Dieser Artikel ist aus einer spontanen Idee heraus entstanden und nicht unbedingt zum nachmachen empfohlen. Da es sich ja auch schon rein preislich nicht lohnt. Ich hatte aber bei mir noch einen Raspberry Pi3 B+ im Schrank liegen und habe mir die Frage gestellt, ob die CCU3 Software diese Hardware ebenfalls unterstützt. In diesem Artikel erfahrt ihr mehr dazu.

CCU3 geöffnet, noch mit Raspberry Pi3 B   (c) technikkram

Unterschiede Pi3 B und Pi3 B+

Der Raspberry Pi3 B+ ist eine Facelift Version des in der CCU3 verbauten Raspberry Pi3 B. 

Äußerlich unterscheidet sich das neue Raspberry Pi 3 B+ Modell nur minimal von dem Vorgänger. Die Bauform selbst ist gleich geblieben, wie auch die Position der diversen Schnittstellen. Das Board selbst wirkt deutlich klarer und aufgeräumter. Die CPU ist zur besseren Wärmeableitung in ein Blechgehäuse „eingepackt“. Der neue schneller WLAN Chip ist an einer anderen, präsenteren Stelle und ebenfalls unter Blech versteckt, mit dem schicken Raspberry Logo. Neu sind die vier Pins für Power over Ethernet (PoE). Je nachdem was für ein Gehäuse verwendet wird, könnten diese Pins ein Problem darstellen, weil die entsprechende Aussparung fehlt.

Verbesserungen von Pi3 B+ zum Pi 3 B

  • Verbesserte Kompatibilität für das Booten im Netzwerk
  • Neue Unterstützung für Power over Ethernet
  • Die Prozessorgeschwindigkeit ist von 1,2 GHz auf Pi 3 auf 1,4 GHz gestiegen
  • Neuer Dualband-WLAN-Chip, 2,4 GHz und 5 GHz mit integrierter Antenne
  • Bluetooth 4.2 Niedrige Energie
  • Schnelleres Onboard-Ethernet mit bis zu 300 Mbit / s

Ich habe bereits einen umfangreichen Artikel zum Raspberry Pi3 B+ geschrieben, welche ihr unter dem folgenden Link finden könnt.

Weitere Artikel zur CCU3

Wie läuft der Umstieg?

Nachdem ich bei mir den Wechsel des Raspberry vollzogen habe, kann ich sagen, das es sowohl von der Hardware, wie auch von der Software sehr schnell und einfach funktioniert hat.

Bevor man solch eine Aktion startet, sollte auf jeden Fall eine Sicherung der Installation über die WebUI durchgeführt werden!

Danach natürlich das System sauber über die neue Funktion in der WebUI runterfahren. Wenn das System unten ist (zu erkennen an der roten LED an der Vorderseite), bitte Netzwerkkabel und Stromkabel trennen.

Hardware

Der Austausch des Raspberry Boards selbst ist sehr einfach. Man muss die vier Schrauben an der Unterseite des Gehäuses wechseln. Danach die eine Schraube des Funkmoduls lösen und das Funkmodul selbst vorsichtig raus heben. 

Dadurch kann man die beiden Schrauben lösen, die das Raspberry Board halten. Nun das Board heraus holen (vorher USB Abdeckungen rausziehen, da es sonst hängen bleibt.

Wenn das Board draußen ist, die micro-SD Karte heraus ziehen und in die Raspberry Pi3 B+ stecken. Das muss vor dem Einbau in Gehäuse erfolgen, da danach nicht mehr möglich.

Board wieder ins Gehäuse setzen und positionieren (sehr einfach durch die entsprechenden beiden Stifte. Dann die beiden Schrauben wieder einschrauben um das Board im Gehäuse zu fixieren.

Funkmodul aufstecken und die Schraube zur Befestigung festschrauben. Als letztes noch die Antenne wieder in die vorgesehenen Führungen einstecken.

Als letzte Aktion das Oberteil mit dem Unterteil verbinden und die vier Befestigungsschrauben anziehen. Fertig ist der Hardware Umbau.

Nun noch das Netzwerkkabel wieder einstecken, die Stromversorgung herstellen und die getunte CCU3 startet neu.

Software

Während des Starts steigt die Spannung, weil ich halt nicht weiß, ob die CCU3 Software auch die Raspberry Pi3 B+unterstützt.

Die LED blinkt während des Startvorgangs wie es sein soll und nachdem die LED auf blau Dauerlicht steht, sollte die CCU3 oben sein.

Test

Als nächstes nun auf der CCU3 (WebUI) anmelden und diverse Tests durchführen.

Sämtliche Tests welche ich durchgeführt habe, funktionieren einwandfrei und ohne jegliche Probleme. Eigentlich hatte ich das nicht anders erwartet, aber nun habe ich die Sicherheit.

Fazit

Das war in Summe ein wirklich sehr einfacher Wechsel auf die nächste Generation des Raspberry Pi3 und auch sehr schnell erledigt (10 Minuten).

Der Hardware Umbau war simpel und einfach umzusetzen.

Die Software unterstützt das neue Board voll umfänglich und es musste logischer Weise nichts an AddOns oder sonst irgendetwas angepasst oder neu installiert werden. Micro-SD Karte tauschen und alles geht.

Abschließend noch einmal mein Anmerkung vom Beginn des Artikels. Die CCU3 ist im Ursprungszustand sehr gut ausgestattet und erfüllt alle Anforderungen an ein schnelles und stabiles HomeMatic System. Es existiert eigentlich kein Bedarf ein anderes Board einzubauen. Zumal die Unterschiede ja auch eher marginal sind und wirklich nur subjektiv bzw. in einem Benchmarktest zu spüren bzw. zu sehen ist.

Aber ich hatte die Raspberry Pi3 B+ hier herum liegen und es hat mich interessiert ob es funktioniert. 

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14 Kommentare
  1. Rene sagte:

    Hallo,

    bin Neuling und spiele jetzt auch mit den Gedanken mir ein Raspberry pi anstatt der neuen CCU3 zu holen. Ist das richtig wenn ich dann über Internet drauf zugreifen möchte um meine Geräte zu steuern, das ich mich bei Cloudmatic.de anmeldenm muss und eine jährliche Gebühr zahlen muss, oder geht das auch ohne zusätzliche Kosten?
    VG
    Rene

    Antworten
  2. Robert sagte:

    Kurze Rückfrage auch wenn es sich preislich nicht lohnt: Da die CCU3 ein normaler Raspberry 3B ist, kann ich dann auch einfach einen vorhandenen Pi3B (oder 3B+) nehmen und das RPI-RF-MOD kaufen und die original EQ3 Firmware auf SD Karte installieren statt RaspberryMatic benutzen?
    Wie gesagt, preislich vielleicht nicht interessant, aber wenn schon vorhanden… Aktuell gibt es die CCU3 ja auch nur mit Plug in. Und wenn 3B eh schon da ist, sind das 39€ vs. 149€

    Antworten
  3. J sagte:

    Zwei kurze Fragen:

    – Lässt sich die CCU3 nach dem Umbau eigentlich dann alleinig über PoE betreiben? Dann kann ich mir sogar noch ein Netzteil sparen.
    – Was ist eigentlich bei der offiziellen CCU3 installiert? Da wird ja kaum ein RaspberryMatic drauf installiert sein. Ist die Installation auf der CCU3 durch ELV irgendwo veröffentlicht?

    Antworten
    • J sagte:

      Frage 1 selbst beantwortet: nein, das ist nicht möglich – hier ist ein RASP SHD POE erforderlich, das die GPIO Pins vollständig verdeckt. Zum Betrieb eines PIs ohne CCU Aufbau sicherlich interessant – für den CCU Einsatz fällt POE also flach.

      Bei der zweiten Frage bin ich noch nicht weiter

      Antworten
      • Dennis sagte:

        Hey das würde mich auch interessieren, habe hier noch einen Pi3B liegen und könnte diesen dann ja eigentlich mit dem Originalen Image versehen, wäre ja günstiger da nichts doppelt gekauft werden muss. Hat jemand ein Image der Originalen SD-Karte?

        Antworten
  4. Ingo Kaltwasser sagte:

    Hi, ist es denn möglich, wenn man das Upgrade mit dem Pi gemacht hat, einen Monitor an zu schließen, um dann direkt sich das WebUI darstellen zu lassen?

    Antworten
  5. Jan sagte:

    Warum überhaupt eine ccu3 kaufen.

    Raspberry Pi + Homematic Modul und selbst gewähltes Gehäuse ist doch günstiger und man kann alle Anschlüsse nutzen.

    Antworten
    • Mathias sagte:

      Hi Jan,
      genau so sehe ich das auch!
      Und man kann sich die Hardware-Plattform selbst auswählen, also auch für den dünnen Geldbeutel geeignet.
      Wenn man sich nichts anderes leisten kann, nimmt man eben den Raspberry Zero W und das alte Funkmodul.
      In wieweit das Gehäuse von Thinkiverse was taugt, kann ich (noch) nicht beurteilen.
      Wenn es kälter wird, kann ich einen 3D-Drucker wieder anwerfen und den einen oder anderen Ausdruck machen. U. a auch das Gehäuse für die Raspberrymatic für das neue Funkmodul. Hier sind ja alle USB-Schnittstellen offen, was bei dem Charly-Bausatz leider nicht der Fall ist.
      Sollte es das Addon hm-iobroker geben, werde ich vllt auf das Tinkerboard S umsteigen. Dann kann ich die Beebox für sinnvollere Aufgaben nutzen. Z.Z. läuft meine Raspberrymatic auf dem Raspberry PI3 B+ mit dem neuen Funkmodul.
      Jan, eine Frage an Dich: Funktioniert Dein rmupdate auch auf dem Tinkerboard S? Es hat zwar noch Zeit, bis hm-iobroker kommt, aber so etwas will ich gerne im Vorfeld geklärt haben.
      Mir tut nur Sebastian etwas leid, weil seine Redmatic meiner Meinung nach dann überflüssig geworden ist.
      Gruß,
      Mathias

      Antworten
  6. Mathias sagte:

    danke für die Infos.
    So ein Umbau wäre erst wirklich interessant, wenn es ein Paspberry PI 4 oder PI 5 gibt, oder ein findiger Bastler die Firmware auf ein Tinkerboard migriert.
    Das Pi 3B+ eiert immer nich mit USB 2-Schnittstellen herum,
    Ausserdem wäre es von Vorteil, wenn vom Gehäuse her ALLE USB-Schnittstellen frei wären.
    Ich habe mein Charly-Gehäuse auch modifizieren müssen. Ich brauche auch 3 Schnittstellen.
    1. Schnittstelle = USB-Speicher für CuxD-Highcharts
    2. Schnittstelle = USB-SSD (solte ein Update per WebUI bzw rmupdate auf einer USB-Platte doch mal laufen)
    3. Schnittstelle = Überwachung meiner USV.
    Gruß,
    Mathias

    Antworten
    • Marc sagte:

      Hi,

      für das Tinker Board gibt es ja mit Raspberrymatic eine sehr gut gepflegte Lösung. Ich habe gerade meinen ioBroker auf das Tinker Board S migriert und der Leistungsunterschied mit dem eMMC Speicher ist schon phänomenal.

      Marc

      Antworten
      • Mathias sagte:

        @Marc,
        Gut! Ich habe meinen IObroker auf einer Beebox mit 8 GB-RAM und einer 120GB-SSD.
        Das hat den Hinergrund, weil hier auch freepbx läuft.
        Warum gibt es dann überhaupt eine CCU3? Auch für den Raspberry gibt es eine gepflegte Raspberymatic…..

        Antworten
        • Chris sagte:

          Eine CCU3 gibt es für Leute, die auf Sicherheit setzen und den Herstellersupport und die -garantie möchten.
          Wenn der Raspberrymatic Entwickler einmal nicht mehr mag, wird die CCU3 weiter versorgt, aber RM stirbt, wenn sich kein neuer Entwickler findet.

          Antworten

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