alle Taster über potentialfreie Eingänge (HmIPW-DRI32 oder HmIPW-DRI16) ausgewertet. Bei so einer Installation fallen schon etliche Y(St)Y Kabel, die auch in der Umgangssprache als „Telefonkabel“ bezeichnet werden, an.

Für jeden Taster, der im Raum installiert werden muss, wird ein eigenes Kabel benötigt, dass sternförmig vom Schaltschrank zur entsprechenden Schaltstelle verlegt werden muss. Je nach Anzahl der benötigten Taster, muss das Y(St)Y-Kabel mit der entsprechen Anzahl „n+1“ Adern verlegt werden.

Ein kleines Beispiel um dies zu verdeutlichen: Soll ein 6-fach Taster aufgebaut werden, mit dem z.B. 2 Jalousien und zusätzlich 2 Lichtkreise gesteuert werden sollen, dann werden 6 Steuerleitungen benötigt. Da jedes SIgnal aber gegen GND geschaltet werden muss, wird eine weitere Ader für das gemeinsame GND-Potential benötigt. Daher brauchen wir 6+1 Adern im Kabel. Hierfür würde sich ein 4x2x0,6 Y(St)Y-Kabel anbieten.

Dieses Kabel hat in Summe aber 8 Adern. Daher haben wir an dieser Schaltstelle eine Reserve von einer Ader, die wir für einen weiteren Taster nutzen könnten. Bei einer sauberen Planung sollte berücksichtigt werden, dass jede Ader, die den Schaltschrank verlässt auch auf einer Klemmleiste geplant ist, damit zum einen keine Adern lose im Schrank „baumeln“ und zum anderen ist es für die Dokumentation sehr entscheiden. Mit einer sauberen Dokumentation kann die Installation später gut nachvollzogen und umgeplant bzw. umprogrammiert werden.

Daher empfehle ich Euch sehr genau zu planen und zu dokumentieren. Wie Ihr das für die LSA-Klemmen machen könnt, zeige ich Euch in diesem Beitrag.

LSA-Klemme für gemeinsames Potential

Jeder Taster, der bei einem Homematic Ip wired-System über ein DRI-Modul eingelesen werden soll, braucht ein Bezugspotential (GND). Dieses Potential findet Ihr auf den Eingangsmodulen. Der DRI32 hat z.B. 8 GND Klemmen. Diese reichen natürlich nicht aus um jedes Kabel einzeln daran anschließen zu können. Daher benötigen wir eine Klemme, auf der wir dieses Potential vervielfältigen können. Es gibt rote LSA-Klemmen, die über alle Klemmen hinweg verbunden sind. Das ist für diesen Fall sehr praktisch, da wir somit unter GND-Potential auf jedes Kabel legen können.

Welche Klemmen kann ich dafür verwenden?

Bei Conrad gibt es z.B. die LSA Plus 2 Erdungsmodule. Diese Klemme kann genau dafür genutzt werden. Die Klemmleiste kann 20 Adern auf jeder Seite aufnehmen. Für eine große Hausinstallation mit vielen Tastern reichen hier meist 2-3 Stk. aus um alle Y(St)Y Kabel mit einer „GND-Ader“ zu versehen.

Wie plane ich die gemeinsamen Potentiale?

Um die Klemmen sauber zu planen habe ich mir eine Excel-Datei gebaut, in der ich die LSA-Klemmen abgebildet habe. Jedes Y(St)-Kabel hat spezifische Farbcodes. Diese habe ich ebenfalls in der Excel-Datei abgebildet.

In meiner Planung habe ich festgelegt, dass die rote Ader bei einem 2x2x0,6 und bei einem 4x2x0,6 Kabel immer das GND-Potential führen soll. Die anderen Farben sind dann jeweils Eingänge.

Hier seht Ihr jetzt, dass ich jede rote Ader, von jedem ankommenden Kabel auf diese LSA-Klemme geplant habe. Der Elektriker muss dann nur noch alle ankommenden Kabel auf die Klemmen legen.

Im oberen Bereich der Zeichnung seht Ihr das Kabel, was ich zuvor in meiner Kabelzugliste geplant hatte. Auf dieser Klemme muss sich also jedes Kabel wiederfinden, da uns sonst GND fehlen würde.

Die Klemmen sind von 1-10 nummeriert. Da wir pro Zahl immer zwei Klemmmöglichkeiten haben, wird hier zwischen links (li) und rechts (re) unterschieden. Im unteren Bereich finden wir nun die „Gegenseite“, die mit dem ankommenden Kabel verbunden werden muss. Da wir hier eine Klemme haben, die überall das gleiche Potential hat, steht auch überall das gleiche Modul drin „GND vom HmIPW-32„.

Planung Signalleitungen auf LSA-Klemmen

Die Planung vom GND-Potential ist recht trivial, doch wir wollen auch alle anderen ankommenden Adern auf eine LSA-Leiste planen. Auch das mache ich über mein Excel-Werkzeug. Hier sieht auch die Farbgebung etwas anders aus.

Im ersten Bild seht Ihr die Belegung eines 2x2x0,6 Y(St)Y Kabels. Mit diesem Kabel können wir drei Taster abbilden. T1 ist immer gelb, T2 –> schwarz und T3 –> weiß. Damit die Planung einfacher fällt, habe ich die Farben auch auf den Klemmleisten abgebildet.

Ihr könnt erkenne, dass ich vom Kabel GB-07 alle drei übrigen Adern (rot wurde ja bereits auf GND gelegt) auf dieser Klemmleiste verteile. Auch hier ist die Nummerierung 1-10 und jeweils in li, re aufgeteilt.

Im unteren Bereich seht Ihr nun das Ziel. Da wir bei den meisten Kabel in diesem Beispiel nur einen 1-fach Taster ansteuern, wird auch nur die gelbe Ader verwendet. Hier wird z.B. die gelbe Adern vom Kabel GB-07 auf das Eingangsmodul K4, Kanal 1 verklemmt usw..

Damit die restlichen Adern auch sauber aufgelegt werden können, sind diese ebenfalls auf die LSA-Klemmen geplant. Diese werden aber nicht weiter auf Eingangsmodule verteilt sonder erhalten den Status „Reserve“. Damit haben wir auch später die Möglichkeit, weitere Taster an den entsprechenden Stellen zu planen.

Planung von 4x2x0,6 Y(St)Y Kabeln

Auch wenn wir mehr als 3 Taster über ein Kabel ansteuern wollen, können wir die von mi vorgeschlagene Methodik verwenden. Hierfür müssen wir nur darauf achten, dass wir das Farbkonzept passend zu unserem Kabeltyp verwenden.

Auch in diesem Beispiel könnt Ihr sehen wie die einzelnen Adern auf die unterschiedlichen Eingangsmodule geplant worden sind.

Hier sehr Ihr dann das Endergebnis, wenn die Planung sauber umgesetzt worden ist. Alle Eingangsmodule werden mit der unteren Klemmleiste der LSA-Klemmen verbunden.

LSA-Klemmen sind eine sehr gute Sache um viele einzelne Adern aufzunehmen um im Schaltschrank zu verteilen.

1 Kommentar
  1. Avatar
    Karsten Lachnicht sagte:

    Vielen Dank für deine ausführlichen Anleitungen!

    Was für Draht/Litze benutzt du/ihr von den LSA Leisten zu den DRI Modulen? Starre Einzeladern oder mehradrige Litze? Lässt sich letztere an den LSA Leisten anlegen? Flexible Leitungen dann mit Aderendhülsen am DRI Modul? Im Datenblatt habe ich keine Vorgabe gefunden.

    Gruß Karsten

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